Sonntag, 23. Dezember 2007

Endlich Ferien

  • Als die Kinder am Freitag mittag nach Hause kamen, brachen sie mit Öffnen der Haustür in einen minutenlangen Jubel-Schrei-Tanz aus. Danach geisterten sie eine Viertelstunde etwas ziellos durchs Haus und konnten sich gar nicht recht entscheiden, was sie mit der wiedergewonnenen Selbstbestimmung über ihre Zeit zuerst anfangen sollten. SimsCity-Städteplanung spielen? Die neue Erweiterung zum Gesellschaftsspiel "Siedler von Catan?" Fußballspielen im Garten? Oder auf der Straße? Oder auf dem Fußballplatz? Oder lesen? Oder gleich zu Freund K. rüber?
  • Sie entschieden sich dann für Fußball, und eine Stunde später brachten wir sie samt Bettdecken zu ihrem Freund, weil wir den Rest des Nachmittags und Abends mit unserem letzten Konzert vor Weihnachten abwesend waren. Moritz wurde dann von einem Mit-Posaunisten abgeholt zur letzten Probe des Posaunenchores inklusive Weihnachtsfeier. Um 22.30 kam er zeitgleich mit uns strahlend nach Hause - er hatte sich am üppigen Buffet gelabt, mit seinem eigenen Salatbeitrag Lob geerntet und die meiste Zeit mit zwei anderen Kindern in einem Nebenraum mit einem alten Portemonnaie Fußball gespielt. "Die sind so nett, Mama, und stell dir vor, ich habe sie neulich beim Fußballturnier auch getroffen, wir spielen im selben Verein, aber sie sind schon 13 und 15!"
  • Die Mutter dieser Kinder kommt aus Togo, im Frühling ist der Posaunenchor, leider ohne Moritz, nach Togo gefahren, und Moritz brennt darauf, beim nächsten Mal mitkommen zu dürfen. So viel zum Thema Integration und gelebte "Toleranz", die unsere Kinder angeblich ja nur in der Schule lernen können. (Moritz würde allerdings gar nicht verstehen, was ich meine, wenn ich ihm was von Toleranz erzählen würde. Wenn man zusammen aus freien Stücken Posaune und Fußball spielt, ist keinerlei Toleranz für andere Hautfarbe oder "Migrationshintergrund" erforderlich, höchstens für falsche Töne ;-))
  • Wir brachten ihn dann noch zu Freund K., am Samstag vormittag kehrten die Beiden vergnügt von dort zurück. Moritz hustet zwar noch wüst (nach fast zwei Jahren ohne Husten...), aber das aggressive Gemache haben sie schon fast ganz wieder abgelegt. Heute vormittag hörte ich mit, wie Moritz mit Thomas "verdoppeln" übte, ausgehend von 1. Bei der Verdoppelung von 2048 brauchte Thomas eine Weile und mehrere falsche Ergebnisse, aber Moritz sagte jedes Mal nur freundlich "Nein, aber schon fast richtig!" Ich hätte nie so viel Geduld gehabt, es dauerte Minuten der knirschenden Stille, bis Thomas mit "4096" herausrückte. Einfach nur so, aus Spaß.
  • Einen Vorteil hat die Schule gehabt: Thomas hat kleine Weihnachtsgeschenke (Bilder) für alle diesbezüglich relevanten Verwandten produziert. allerdings hat er das sonst von zu Hause aus auch getan. Moritz hat statt dessen heute die ja überwiegend von ihm gebackenen Weihnachtsplätzchen schön eingepackt. Seine Lehrerin hat ihm übrigens am letzten Tag gesagt, sie sei zufällig auf den Blog seiner Mutter gestoßen und was da berichtet werde über seine Schulerlebnisse, könne gar nicht stimmen, "so etwas" würden ihre Kinder nie tun. Diese Reaktion kann ich gut verstehen, aber Kinder untereinander sind wirklich eine Welt für sich, in dem Buch "Unsere Kinder brauchen uns" von Gordon Neufeld wird das bestens erklärt. Dort wird eine Geschichte berichtet, bei der 1997 die vierzehnjährige Reena Virk in British Columbia (Kanada) von ihren gleichaltrigen Schulkameradinnen misshandelt und ertränkt wurde, während zahlreiche andere Jugendliche tatenlos zusahen. Tagelang erfuhr kein Erwachsener von diesem Mord, und niemand hätte diesen eigentlich ganz normalen Teenagern etwas so Entsetzliches zugetraut.
  • Morgen werden wir zuerst gemeinsam den Weihnachtsbaum schmücken, den Tilman und die Kinder in einem Garten hier in der Nähe ausgesucht und geschlagen haben (natürlich mit Erlaubnis und gegen Entgelt). Dann werden wir zuerst Thomas' Chorgesang im Weihnachtsgottesdienst lauschen und dann nahtlos Moritz zu seinem Posaunenchor-Weihnachtsgottesdienst bringen.
  • Und dann werde ich ein paar Tage offline gehen und erst Anfang Januar wieder hier schreiben. In dieser Zeit werden wir in aller Ruhe darüber beraten, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll. Das tun in diesem Jahr viele Homeschoolfamilien, denn der von dem BGH-Urteil ausgelöste Druck macht sich bereits im Vorgehen einzelner Behörden bemerkbar. Gleichzeitig habe ich gestern erfahren, dass wohl demnächst in Kanada erstmals eine deutsche Homeschoolerfamilie aufgrund der Verfolgung durch die deutschen Behörden politisches Asyl erhalten wird. Ist das nicht peinlich und traurig für unser Land?

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Vorletzter Schultag

  • Moritz hat wieder seinen Husten und seinen Stirnhöhlen-Dauerschmerz - es ist wie eine Erinnerung, ich hatte schon ganz vergessen gehabt, dass er früher, als er noch zur Schule ging, fast durchgängig gehustet hat. Er sieht bleich und elend aus. Gestern erzählte er Thomas von den tollen Witzen, die in der Schule auf seine Kosten gemacht werden: "Was macht ein Schulschwänzer zwischen lauter Kackwürsten im Klo? Er verteidigt sein Vaterland. - Was macht ein Schulschwänzer in der Kanalisation? Er sucht seine Freunde. - Was ist ein Schulschwänzer auf der Rutsche? Flitzkacke." Es ist wie im Lehrbuch zu sehen, dass er die Wahl hat, sich sein offenes Herz zu bewahren und unterzugehen oder "zuzumachen", ebenso cool zu werden. Natürlich könnte er diese Anpassungsleistung vollbringen, aber er will gar nicht so werden, es quält ihn, sich auf dieses Niveau zu begeben.
  • Dafür wollte Thomas gestern morgen nichts trinken. "Ich will da nicht aufs Klo gehen müssen!" Wieso nicht, was ist denn? "Wegen meiner langen Haare sagen sie, ich muss aufs Mädchenklo und darf bei ihnen nicht rein." Schon vor einigen Tagen wollte er SOFORT zum Friseur, um sich die Haare abschneiden zu lassen. "Mama, ich kann es nicht mehr ertragen, ständig meckern sie an meinen Haaren rum!" Sie sind die anderen Kinder. Komisch, auf der Waldorfschule gibt es mehrere Kinder mit langen Haaren, das sind wohl schulindividuelle Moden. Der jeweilige Anpassungsdruck scheint immens zu sein. Allerdings war das am Sonntag, und am Montag hatte Thomas sich schon überlegt, dass ja bald Weihnachten ist und er das jetzt noch durchhält.
  • Heute morgen erzählte Moritz mir, er habe scheußlich geträumt: "Ich ging durch die Stadt und verlor erst meine Jacke, dann meine Mütze, meine Handschuhe, sogar meine Schuhe. Dann lief ich da barfuß durch die Kälte und musste immer im Slalom den Kotze-Pfützen der anderen Leute ausweichen."
  • Abends, wenn wir den Tag besprechen ("Was war heute blöd? Was war schön? Schlecht gelungen? Gut gelungen? Und morgen?"), beklagen beide Kinder 1) die Brutalität der anderen Kinder 2) die Langeweile und 3) dass sie zu Hause nur noch so wenig Zeit haben. Thomas hat in den ersten zwei drei Tagen noch versucht, abends schnell ein bisschen an seinem aktuellen Comic weiterzumalen, aber inzwischen malt er nicht mehr - "Mama, in dem bisschen Zeit bis zum Abendbrot fällt mir nichts ein." Moritz berichtete, er habe in der Schule heimlich gelesen, drei Kapitel Tintenblut, nachdem er seine Englischvokabeln abgeschrieben hatte. Und die Deutscharbeit habe er wohl versägt, weil er von den grammatikalischen Bezeichnungen wie Komparativ und Superlativ und so weiter viele nicht kannte.
  • Beide Kinder sind ziemlich gereizt und aggressiv, auch untereinander. Offenbar müssen sie diese ganzen Äußerungen irgendwie loswerden und das eben auch mal alles sagen, in dem Tonfall und mit dem Ellenbogen dazu, besonders Moritz, der wohl mehr zu ertragen hat oder weniger Gelassenheit aufbringt. Meist kommt beim Abendbrot ein Punkt, wo einer von uns sagt: "Hallo, Schalter umlegen! Wir gehen hier anders miteinander um!"
  • Neulich sagte Thomas so nebenbei ohne besonderen Anlass zu mir: "Ey Alte, ich knall dich ab!" Ich schaute verblüfft, und er schaute auch ganz verwundert, was ihm da so aus dem Mund gefahren war. Dann lächelte er entschuldigend und sagte: "Ähm, Mama, weißt du, in der Schule muss man so sein. Wenn jetzt Ferien sind, sag ich sowas noch ein oder zwei Tage aus Versehen und dann nicht mehr."
  • Beide Kinder nehmen nach wie vor ihre Tischtennisschläger und einen Ball mit und treffen sich in den Pausen, um miteinander Tischtennis zu spielen, umlagert von vielen anderen Kindern, die auch spielen wollen, aber keine Schläger und Bälle haben. Anfangs haben Moritz und Thomas den Bitten nachgegeben und die anderen spielen lassen, mussten aber feststellen, dass sie dann überhaupt nicht mehr selber spielen können, weil sie die Schläger erst zurückkriegen, wenn die Pause um ist. Wie sie es jetzt machen, weiß ich gar nicht.
  • Insgesamt ist der Lerneffekt sehr hoch, nur, ebenfalls wie im Lehrbuch, die Lehrer spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Der eigentliche Stoff hat mit Englisch, Deutsch, Mathe etc. nichts zu tun und wird von den Mitschülern vermittelt. Er lautet: "Du musst so sein wie die anderen, darfst nicht auffallen. Das Leben ist hart und brutal, was du denkst und fühlst, versteck lieber. Sei cool, sonst wirst du fertiggemacht."
  • Und das ist eine Modellschule, die uns von Anfang an durch die besonders freundliche Atmosphäre aufgefallen ist, bei der Kinder, die uns im Flur begegnen, freundlich-interessiert grüßen und bei der vieles viel besser läuft als anderswo. Ich vermute, dass Erwachsene nur einen winzigen Bruchteil dessen mitbekommen, was sich unter Schülern abspielt. Unter den Schülern, sowie sie unter sich sind, etabliert sich der kleinste gemeinsame Nenner dessen, was viele Kinder offenbar zu Hause gelernt haben: Beschimpfungen, Drohungen und körperliche Gewalt.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Viele Besucher

