Donnerstag, 29. Oktober 2009

Lernfenster

Es soll ja während der Entwicklung des Gehirns sensible Phasen für das Erlernen bestimmter Fähigkeiten & Kenntnisse geben. Sogenannte Lernfenster. Kürzlich habe ich gelesen, dass das Kleinkind-/Vorschulalter die beste Zeit für das Lernen von Wissen aus dem Bereich der Biologie sei. Macht ja auch Sinn, denn bei naturgemässem Leben sind das überlebenswichtige Kenntnisse - Tiere erkennen & ihre Gefährlichkeit einschätzen zu können. Zu wissen, welche Pflanzen giftig, welche essbar sind. Die meisten Kinder dieses Alters kennen tatsächlich mehr Tiere als ihre Eltern. Und viele entwickeln sich zu Experten für bestimmte Arten. Meine Tochter (4) z. B. für Pferde, ihr dreijähriger Freund für Dinosaurier. Was dann nicht nur zu umfassenden, teilweise unglaublich spezifischen Kenntnissen führt, sondern auch der Ausgangspunkt für das Erlernen angrenzender Themen & auch anderer Fachbereiche ist. Wie z. B. Mathematik (Vergleich der Grössen/Gewichte der Tiere), Erdgeschichte (wann haben welche Saurier (oder die Urzeitpferde) gelebt? Wie sah die Erde damals aus?...), Schreiben/Lesen beim Ansehen von Büchern oder Spielen von Spielen zum jeweiligen Thema. usw usw ... sicher fällt euch auch eine Menge dazu ein, bei euren Kindern beobachtet. Erzählt doch mal!

Freitag, 2. Oktober 2009

mathematische entdeckungen

c., 4 jahre alt: "2 x 3 sind 6. das weiß ich schon immer. weil es nämlich zwei reihen gibt, und in jeder reihe sind 3. und das sind 6." - "ach, du meinst auf dem würfel?" - "ja, und auch auf papier. und überall."

beim autofahren vertreiben wir uns die zeit gern mit dem zählen von autos. jede sucht sich eine farbe aus, und wer zuerst 50 (manchmal auch 16 oder 20 oder 100) gefunden hat, hat gewonnen.
"mama, ich hab 13 autos gezählt. und du 4. wieviel mehr habe ich?" - "9." - "Und wieviel weniger als ich hast du?" - "9." - "Genau gleich! *staun* *denkpause* *freu* oh mama, das ist ja genauso wie bei m.'s alter und meinem!" - "was meinst du?" - "er ist 13 und ich 4, und er ist auch genau 9 jahre älter als ich!" (Egal, ob es um Autos, Birnen oder Lebensjahre geht, der Abstand zwischen 13 und 4 ist immer 9. Das nennt sich wohl Abstraktion. Und der Abstand zwischen 4 und 13 ist derselbe wie umgekehrt. Wie spannend, solche Erkenntnisse mitzuerleben!)

Donnerstag, 27. August 2009

Neue Band!

Heute mal neues von den Freilernern aus dem Hause Neubronner:

Thomas & Moritz haben ein Gesangsduo gegründet und imitieren zu zweit eine fünfköpfige "Hardcore-A-capella-Band" , die "U-Bahnkontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern". Sie machen ziemlich schräge und stellenweise ziemlich lustige Musik, Moritz hat eine eigene Website erstellt - nun wünschen sich die Jungs natürlich haufenweise Besucher dieser Website, die die aus Youtube eingebetteten Hörproben-Videos anschauen und den Kanal abonnieren (denn da kommen noch viele weitere Videos...), bewerten, die frisch erschienene DVD bestellen (5 €), Kommentare abgeben, das Gästebuch füllen, in den Foren diskutieren und den Ruhm der "Fahrscheinlosen Fahrscheinkontrollöre" verlinkend in die Welt tragen.

Also bitte, herzliche Einladung zu www.dffmff.homepagestart.de

Und für alle, denen das nun wirklich nicht gefällt, gibts auf der Homepage auch noch die "Schaut Boks", also Shout Box zum Schimpfen...

Samstag, 22. August 2009

eine etwas andere information über bildungspolitik

Mittwoch, 15. Juli 2009

Bernicia Schröder - Spendenaufruf!

Ein Brief von Bianca Schröder an Dagmar Neubronner - bitte helft der Familie, auch kleine Beträge sind hilfreich & unterstützend!

"Hallo Dagmar,

ich hatte mich ja an das Bildungsministerium und den (eigentlich sehr engagierten) Landrat des Nachbarkreises gewandt. Den Reaktionen auf meine Bitte um Hilfe kann ich nunmehr entnehmen, dass wir politisch unerwuenscht sind. Eine neue Welle von Anzeigen wegen Kindeswohlgefaehrdung rollt auf uns zu.

Sowohl ich als auch Sven wurden in den letzten Wochen unter Druck gesetzt, uns wurden Straftaten unterstellt. Ich sehe das gelassen, alle diese Anschuldigungen lassen sich leicht entkraeften. Dennoch stehen uns nun einige neue Verfahren bevor.