  • Donnerstag: Übrigens haben bis eben 3.859 User diesen Blog hier besucht, davon 1589 mehrmals, zu mehr als einem Drittel über zehnmal! Knapp 85 % dieser Besucher kommen aus Deutschland, die 15 restlichen % aus 18 anderen Ländern, hauptsächlich USA, Schweiz, Österreich, Frankreich und "Unknown". Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse!
  • Seit gestern radeln die Kinder nachmittags allein zurück, als ich sie heute morgen hinbegleitete - im Dunkeln mit all dem Morgenverkehr und etlichen Straßenüberquerungen traue ich Thomas' Verkehrskünsten doch nicht so ganz über den Weg - wäre ich fast wüst vom Rad gestürzt. Mitten auf dem herrlichen Spazierweg am Schloss entlang war der Weg durch den starken Regen unterspült und wies riesige, tiefe Löcher auf. Im Dunkeln sah man das kaum. Moritz fuhr vor, hielt an, und ich war so damit beschäftigt, ihn anzugiften, warum er plötzlich ohne Vorwarnung anhalte, dass ich nicht auf den Weg achtete. Dass er einen triftigen Grund haben könnte, habe ich gar nicht erst unterstellt, typisch Mama.
  • Heute sprudelte Moritz gleich los: René hat Thomas ins Auge gepiekst, so dass er geheult hat. Voll eklig, er "küsst" seinen Finger und legt ihn dann den anderen Kindern irgendwo ins Gesicht, dabei hat er dann wohl mal eher versehentlich das Auge getroffen. Thomas nickte verlegen und konzentrierte sich dann darauf, schnell was zu essen, denn nach einer Viertelstunde zuhause mussten beide schon wieder los zu Fußballtraining und Comiczeichenkurs. Und wie wars bei dir, Moritz? "Sie mucken mich halt." - "Immer noch wegen Homeschooler?" - "Klar. Sie gehen an mir vorbei und rammen mir dabei den Ellbogen irgendwohin. Das tut manchmal ganz schön weh!" Gestern hatte Moritz noch erzählt, dass sie ihn beim Ellbogenkicken fragen würden "Schulschwänzer, ey Alter, warum schwänzt du denn die Schule?" - Und was hast du gesagt?" - "Ich hab gesagt: Ey Alter, siehst du nicht, dass ich hier bin? Was hast du denn, ich bin doch da?!" Tonfall, Stimme, Gestik und Mimik perfekt, so dass wir alle schallend lachen müssen. Immerhin können beide Kinder noch darüber lachen, aber es erfordert sicherlich ziemlichen Mut, sich jeden Tag wieder auf diese Aggressionen einzulassen. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jeden Tag davon ausgehen, dass mir am Arbeitsplatz jemand den Ellbogen in den Magen rammt oder den Spuckefinger ins Gesicht schmiert - puh!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Noch 7 Tage bis zu den Weihnachtsferien...

  • Wir ermuntern die Kinder, aus diesen paar Tagen das Beste zu machen und sich so gut es geht auf die Schule einzulassen. Das gelingt Thomas, der ja nur wenige Wochen seines Lebens in einer Schule war, mit mehr Gelassenheit als Moritz. Thomas klagt eigentlich nur über Langeweile ("wir machen so wenig Unterricht! Und ständig sind Pausen oder Frühstück oder im Kreis sitzen und reden. Und dann liest sie vor und wir müssen sagen, was dringestanden hat, das ist soo langweilig! Und dann mussten wir auf Arbeitsblättern beantworten, ob man mit einem Bus a) fahren, b) fliegen oder c) zeichnen kann und solche Sachen, Mama, in der 3. Klasse!! Für wie blöd halten die uns eigentlich?") und Brutalität ("Mama, ich kann da gar nicht hinschauen und denk dann immer nur, wo bin ich hier bloß gelandet!") Er berichtete gestern, er habe von 26 Rechenaufgaben alle richtig gehabt, und erzählte fasziniert von einem kleinen Mitschüler namens René, der die ganze Zeit stört, Sachen kaputtmacht und Kinder angreift, auch ihn ("aber Max und Elias haben mir geholfen").
  • Moritz empfindet den Druck der Klassenkameraden stärker, er muss jetzt morgens genau überlegen, was er anziehen kann, ohne ausgelacht zu werden (seine vielen fröhlich-roten Pullover zum Beispiel gehen offenbar gar nicht, und hinreichend unansehnliche dunkle Kapuzensweatshirts mit Aufdruck hat er nur eins, da reibt er jetzt morgens die Flecken heraus, um es wieder anziehen zu können).
  • Im Rechentest war er wieder Zweitbester der Jahrgänge 5+6 und merkt, dass er durch seine fehlende Schreibübung gehandicapt ist, weil er einfach länger braucht, um die Zahlen hinzuschreiben. ("Ich hab alle Aufgaben gerechnet, aber in 8 Minuten, der Beste war nach 3 Minuten fertig!") In Englisch kennt er die verlangten Vokabeln nicht ("Mama! Alle Wörter beziehen sich nur auf die Schule! Schreibetui, Tafel, Kreide, Füller, Schreibheft und sowas! " Oje, die kenn selbst ich als professionelle Übersetzerin nicht alle auf Anhieb. Kommt halt im richtigen Leben selten vor.) und ärgert sich, dass seine Fähigkeit, Sätze zu verstehen ihm nichts nützt, sondern es nur um die Vokabeln geht. Wir versuchen, ihm klarzumachen, dass er nicht der Beste sein muss und es doch klar ist, dass er diese Vokabeln halt jetzt nicht kennt, aber er ist ehrgeizig und will zeigen, dass er als Freilerner nicht blöd ist.
  • Heute morgen wollte Moritz zunächst nicht frühstücken. "Um 9 ist in der Schule schon wieder Frühstück, und dann habe ich einfach noch keinen Hunger wieder. Aber wenn sie immer sehen, dass ich nichts zum Frühstück esse, denken sie bestimmt, ich bin doch magersüchtig, und dann nehmen sie uns das Sorgerecht weg..." Die Verdächtigung des Sportlehrers, er sei magersüchtig, hat ihn offenbar nachhaltig beeindruckt. Wir konnten ihn aber beruhigen, so dass er dann doch was aß.
  • Beide Kinder jammern, weil nach der Schule ruckzuck schon Abend ist und sie kaum dazu kommen, ihre eigentlichen Projekte weiterzuverfolgen. Sie zählen die (Schul-)Tage bis zu den Ferien. Wir auch.

Montag, 10. Dezember 2007

Beugen statt brechen

  • So macht es ja die Natur - Gräser wie Bäume geben dem Wind nach, ohne ihren Standpunkt zu verlassen, und vermeiden so, sich brechen zu lassen. Angesichts von 7500 Euro Zwangsgeld plus der massiven Drohungen mit weiteren Zwangsmaßnahmen verbringen unsere Kinder den heutigen Tag in der Schule.
  • Wohlmeinende Freunde schrieben uns zwar, wir sollten doch durchhalten, denn "jetzt vor Weihnachten" würden die Behörden doch sowas Unweihnachtliches wie Erzwingungshaft, polizeiliche Zuführung, Sorgerechtseinschränkung oder "Fremdplatzierung" nicht machen. Dazu kann ich nur sagen: Welcher Zeitpunkt ist für solche Sachen geeigneter als eine Zeit, in der fast alle Leute damit beschäftigt sind, Geschenke zu kaufen und sich in gemütliche Stimmung zu bringen? Wer will diese Feststimmung mit hässlichen Berichten über hässliche Dinge stören? Man betrachte nur mal, welche Gesetze während der Fußballweltmeisterschaft im letzten Sommer still und leise verabschiedet wurden, während das ganze Land in fröhlicher Feierlaune war. Und warum ist die parlamentarische Lesung und Debatte zur Änderung des Gentechnikgesetzes neulich auf die Zeit zwischen 3 und 4 Uhr morgens gelegt worden? Sicher nicht, weil diese Gesetzesänderung doch niemanden interessiert!
  • Heute morgen war Moritz extrem unleidlich, giftig und aggressiv. Zuerst sagte ich ihm: "Du brauchst jetzt nicht auf diese Weise deutlich zu machen, dass du nicht zur Schule willst, das wissen wir, und wir vergessen es auch nicht, wenn du jetzt gelassen damit umgehst." Als es dann nicht besser wurde, sagte ich: "Darf ich dich daran erinnern, dass diejenige, die du jetzt so angiftest, sich seit zwei Jahren mit erheblichem Aufwand dafür einsetzt, dass du nicht zur Schule musst? Falsche Adresse!" Moritz grinste und sagte "War nur'n Test, Mama, zum Üben für gleich, wenn die mich wieder alle anmucken!" und hörte auf zu giften.
  • Thomas weinte nochmal bitterlich, als ihm klar wurde, dass heute Schulschwimmen ist - "Da müssen wir immer so lange anstehen und warten und dürfen nur ins kalte Becken, und dann friere ich so furchtbar!". Eigentlich sind beide Kinder Wasserratten und trainieren seit Monaten für das jeweils höhere Schwimmabzeichen und springen wie die Weltmeister, gestern waren sie gerade mit Papa schwimmen , privat können sich die beiden dünnen Heringe allerdings immer wieder zwischendrin im warmen Solebecken aufwärmen und müssen nur warten, wenn sie für die Rutschen anstehen.
  • Unterwegs - es regnete und war stockfinster, und ich erlaubte mir den Luxus, sie hinzufahren, zumal die Radwege unterwegs in einem grauenvollen, lebensgefährlichen Zustand sind oder ganz fehlen - lachten sie darüber, dass sie heute wieder würden aussuchen dürfen, mit wem sie sich in Zweierreihe aufstellen, um zum Mittagessen zu gehen ("Mama, das sind gerade mal 50 Meter und IN einem Gebäude!").
  • Sag noch einer, unsere Kinder haben keine Wahl. Sie dürfen doch wählen, mit wem sie sich in Zweierreihen aufstellen! Gehört vermutlich zur Erziehung in Demokratie. Nein nein, ich weiß schon und verstehe auch, dass es eine Maßnahme ist, um den Lärmpegel erträglich zu halten. Demokratie lernen sie wann anders. Wann und wie? Naja. Mehr theoretisch halt, in Gemeinschaftskunde, und natürlich noch nicht in der Grundschule. Warum nur fällt mir dabei "Harry Potter und der Orden des Phönix" ein, wo "Verteidigung gegen die dunklen Künste" auch nur theoretisch gelehrt werden darf, weil ja eine reale Bedrohung (angeblich) nicht existiert?
  • In unserem Teenager-Befreiungs-Handbuch, das in wenigen Tagen endlich in Druck gehen wird (man kommt ja zu nichts!), gibt es einen herrlichen Satz: "Ich ging zur Freien Schule XY. Mag ja sein, dass die Schule frei war, aber ich war jedenfalls drin eingesperrt." Die vielen bewegenden Schilderungen aus dem Alltag von Hunderten von Home- und Unschoolern in diesem Buch haben uns in den vergangenen Wochen unglaublich gestärkt, insofern war es genau richtig, dass wir es gerade jetzt zum Druck vorbereiten mussten.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Neue Zwangsgelder - jetzt sind wir bei 7500 €

Tja, das war eine kurze Atempause! Heute erreichten uns die bekannten gelben Umschläge ("Förmliche Zustellung") - obwohl die bisherigen 4500 € Zwangsgeld ja noch gar nicht eingetrieben werden konnten und die Freigabe der Konten zu signalisieren schien, dass dieser Versuch, vielleicht aufgrund der massiven Proteste, nicht weitergetrieben werden sollte.

Das heißt, es handelt sich inzwischen um Zwangsgelder in Höhe von insgesamt 7500 €. Falls unsere Kinder ab dem 10. 12. 2007 nicht regelmäßig die Schule besuchen, werden, so heißt es im Behördenschreiben, "weitere Zwangsmittel, die zur Sicherung des Schulbesuchs Ihrer Kinder Anwendung finden" eingeleitet werden.

Unser Anwalt wird sofort gegen dieses Zwangsgeld, wie auch gegen alle bisherigen Zwangsgelder geschehen, Widerspruch einlegen. Wir sind angesichts unserer Einkommensverhältnisse ebensowenig in der Lage, 7.500 € zu bezahlen wie 4.500. Die Eintreibung dieses Zwangsgeldes kann nur geschehen, indem unser Einkommen über viele Monate hinweg gepfändet wird, während wir von HartzIV leben (sofern uns das bewilligt würde) oder indem wir unser 90qm-Häuschen per Zwangsversteigerung verlieren. Und das alles, um die Erteilung einer Genehmigung zu vermeiden, die in einem Einzelfall die modifizierte Form der Schulpflichterfüllung ermöglicht, wie bereits mit nachweislich gutem Erfolg durchgeführt.

Wie heißt es im Schreiben? "Die Anordnung der sofortigen Vollziehung liegt im überwiegenden öffentlichen Interesse und im Interesse Ihrer Kinder."

Übrigens gibt es jetzt unter http://www.secret.tv/artikel4925745/Familie_Neubronner_Schulverweigerung einen ausführlichen (23 Minuten) Zusammenschnitt der Pressekonferenz, die wir gemeinsam mit unserem Anwalt Matthias Westerholt am Freitag 23.11. 2007 gegeben haben. Der Beitrag ist gebührenpflichtig (ca.3 €), dafür sind in 20 Minuten sehr viele relevante Informationen und Argumente zusammengefasst.

Wir haben ein vergnügtes Wochenende plus Montag hinter uns und schon 4 Sorten Weihnachtsplätzchen gebacken, Moritz in vorderster Front. Am Sonntag haben wir nach Leibeskräften Adeventsmusik gemacht, Moritz mit Posaune, ich mit Flöte, Tilman hat gesungen, Kalle und unser Freundin Mira haben Gitarre gespielt und gesungen, Thomas hat mit Darmgrippe schlaff auf Tilmans Schoß gesessen und leise mitgesungen. Heute gehts ihm wieder gut. Gestern hat Moritz außerdem ganz allein Milchreis gekocht, und Thomas hat verkündet, dass es jetzt noch ein gutes Jahr dauern wird, bis sein neues Comic fertig ist. "Ich habe beschlossen, dass ich jetzt an jedem Bild ganz lange male, richtig wie ein Gemälde, dann schaffe ich nur zwei Bilder pro Tag." Moritz übt im Moment buchstäblich stundenlang jeden Tag Posaune - am 16. ist Weihnachtliche Bläsermusik mit seinem Orchester, da will er alles mitspielen.