Die Behoerden machten unmissverstaendlich klar, dass wir kontinuierlich ueberwacht werden. Datenabgleich erfolgt bei Hartz-IV-Empfaengern sowieso. Es wird versucht, uns wirtschaftlich zu vernichten. Inzwischen hat Sven einen Bescheid erhalten, dass er kein Geld mehr bekommt und das Geld vom letzten Monat zurueckzahlen soll. Soweit ich weiss, steht es aber noch nicht unter Strafe, Kinder zur Schule zu fahren und sparsam zu leben.

Am 14.07. ist die naechste Gerichtsverhandlung. Eine weitere Psychologin wird ihre Aussage machen: keine Schulphobie, keine Therapienotwendigkeit.

Der Rechtsanwalt des Schulamtes, Herr Strack, laesst sich durch eine Staranwaeltin vertreten. Da soll noch mal einer sagen, es wird kein Geld in Bildung investiert. Es mag jeder spekulieren, ob das die freie Entscheidung des Rechtsanwaltes war, oder ob ihm das „von oben“ verordnet wurde.

Um den Besuch des Gymnasiums fuer Bernicia kaempfen wir immer20noch. Das Schulamt (Frau Kittel) und das Jugendamt (Frau Hesse) sind dagegen. Sie wollen Bernicia in eine Grundschule schicken, entgegen den Empfehlungen von zwei Psychologen, die sich klar fuer den Besuch des Gymnasiums ausgesprochen haben. Das Schulgesetz haben wir auch hier auf unserer Seite, allein um den Antrag auf den Schulbesuch ranken sich mehrere Verfahren.

Es waere schoen, wenn Du einen Spendenaufruf starten koenntest. Ich habe mich erkundigt und weiss inzwischen, dass zweckbestimmte Spenden nicht angerechnet werden. Es ist aber wichtig, dass im Betreff der Ueberweisung etwas steht wie "Spende fuer juristische Auseinandersetzungen".

Bianca Schroeder
Kontonummer: 848119203
BLZ: 20010020

Danke und viele Gruesse
Bianca Schroeder"

Montag, 1. Juni 2009

Heimunterricht muss erlaubt sein

Im Tagesspiegel v. 25.05.09: Heimunterricht muss erlaubt sein

Freitag, 8. Mai 2009

wie kleine kinder schlau werden

ich schätze die beobachtungen von john holt sehr, aber den titel dieses buches mag ich eigentlich nicht: kinder "werden" nicht schlau sondern sind es von geburt an, finde ich. dennoch kann ich - natürlich - mit verschiedenen beispielen seine beobachtungen & schlüsse bestätigen. dass kinder nicht belehrt werden müssen, sondern dass sie durch beobachten, nachahmen, ausprobieren ... alles selbst herausfinden. hier ein paar mehr oder weniger aktuelle beispiele:

  • sprachliche entwicklung: bei ansonsten sehr guter sprache hat c (4 j.) jahrelang das 'ch' nur in der "harten" form, wie in "auch", gesprochen. auch in worten, in denen es sonst weich (wie in "weich" ;) ) gesprochen wird. das hat niemals jemand kommentiert oder gar verbessert, glücklicherweise. wir haben einfach alle ganz normal gesprochen. inzwischen klingt auch bei ihr das 'ch' in immer mehr worten so wie bei allen anderen.

  • das interesse für buchstaben, schreiben, ist schon lange vorhanden. was c noch fehlt, sind die feinmotorischen fähigkeiten zum schreiben. schon vor ein paar monaten hat sie ihre begeisterung für das "schreiben" am computer entdeckt & zunächst einfach lange zeichenketten eingetippt. mittlerweile hat sie den zusammenhang zwischen bestimmten zeichenfolgen & deren ausgesprochener form entdeckt. häufig bittet sie mich, das von ihr geschriebene vorzulesen. beim spielen eines computerspiels sollte sie dann neulich als erstes ihren namen eintippen ... beim ersten mal hat sie mich noch um ansage der einzelnen buchstaben gebeten, die sie dann auf der tastatur selbst gefunden hat. inzwischen schreibt sie ihren namen selbstständig.

  • umgangsformen: nun ja, ich gebe es zu: wenn ich allzu unfreundlich herumkommandiert werde, äussere ich auch schon mal meinen unwillen bezüglich solcher behandlung & erkläre (belehre), wie es mir lieber wäre. aber im wesentlichen besteht mein ansatz auch hier darin, möglichst vorzuleben, was ich für richtig halte. und auch das zeigt wirkung: immer öfter bekomme ich jetzt freundliche bitten, herzliches danke oder auch mal eine entschuldigung zu hören.

  • m., schulgeschädigt, hat jahrelang bei ungefragten erklärungen nicht nur nicht hingehört, sondern sie sogar mehr oder weniger heftig zurückgewiesen. wenn er mich um hilfe, z. b. am computer, bittet, tue ich daher einfach, was er möchte. er sitzt daneben und passt offensichtlich sehr gut auf, was ich tue ... und macht es beim nächsten mal selbst. nach über 2 jahren unschooling (deschooling) ist er inzwischen übrigens wieder in der lage, nach erkärungen zu fragen bzw. sie auch anzunehmen.

  • ...


... ich bin gespannt, was euch noch für beispiele hierzu einfallen!