Samstag, 1. Dezember 2007

Briefwechsel mit dem deutschen Botschafter

Hier ist der Brief des südafrikanischen Homeschool-Verbandes an den deutschen Botschafter in Pretoria und die Antwort. Ein Meisterwerk der präzisen Nachfrage und ein Meisterwerk der ausweichenden Antwort.
Hier also die Anfrage:

Abs:
Association for Homeschooling
Postnet 165
Private Bag X855
0001
Tel.
(082) 907 9696 / Fax. 0866577216
Email :
contact@sahomeschoolers.org

TO:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
P.O. Box
2023
Pretoria
0001
Fax: (012) 343 3606
Email: germanembassypretoria@gonet.co.za

Sehr geehrter Herr Haack!
Die Association for Homeschooling hat in der Vergangenheit zweimal an die Deutsche Botschaft geschrieben und außerdem ein Telefongespräch mit Herrn Dr. Bodo Schaff geführt. In unserem Brief vom 13/1/2005 machten wir Sie darauf aufmerksam, dass Homeschooling erwiesenermaßen ein Erfolgsweg ist und die südafrikanische wie internationale Gesetzgebung das Recht von Eltern anerkennt, ihre eigenen Werte an ihre Kinder weiterzugeben. Dieselben Punkte wurden in unserem Brief vom 4.12.
2006 erneut angesprochen.

Presseberichte, die der Association for Homeschooling vorliegen, lassen darauf schließen, dass die Bundesregierung die Verfolgung homeschoolender Eltern intensiviert hat und sich zunehmend in Widerspruch zur internationalen und europäischen Gesetzgebung stellt. Auch scheint die Deutsche Regierung ihre Verfolgung des Homeschoolings auf Bürger anderer Länder ausgedehnt zu haben.

In diesem Zusammenhang verfolgt der vorliegende Brief einen zweifachen Zweck:

1) Wir möchten die Haltung der Bundesregierung zum Thema Elternrechte besser verstehen.

2) Wir möchten klären, welchen Rat die Association for Homeschooling Eltern geben soll, die einen längeren Besuch in Deutschland planen.

Besseres Verständnis:

In seiner Antwort auf unseren Brief im Jahr 2006 machte Dr. Bodo Schaff folgende Aussagen:

· “Täglicher Kontakt mit anderen Schülern aus allen Lebensbereichen fördert Toleranz, ermutigt den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Kulturen und hilft Schülern, verantwortliche Bürger zu werden.“

· “Die Öffentlichkeit hat ein legitimes Interesse daran, der Entstehung von Parallelgesellschaften entgegenzuwirken, die auf Religion oder durch abweichende Weltsichten entstehen, und Minderheiten in die Gesamtbevölkerung zu integrieren.”

Um diese Aussagen besser verstehen zu können, bitten wir höflich um Antwort auf folgende Fragen:

A) Aus welchen empirischen Forschungsergebnissen schließt die Deutsche Bundesregierung, dass Kinder eine Schule besuchen müssen, um Toleranz, Dialogfähigkeit und staatsbürgerliche Verantwortung zu lernen?

B) Aus welchen empirischen Forschungsergebnissen schließt die Bundesregierung, dass Homeschooler die oben genannten Qualitäten nicht genauso gut wie oder besser als institutionalisierte Schüler erwerben?

C) Auf welche rechtliche, philosophische oder moralische Grundlage gründet sich der Machtanspruch des deutschen Staates, der Entstehung von Parallelgesellschaften durch die Anwendung von Gewalt (wie gegen Homeschool-Eltern ausgeübt) entgegenzuwirken, um Minderheiten in die vom Staat definierte Mehrheitskultur zu integrieren?

D) Wie rechtfertigt die deutsche Bundesregierung ihre materielle und moralische Unterstützung für Deutsche Schulen und deutsches Homeschooling in Südafrika und seinen Nachbarländern angesichts der Unterdrückung entsprechender Bildungsmöglichkeiten auf deutschem Territorium?

E) Was versteht die Deutsche Bundesregierung unter Religionsfreiheit, wenn der deutsche Gesandte es für vertretbar hält, “die religiösen Überzeugungen der Familie in Einklang mit der unabänderlichen Notwendigkeit des Schulbesuchs zu bringen“?

F) In welchem Ausmaß beabsichtigt die Deutsche Bundesregierung, die Europäische und internationale Gesetzgebung zu berücksichtigen, nach der Kinder das Recht haben, eine Bildung der Religion/Philosophie und den Traditionen ihrer Familie gemäß zu erhalten, und Eltern das Recht, eine Bildung für ihre Kinder zu wählen, die in Einklang mit ihren eigenen Überzeugungen steht?

Rat an südafrikanische Eltern

Da die unten genannten Presseberichte deutlich machen, dass die Deutsche Bundesregierung ihre Verfolgung homeschoolender Familien auf in Deutschland ansässige ausländische Eltern ausgeweitet hat, ist es wichtig, dass südafrikanische Homeschool-Eltern über die Risiken informiert werden, die mit einem in Erwägung gezogenen längeren Besuch Deutschlands verbunden sind. Zur Unterstützung der Homeschooling Association bei dieser Aufgabe bitten wir höflich um die Beantwortung folgender Fragen:

G) Welche Rechte haben südafrikanische Homeschool-Eltern in Deutschland hinsichtlich der Bildung ihrer Kinder?

H) Welche Unterlagen sollten südafrikanische Homeschool-Eltern zu einem Aufenthalt in Deutschland mitnehmen, um ihre Rechte deutlich zu machen, sofern solche Rechte existieren?

I) An wen können südafrikanische Homeschool-Eltern sich in Deutschland wenden, wenn ein uniformierter Staatsbediensteter ihre diesbezüglichen Rechte, sofern solche Rechte existieren, verletzt?

Wenn Sie es für nützlich halten, ist die Association for Homeschooling gern bereit, die Deutsche Botschaft aufzusuchen und einen Dialog zu führen, um mögliche Missverständnisse zwischen der südafrikanischen Homeschool-Gemeinschaft und der deutschen Bundesregierung aufzuklären.
Mit freundichen Grüßen
Bouwe van der Eems

(Vorsitzender der Association for Homeschooling)

Und hier die Antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich beantworte Ihre Email bezüglich der Schulbesuchspflicht in Deutschland. Über das hinaus, was Ihnen bei früheren Anlässen erläutert wurde, möchte ich Ihnen gern zusätzliche Informationen zugänglich machen und gehe davon aus, dass diese Ihre Frage beantworten.


Gemäß Grundgesetz Artikel 7 steht das gesamte Schulsystem unter der Aufsicht des Staates und stellt so sicher, dass die Regierung jedem Bürger Bildung zugänglich macht. Wie Dr. Bodo Schaff erwähnt hat, mag Homeschooling genauso effektiv sein im Hinblick auf Testergebnisse. Es ist jedoch wichtig zu berücksichtigen, dass die Schule nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Sozialverhalten.
Der tägliche Kontakt mit anderen Schülern aus allen Lebensbereichen fördert Toleranz, ermutigt den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Kulturen und hilft Schülern, verantwortliche Bürger zu werden.


Tatsächlich ist Homeschooling nicht vollkommen verboten, denn es gibt bestimmte Ausnahmen für Schüler mit bestimmten Behinderungen und für Kinder, die krankheitsbedingt längere Schulausfallzeiten erleiden oder in Gegenden leben, wo ein regelmäßiger Schulbesuch nicht ermöglicht werden kann.
Das Bildungsniveau öffentlicher Schulen in Deutschland ist hoch, und in fast allen Landesteilen sind Schulen in zumutbarer Nähe zu erreichen.
Das Bundesverfassungsgericht hat diese Gesetze in mehreren Fällen bestätigt ( zuletzt am 20.7.2006), als gegen Homschool-Eltern vorgegangen wurde, und ausgeführt, dass es das verfassungsgemäße Recht und die Pflicht der Deutschen Bundesregierung sowie das legitime Interesse der Öffentlichkeit ist, der Entstehung von Parallelgesellschaften entgegenzuwirken, die auf Religion oder durch abweichende Weltsichten entstehen, und Minderheiten in die Gesamtbevölkerung zu integrieren. Die Schulbesuchspflicht ist als der richtige Weg angesehen worden, die Erziehungsauftrag zu erfüllen, dieser umfasst auch das Sozialverhalten.


Die Einschränkung der persönlichen Freiheit der Eltern ist angemessen, weil der Einfluss, den sie außerhalb der Schule haben, vom Gericht als ausreichend angesehen wird. Im Hinblick auf Ihre Frage, was südafrikanischen Homeschool-Eltern berücksichtigen sollten, wenn sie Deutschland für länger Zeit besuchen, so sollten diese Eltern wissen, dass Schulbesuch in Deutschland verpflichtend ist, abgesehen von den oben erwähnten Ausnahmen. Es ist ein Prinzip des Internationalen Rechts, dass jede Person, die den Einflussbereich eines Landes besucht, der Rechtsprechung dieses Landes unterworfen ist. Dasselbe gilt natürlich auch für Deutsche, die nach Südafrikareisen oder dorthin umziehen.
Ich hoffe, dass diese Erläuterung Ihnen hilft, dass deutsche System der Schulbesuchspflicht besser zu verstehen. Im Prinzip existieren auf der Welt verschiedene Regelungen im Hinblick auf private und öffentliche Schulen und auf das Homeschooling nebeneinander und unterscheiden sich in ihrem gesellschaftlichen und geschichtlichen Bezug. Sie sind Bestandteil der souveränen Rechte der Völker und Nationen, auf diesem Gebiet Gesetz zu erlassen. Solange weder das deutsche Bundesverfassungsgericht, noch der Europäische Gerichtshof noch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden haben, dass diese Gesetze eine Verletzung (grundlegender) Rechte darstellen, müssen diese Gesetze genauso respektiert werden wie jedes andere Gesetz. Dies mag unerwünscht sein, ist aber ein Ergebnis des demokratischen Prinzips.

Zusätzlich gebe ich Ihnen die Kontaktadresse des deutschen Bildungsministeriums:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Dienstsitz Bonn
Heinemannstr. 2
53175 Bonn
Telefonnummer: 0228/9957-0
Faxnummer: 0228/9957- 83601

Hochachtungsvoll,
Andreas Haack
Botschaftsrat
Leiter der Kultur-Abteilung

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
180 Blackwood Street, Arcadia 0083
P.O. Box 2023, Pretoria 0001
South Africa

Tel: +27-12-4278906
Fax: +27-12-3433606
E-mail: ku-1@pret.diplo.de


Bilder vom südafrikanischen Protest










Fotos von der Mahnwache vor der Deutschen Schule in Pretoria. Die englischen Plakate zum Thema Polizeieinsatz und Zwangspsychiatrisierung beziehen sich vor allem auf Fälle wie den von Melissa Busekros.
Was die südafrikanischen Homeschooler offenbar besonders erbost, ist die Tatsache, dass die Deutschen in Afrika durchaus das Recht für sich in Anspruch nehmen, mit eigenen Schulen, Kindergärten und Fernschul-Empfehlungen "Parallelgesellschaften" zu bilden, dies jedoch Ausländern in Deutschland und ihren eigenen Bürgern im Inland verweigern. Außerdem stützen homeschoolende Familien sich auf internationale "Evidence", also wissenschaftliche Beweise für die Güte dieser Bildungsform, die deutschen Behörden jedoch offenbar allein auf "prejustice", Vorurteile. Das ist ja auch der Punkt, an dem wir immer wieder schier verzweifeln. Was haben wir der Bremer Bildungbehörde schon stapelweise Studienergebnisse etc. vorgelegt, immer in dem Gefühl "Daran können sie nicht vorbei". Doch, können sie, indem sie einfach jede inhaltliche Diskussion konsequent verweigern. Wie lange noch?

Thomas beim Bürgermeister und Protest-Kundgebung in Südafrika


  • Unter http://www.bremen-memorial.org/ steht jetzt ein Bericht über die Protestkundgebung von gestern im Netz. Die südafrikanischen Homeschooler entfalten eine große Aktivität, um uns zu helfen, haben den deutschem Botschafter kontaktiert, eben diese extra Seite für uns angelegt und wollen sich nicht nur an die politischen Entscheidungsträger wenden, sondern auch an international tätige Firmen, die in Südafrika und Deutschland vertreten sind und ein Interesse daran haben, dass südafrikanische Mitarbeiter, die ihre Kinder frei bilden, bereit sind, auch mal eine Zeit in Deutschland zu arbeiten, ohne gleich das Sorgerecht zu riskieren.
  • Im Telefongespräch teilte mir der Vorsitzende der südafrikanischen Homeschooler-Association Bouwe van der Eems mit, dass es in Südafrika geschätzte 50.000-100.000 Homeschooler gibt - da sie nicht registriert werden, weiß das niemand so genau. Unter dem Apartheid-Regime war Homeschooling verboten, von Nelson Mandela wurde es dann 1996 erlaubt. Auf der Homepage kann man auch eine Petition unterschreiben. Toll!
  • Wir geraten derweil in den ganz normalen Adventsstress - Moritz muss zu den Proben und Weihnachtskonzerten seines Blechbläserorchersters (und zu den vorweihnachtlichen Fußballevents), Thomas zu den Weihnachtsaktivitäten des Knabenchores , Tilman hat ständig Domchorproben, und ich bin mit der Bassflöte in Bremen-Nord unterwegs.
  • Am Donnerstag hat Thomas beim Bürgermeister gesungen und war prompt in der Zeitung zu sehen. "Mama, ich hab mir das ganz anders vorgestellt, ich dachte, wir singen da so auf dem Flur für den Bürgermeister in seinem Büro, aber es war ein großer Saal mit ganz viel Publikum." Moritz hatte Thomas empfohlen, den Bürgermeister doch mal darauf anzusprechen, dass er ihm und seinem Bruder das freie Lernen erlauben soll - "aber das ging nicht, Moritz, der hat nach dem Singen nur gesagt "Das war Spitze", und dann mussten wir wieder rausgehen." (Stille Erleichterung bei Muttern, denn aus Zeitgründen war Thomas zwar mit vorschriftsmäßigem weißem Hemd, aber ungekämmt und ungewaschen mit Jeans losgestürzt, und eine hilfreiche Seele beim Chor hatte eine viel zu große, umgekrempelte schwarze Hose aus dem Fundus mangels Gürtel mit einem Damennylonstrumpf an ihm befestigt - schon besser, wenn er in dieser Aufmachung nicht mit dem Bürgermeister diskutiert!)
Auf dem Bild ist er das rechte Kind mit Stirnband und langen Haaren ("langhaarige Strupel" schrieb eine Dame in einer der weniger freundlichen Mails, die uns nach der letzten Sterntv-Sendung erreichten).

  • Heute vormittag waren die Kinder und ich gerade mitten im Plätzchenbacken, als Tilman merkte, dass Moritz eigentlich schon seit 1 Stunde bei einem Freundschaftsturnier seiner Fußballmannschaft gebraucht wurde, uff, schnell schnell. Morgen ist Moritz schon wieder beim Fußball, Thomas muss zum Chor - wie schaffen das bloß die Kinder, die zur Schule gehen?
  • Aber wir erleben es ja bei unseren Freunden und Chorkollegen - bei denen, die es schaffen, wirbelt meist im Hintergrund eine motorisierte Vollzeitmutter mit Managmentqualitäten und Hausaufgabenbegabung, und sie haben kaum je Zeit, um einfach nur so frei zu spielen. Ob das die heimliche Ursache für die in Deutschland so extreme Kopplung zwischen Bildungserfolg und Sozialstatus der Eltern ist?

Dienstag, 27. November 2007

Schon lange wieder schulfrei

Erst aufgrund einer Zuschrift habe ich gemerkt, dass es in den Einträgen hier nicht richtig deutlich wird: Unsere Kinder sind nur letzten Montag und Dienstag zur Schule gegangen. Danach war klar, dass die anwaltliche Schutzschrift wirksam ist, und "nur" wegen des Geldes waren sie nicht bereit, weiter hinzugehen. Inzwischen sind diese zwei Tage schon fast vergessen.
Moritz übt wie ein Besessener Posaune im Moment. Am 16. ist Konzert, und er will alle Lieder und Stücke mitspielen können. Außerdem hat er in den letzten Wochen vermehrt nicht mehr nur den Sportteil der Zeitungen gelesen, und heute bat er mich um Rat, er wolle wissen, "wie Politik funktioniert". Das hatten wir bald eingeengt auf "Politische Struktur der Bundesrepublik", und er hat sich aus Wikipedia eine super Übersichtsgrafik ausgedruckt. Da wir keinen Farbdrucke haben, hat er die Pfeile und Felder per Hand nachkoloriert und sich dabei die Bedeutungen der einzelnen Farben gleich gemerkt. Auf eigene Faust hat er dann noch die Sitzverteilung des Bremer Senats ausgedruckt und ebenfalls politisch korrekt farblich markiert - Grüne grün, SPD rot, CDU schwarz, Linke äh lila und DVU braun. Fasziniert hat ihn die Info, dass die BiW (Bürger in Wut) den Einzug in den Senat um 1 Stimme verpasst haben.
Außerdem trainieren wir alle viel Tischtennis auf der geliehenen Platte, und heute hat Moritz mich zum ersten und zweiten Mal geschlagen.

Samstag, 24. November 2007

Konten wieder frei.

  • Froh und dankbar kann ich dies melden. Wir sind darüber nicht informiert worden und haben es zufällig entdeckt, als wir versuchten, mit dem Finanzamt zu klären, warum selbst die Stromrechnung nicht abgebucht werden konnte, obwohl ja Geld in Höhe des Kinder- und Wohngeldes auf unseren Antrag hin freigegeben worden war. Der Finanzbeamte war sehr erstaunt und behauptete, die Konten seien doch freigegeben! Wir probierten es aus und konnten die ersten Rechnungen wieder bezahlen. Die Stromrechnung hatte wohl gerade vor der Freigabe abgebucht werden sollen, auch die konnten wir jetzt per Hand überweisen. Wie man sich über Sachen freuen kann, die vorher einfach selbstverständlich waren! Die Gründe für die Freigabe kennen wir nicht und werden da auch nicht groß nachfragen.
  • Ich habe sofort das Geburtstagsgeschenk für Moritz bestellt, SimCity3000Deutschland, ein Stadtplanungs- und Entwicklungsprogramm, dass er sich gewünscht hat - Sims2 ist den Beiden inzwischen langweilig geworden, nachdem sie es geschafft haben, erfolgreich ein paar Kinder großzuziehen und reich zu werden.

Freitag, 23. November 2007

Links für Homeschooler-Erfolge

Am 21. hat "anonym" darum gebeten, Belege für meine Behauptungen für das gute Gedeihen von Homeschoolern hier zu bringen. Die Studien, die ich meine, sind z.B. folgende, allerdings aus naheliegenden Gründen in Englisch. Ich habe einiges davon übersetzt und erläutert, kann ich auf Wunsch gern per email zusenden. Die Untersuchungen stammen aus England und den USA und beantworten sowohl die Frage nach dem weiteren Wohlergehen von Freilernern als auch die nach dem Gedeihen von Kindern "ungebildeter" Eltern. Denn das ist ja grad das Tolle, dass Homeschooling nur insofern elitär ist, als liebevolle, präsente Eltern(teile) gefragt sind - und andere Familien entscheiden sich offenbar sowieso nicht für diesen Weg. Der supergute Erfolg des Homeschooling ist ansonsten unabhängig von Einkommen der Eltern, Bildung der Eltern, pädagogischer Bildung der Eltern usw. Also hier die links,

Donnerstag, 22. November 2007

Freies Lernen

Heute war herrliches Wetter, und ich bin mit Moritz und Thomas auf dem Weserdeich Inliner gefahren. Moritz raste vorneweg, Thomas mit weitem Abstand hinterher (Sport), und ich fuhr immer mal zwischen den beiden hin und her und kam so tempomäßig auch auf meine Kosten. Und - ich hatte, wenn ich mit Thomas fuhr, Gelegenheit, ihm zuzuhören, ohne dass der große Bruder dazwischenredete. "Hier haben wir doch letztes Mal den Kranich gesehen, nä?"(Biologie) - "Mhm." - "Mama, Moritz hätte jetzt wieder gesagt, 'das heißt nicht nä, das heißt gell!' Aber wir sind doch jetzt in Norddeutschland, und da heißt es nä und Brötchen und nicht gell und Semmel." - "Mhm." - Pause. - "Mama, weißt du. wie 'nä' entstanden ist?" - "Mhm?" - "Also: Zuerst hieß es 'Nicht wahr'. Dann wurde daraus 'Nicht?', dann 'nich', dann 'näch' und dann 'nä' - ist doch logisch, oder?" (Deutsch) Ich war fasziniert, was für linguistische, 'dialektologische' Überlegungen Thomas so für sich angestellt hat - und wie viel ich davon nicht mitkriege, weil ich mir nicht oft genug die Zeit nehme, ihm ganz allein intensiv zuzuhören.

Dann sahen wir noch einen riesigen Pott auf der Weser fahren, überlegten, sprachen über die Containerladung und das Prinzip (Arbeitskunde), überlegten, wo er hinfuhr (Erdkunde), beobachteten die merkwürdigen Bugwellen (Physik), sprachen darüber, wieso er eine libanesische Flagge trug (Wirtschaft, Politik) und wieso jetzt nur noch so selten Schiffe hier fahren (Heimatkunde, Geschichte). Pause machten wir auf der Bank an einer Wasserfläche, die "Große Brake" heißt. Ein Schild erklärt, dass hier 1572 oder so der Deich brach (Geschichte, Physik) und ein Dorf bis auf ein einziges Haus mit sich fortriss. Vorher waren uns schon die unzähligen Mäuselöcher und Maulwurfshügel im Deich aufgefallen, wir hatten kurz besprochen, warum die so gefährlich für den Deich sind (Biologie, Erdkunde, Physik). Als wir zurückfuhren, merkten wir, dass wir jetzt Rückenwind hatten und uns das wie Windstillstand vorkam (Physik, Biologie) , und so könnte ich den ganzen Tag weiter beschreiben und immer die Schulfächer dahintersetzen. Lauter winzige kleine Puzzlestücke, die aber gemeinsam einen Sinn ergeben, mit konkreten, emotional belegten Erinnerungen verbunden sind und daher abrufbar bleiben und sich zu einem sinnvollen Ganzen vernetzen.
Thomas findet, er lernt nie was, er weiß eigentlich gar nicht, was Lernen ist. Genau. Sein Lernen ist für ihn selbst unsichtbar, und es ist mühelos, auch wenn er ein intensiver, fleißiger, ausdauernder Arbeiter ist. Muss Lernen wehtun?

Dienstag, 20. November 2007

... und das war das Wochenende!

Am Samstag nachmittag entdeckte ich die Pressemitteilung zu einem katastrophalen Urteil des Bundesgerichtshofs
Aus ihr geht hervor, dass nun - jedenfalls bis dieses Urteil revidiert worden sein wird - in Deutschland die Tatsache, dass Kinder frei lernen, die Eltern schon das Sorgerecht oder einen Teil davon, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, kosten kann. Bisher wurde diese Maßnahme zwar auch schon hin und wieder eingesetzt, aber die Behörden versuchten vorher wenigstens, eine Kindeswohlgefährdung namhaft zu machen. Mit diesem Urteil ist freies Lernen zu einem "Missbrauch der elterlichen Sorge" geworden. Die Familie, der dieses Urteil gilt, ist zwar eine religiös argumentierende, aber die Urteilsbegründung, soweit sie aus der Pressemitteilung hervorgeht, differenziert hier nicht. Sie sagt, dass Eltern nicht das Recht haben, ihre Kinder anders als in der Schule zu bilden, AUCH WENN sie religiöse Gründe haben. Da Religionsfreiheit eine der wichtigsten Artikel im Grundgesetz ist, muss das wohl im Sinne von "selbst wenn" interpretiert werden - alle anderen Gründe sind damit ebenfalls hinfällig. Jedenfalls könnte dieses Urteil eventuell böswilligerweise so interpretiert werden, und ich bekam einen Riesenschrecken. Im Hinblick auf das, was Melissa Busekros passiert ist, fand ich es nach Rücksprache mit Anwalt und mehreren bewanderten Mitstreitern nicht übertrieben, die Kinder woanders übernachten zu lassen für den Fall, dass es plötzlich an der Tür klingelt und uns wegen "Gefahr im Verzug" ausnahmsweise ohne vorherige Anhörung die Kinder entzogen werden sollen. Was nützt es uns, wenn sich dann ein halbes Jahr später rausstellt, dass die Behörden das nicht gedurft hätten? Irgendwie fand ich es zwar unwahrscheinlich, dass die Bremer Behörde ebenfalls solche Kapriolen schlagen sollte, aber dieses "irgendwie" war mir zu vage. Wenn's um die Kinder geht, hört der Wagemut bei mir auf.
Als Tilman spät abends von der Verdi-Probe nach Hause kam, stimmte er mir nach einigen Überlegungen und Diskussionen zu, dass in diesem Fall "Sicherheit vor Seltenheit" gehe. Nur was tun? Erstmal drüber schlafen, hilft immer.
Am nächsten Morgen waren wir beide zu dem Empfinden gekommen, dass unser Entschluss, allen Eventualitäten vorzubeugen, richtig war, eine überstürzte Ausreise kurz vor Weihnachten und mit gesperrten Konten jedoch nicht die richtige Antwort. Die einzige andere Alternative: Die Kinder gehen ab sofort wieder zur Schule, bis wir alle Vorbereitungen getroffen haben oder sich die Lage anderweitig entschärft hat. Moritz und Thomas kamen fröhlich von ihrem Nachtquartier zurück, und wir eröffneten ihnen die Neuigkeiten. Blankes Entsetzen sowohl über die Aussicht des Schulbesuchs als auch des Wegzuges, wobei Moritz noch untröstlicher war als Thomas, er ist mit seinen fast 11 Jahren eben schon mehr auch außerhalb der Familie verwurzelt.

Ich schrieb eine Pressemitteilung, in der ich die Schlüsse, die wir aus diesem BGH-Urteil ziehen, erläuterte - sofort lief das Telefon heiß. Am nächsten Morgen fuhren wir mit den Kindern zur Schule, wurden kurz von stern-tv interviewt und gingen zunächst zur Schulleiterin und dann mit jedem Kind zu seiner Klasse. Da Thomas noch einen Zahnarzttermin hatte, nahm ich ihn allerdings gleich wieder mit und brachte ihn dann um 9.30 "endgültig" hin. Um 15.00 (es handelt sich um eine gebundene Ganztagsschule) holten wir sie zusammen mit dem Fernsehteam wieder ab. Thomas hatte rote Bäckchen und strahlte: "Es war toll! Ich habe gemalt und getöpfert, und naja, alle haben sich total Mühe gegeben, dass es mir gefallen soll. Ich geh morgen wieder hin, ich will doch meinen Nikolausstiefel weitertöpfern, und der muss dann auch noch gebrannt werden...!"
Moritz war bleich und wütend. Die anderen Kinder hatten ihn wohl ständig gepiesackt, warum er denn nicht zur Schule gehe, und das wollten doch wohl nur seine Eltern, und er solle denen doch den Stinkefinger zeigen und sich wehren. Im Sport hatte er beim Umziehen sein Hemd ausgezogen und war daraufhin ausgiebig befragt worden, ob er magersüchtig sei, ob er sich oft vor dem Spiegel anschauen würde, ob er sich zu dick finde und abnehmen wolle - für jemanden, der sich als aktiver Fußballer redlich bemüht, sichtbare Muskeln an sein Knochengestell zu trainieren, und der seine magere Konstitution vom Vater übernommen hat, schon entnervend.

Inzwischen hatte unser Rechtsanwalt uns versichert, dass auf die von ihm hinterlegte Schutzschrift, die einen Sorgerechtsentzug nicht ohne vorherige Anhörung sichern soll, wirklich Verlass sei. Ich fand zwar bei Lektüre des entsprechenden Paragraphen, dass die Formulierung "schwerwiegende Gründe" und "Gefahr im Verzuge" einigen Spielraum bietet, aber nun gut. Vom Gesetzgeber gemeint sind hier mit Sicherheit akute Misshandlungen durch die Eltern a la Fall Kevin.

§ 50a [1] [Persönliche Anhörung der Eltern in Sorgerechtsverfahren]

(1) 1Das Gericht hört in einem Verfahren, das die Personen- oder Vermögenssorge für ein Kind betrifft, die Eltern an. 2In Angelegenheiten der Personensorge soll das Gericht die Eltern in der Regel persönlich anhören. 3In den Fällen der §§ 1666 und 1666a des Bürgerlichen Gesetzbuchs sind die Eltern stets persönlich anzuhören, um mit ihnen zu klären, wie die Gefährdung des Kindeswohls abgewendet werden kann.

(2) Einen Elternteil, dem die Sorge nicht zusteht, hört das Gericht an, es sei denn, daß von der Anhörung eine Aufklärung nicht erwartet werden kann.

(3) 1Das Gericht darf von der Anhörung nur aus schwerwiegenden Gründen absehen. 2Unterbleibt die Anhörung allein wegen Gefahr im Verzuge, so ist sie unverzüglich nachzuholen.

(4) Die Absätze 2 und 3 gelten für die Eltern des Mündels entsprechend.



Samstag, 17. November 2007

So war unsere Woche

Kontenpfändung hin oder her, unser Leben geht ja weiter, und das Lernen der Kinder auch. Wir haben die Mahlzeiten inzwischen zur politikfreien Zone erklärt. Zwar schaffen wir es nicht hundertprozentig, aber meistens reden wir dann lieber über Fußball oder andere kinderrelevante Themen, als aus den neuesten Artikeln über uns zu zitieren oder weitere rechtliche Möglichkeiten zu diskutieren.
Moritz und Thomas genießen, dass nach den Herbstferien endlich wieder Schulzeit ist, denn das bedeutet: Juchhuh, Fußballtraining, Posaunenunterricht, Zeichenkurs, Gitarrenunterricht, Kinderchor, niemand ist verreist, und vormittags sind die Indoor-Spielplätze schön leer! Denn im Garten darf im Winter nicht mehr gebolzt werden, damit der Rasen erhalten bleibt. Da das Trampolin auch feucht und blättrig ist und die Beiden nicht so die Fahrradfans sind, hatte ich bei Ebay nach einer Tischtennisplatte Ausschau halten wollen, aber unsere Liquidität ist ja derzeit nahe Null.

Gestern nachmittag fiel mir die tolle neue Tischtennisplatte unserer Nachbarn ein, die jetzt im Winter ungenutzt und abgedeckt herumsteht. Ich trabte hinüber und schlug das Projekt "Ressourcensharing" vor - kurz darauf schoben Tilman und ich das Monstrum über die holperige Straße, während Moritz eifrig die überdachte, leergeräumte Terrasse fegte und Thomas erklärte, er werde sowieso nie Tischtennis spielen und brauche daher nicht zu helfen.
Jetzt haben wir also einen wind- und regengeschützten, lichten, beleuchtbaren Tischtennis-"Freiraum", den auch die Nachbarn benutzen können. Das Tollste: "Man schwitzt nicht, Mama, weil es so kalt ist!" ;-) , und erst Anfang Februar wollen die Nachbarn die Leihgabe zurückhaben. Natürlich will Thomas jetzt doch Tischtennis spielen lernen, und wir haben schon ordentlich gefetzt, auch mit Nachbars und Oma.
Heute Vormittag war Generalprobe für unser Blockflötenensemble-Konzert nächste Woche, wo ich Bass spiele. Tilman ist große Teile des Wochenendes zur Chorprobe (nächste Woche Verdi-Requiem mit dem Bremer Domchor), im Dezember folgen etliche kleine Flötentermine sowie Weihnachtsoratorium und eine Gesangsprojektwoche des Alsfelder-Vokalensembles mit zwei Konzerten, wo wir beide mitsingen wollen. Insofern sind wir sehr erleichtert, dass die Sprecherin der Bildungssenatorin in der Zeitung verkündet hat, man wolle keine Märtyrer schaffen und von Erzwingungshaft absehen, denn all diese Konzerte samt dazugehöriger Proben zu verpassen wäre wirklich ein großes Leid für uns gewesen. Musikmachen hält uns im Gleichgewicht und in der Freude in diesem anstrengenden Abenteuer.
Sehr bewegend sind all die Anrufe und Emails von Freunden, Verwandten, Freilernern und "Wildfremden", die uns ihre Solidarität und Hilfsbereitschaft bekunden. Das Netzwerk Bildungsfreiheit hat sogar eine Sonderseite für uns eingerichtet, auf der die wichtigsten Dokumente veröffentlicht sind.

Wir müssen uns am Montag unbedingt erkundigen, ob wir eigentlich Einladungen zum Essen annehmen dürfen, ohne dass sich dies nachteilig für den "Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch" auswirkt. Noch haben wir Vorräte im Keller, um uns und unsere Kinder vorbildlich zu versorgen, aber ewig reicht das natürlich nicht, und die Stromrechnung, Winterschuhe und Benzin lassen sich so auch nicht bezahlen.
Das Dilemma dabei ist offenbar: Wenn wir verhungert sind, bis wir das Geld, das jetzt von unseren Geschäftskonten, sowie es eingeht, gepfändet werden soll, in Form von Sozialhilfe zurückerhalten, haben wir nichts mehr von der "Hilfe zum Lebensunterhalt" (und uns könnte am Ende gar das Sorgerecht entzogen werden, weil wir ja unsere Kinder nicht versorgen können). Wenn wir bis dahin nicht verhungert sind, könnten die Behörden daraus schließen, dass wir ja offenbar keine Hilfe zum Lebensunterhalt benötigen, denn sonst wären wir ja verhungert...
Aber solche Überlegungen, wie gesagt, halten wir von unseren Mahlzeiten fern. Gerade sind die Kinder mit ihrem Freund und dessen Eltern auf einem Schulbasar, da gibt' s ja meist leckerste Sachen. Das Projekt "Moritz lernt kochen" befindet sich gerade in der Phase "Moritz lernt Plätzchen backen", er fiebert dem ersten Termin entgegen.
Gestern abend fragte Moritz, ob es nicht eigentlich was Peinliches sei, wenn die Konten gepfändet werden und man ins Gefängnis muss. Ich erklärte ihm, dass dies schon peinlich ist, wenn es daran liegt, dass man mit seinem Geld nicht gut gewirtschaftet oder etwas Schlimmes getan hat. Aber wenn der Grund so ist wie bei uns, weil wir uns für die Rechte unserer Kinder einsetzen, ist es gar nicht peinlich, und deswegen würden bei uns all die Leute anrufen und uns ermutigen. Das leuchtete ihm sehr ein.

Freitag, 16. November 2007

Pressekonferenz

Heute von 11.30 bis ca. 12.30 fand bei unserem Rechtanwalt Matthias Westerholt eine Pressekonferenz statt, bei der wir Auskunft darüber gegeben haben, wie jetzt der Stand ist. Vier Fernsehteams (Radio Bremen, rtl, stern-tv und secret-tv) sowie etliche regionale und überregionale Zeitungen waren der Einladung gefolgt.
Die Situation ist folgende: Sämtliche Konten sind gesperrt, und da wir Selbstständige sind, nützt uns auch der eigentlich vorgesehene Pfändungsfreibetrag zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes nichts. Denn unseren Lebensunterhalt beziehen wir ja, indem wir von unseren Geschäftskonten Geld für den Eigenbedarf auf unser Privatkonto überweisen. Die Geschäftskonten sind aber vollständig blockiert.
Das bedeutet für uns:
  • 1) Unser Verlag ist lahmgelegt, wir können unsere Rechnungen z.B. der Druckerei nicht bezahlen, die an uns bezahlten Rechnungen werden sofort für das Bremer Finanzamt abgezweigt. Unseren Kunden gegenüber erscheinen wir als insolvent (und sind es ja auch tatsächlich). Unsere wirtschaftliche Existenzgrundlage wird also systematisch vernichtet. Die Behörde hat sich sogar an Fremdfirmen gewandt, bei denen wir Außenstände haben könnten, und per Verfügung dafür gesorgt, dass diese Außenstände uns nicht ausgezahlt werden.
  • 2) Wir erhalten nur Zugriff auf Kindergeld und Wohngeld. Das sind 530 € im Monat und reicht noch nichtmal für Strom, Wasser, Krankenversicherung.
  • 3) Deswegen mussten wir jetzt HartzIV beantragen, also dem Staat auf der Tasche liegen, um unseren Unterhalt zu sichern. Wenn dieser Antrag nicht genehmigt wird, können wir eigentlich nur noch in der Fußgängerzone betteln gehen. Wenn er genehmigt wird, entsteht ein Finanzierungskreislauf, bei dem die Bildungsbehörde uns das mit unserer selbstständigen Arbeit verdiente Geld vollständig wegnimmt, das wir über Hartz IV dann wieder ausbezahlt kriegen.
  • 4) Wir erhalten unglaublich viel Unterstützung aus der ganzen Welt, die Menschen spenden für die Anwaltskosten, damit wenigstens unser Anwalt uns weiter vertreten kann, gestern morgen um kurz nach 8 stand der erste Nachbar vor der Tür, wedelte mit der Zeitung und fragte, wie er uns helfen könne. Nachbarn, Familie, Freunde, andere Freilerner-Familien und viele Unbekannte aus Deutschland und aller Welt schreiben uns ermutigende Briefe, schicken Kopien ihrer Protestbriefe an die Bildungsbehörde usw. Ein Teil der wichtigsten Protestbriefe an die Bildungssenatorin, die uns zur Kenntnis gelangt sind, ist auf der Neubronner-Sonderseite unter "Aktuelles" bei www.netzwerk-bildungsfreiheit.de eingestellt, im Laufe der nächsten Tage sollen weitere Briefe, die Pfändungsverfügungen usw. ebenfalls dort zugänglich gemacht werden. Dort steht auch die Kontonummer für Spenden. Auf der Netzwerk-Seite Seite gibt es übrigens auch ein öffentliches Forum, auf dem noch nicht viel los, ist, weil es erst seit wenigen Tagen eingerichtet ist - bitte sehr, Beiträge willkommen!
Uns geht es gut, wir fühlen uns nicht als Opfer, sondern als mündige Bürger, die ihre gesetzlichen Spielräume zur Gestaltung der lebendigen Demokratie ausschöpfen und von ihrer Meinunsgfreiheit, Redefreiheit, Versammlungsfreiheit etc. Gebrauch machen. Natürlich ist dieses ganze Procedere sehr anstrengend (und teuer...), aber es kann doch nicht so weitergehen, dass alle deutschen Homeschooler entweder im Ausland oder im Untergrund leben müssen.

Die Kinder haben wir heute nicht mitgenommen zu der Pressekonferenz. Sie sollen Kinder bleiben dürfen und sind eh schon belastet durch das Ganze - aber in Maßen, weil sie uns nicht als verzweifelt und ängstlich oder wütend erleben, sondern als schwungvoll, überzeugt und durchaus mit Humor bei der Sache. Später mehr, jetzt gehe ich erstmal mit den Kindern raus in den stürmischen Herbst...

Mittwoch, 14. November 2007

Kontenpfändung! Alle Konten gesperrt

Es ist wirklich peinlich, vor allem gegenüber den zahlreichen Menschen im In- und Ausland bis hin nach Japan, die in den letzten Wochen an die Bildungssenatorin (und an uns!) geschrieben haben und bereits ihr basses Erstaunen bzw ihre Empörung zum Ausdruck brachten oder mit wunderbaren Berichten und Argumenten ihre bitte vortrugen, die Bildungssenatorin möge doch jetzt endlich einen Schritt nach vorn tun.

Stattdessen lässt sie uns sämtliche Konten pfänden und sperren, das heißt, unser Verlag Verlag ist blockiert, wir können keine Rechnungen bezahlen und kein Geld abheben. Ich habe sofort eine Pressemitteilung geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Bildungsfreiheit!

Offenbar ist die Bildungsbehörde wild entschlossen, den eingeschrittenen Weg der eisernen Verfolgung weiterzugehen. Heute erhielten wir von der GLS Gemeinschaftsbank sowie von der Postbank Nachricht, dass aufgrund einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung unsere sämtlichen Konten mit sofortiger Wirkung gesperrt sind. Dies betrifft auch unsere Geschäftskonten, das heißt, unser Verlag ist nicht mehr funktionsfähig. Wir können keine Rechnungen begleichen und kein Bargeld abheben. Inwiefern es dem Wohl unserer Kinder dient, dass wir wirtschaftlich ruiniert werden und den Lebensunterhalt für uns und unsere Kinder nicht bestreiten können, ist uns unklar.

Selbstverständlich werden wir sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um uns dieser brutalen, existenzbedrohenden Maßnahmen zu erwehren. Man bedenke, dass diese Pfändungen (das festgesetzte Zwangsgeld beträgt 4500 € zzgl. diverse Gebühren) sich auf eine Ordnungswidrigkeit mit einem Streitwert von 5000 € beziehen. Das Berufungsverfahren, das uns wegen der grundsätzlichen und übergeordneten Bedeutung des Falles zugestanden wurde, steht noch aus, und unsere Kinder, wie per Zeugnis nachgewiesen, sind bestens versorgt. Es besteht also keinerlei Anlass, mit derartiger Brutalität vorzugehen. Der einzig denkbare Grund ist, dass hier offenbar ein Exempel statuiert werden soll.

Die Bildungssenatorin hat in den letzten Wochen zahlreiche Schreiben aus aller Welt erhalten, in denen sie aufgefordert wird, unseren Kindern Bildungsfreiheit zuzugestehen. Es ist bedauerlich, dass sie meint, uns mit derartigen Repressionen in die Knie zwingen zu müssen. Die Einführung der Bildungsfreiheit auch in Deutschland lässt sich so nicht aufhalten.

Bitte berichten Sie über diese Verschärfung und nennen Sie auch das Treuhandkonto unseres Anwalts, auf das Menschen, die unser Anliegen unterstützen wollen, Spenden einzahlen können:
Rechtsanwalt Matthias Westerholt
Konto 10226348 bei der Sparkasse Bremen (29050101)
BIC-/SWIFT-Code: SBREDE22
Stichwort: Neubronner Bildungsfreiheit
Einzahlung auch möglich über www.moneybooker.com an Emailadresse westerholt@die-rechtsanwaelte.com

Sonntag, 11. November 2007

Die sterbende Maus



Als Tilman die trockenen Holzscheite für den Winter umräumen wollte, stieß er auf ein scheinbar fest schlafendes Mäuschen. Die Kinder waren nebenan bei ihrem Freund, kamen aber nach telefonischer Alarmierung schnell mit ihm angelaufen. Komisch, die Maus wachte und wachte nicht auf, sondern lag mit geschlossenen Augen, unruhig mit den Pfoten zuckend, manchmal wie seufzend - oder keuchend? - und rührte sich nicht, auch nicht, als wir ihr Haferflocken hinhielten.
Große Beratung. Halten Mäuse Winterschlaf? Mama? Nein, eigentlich nicht. Ob sie krank ist? Nach ca. zehn Minuten, als sich nichts änderte, beschlossen die Kinder, den Karton zum Schutz vor dem Kater in den Schuppen zu stellen. Kann die Maus auch unter der Tür durch, wenn sie aufwacht? Ja, der Spalt ist breit genug. Und der Kater kommt nicht rein?
Zwei Stunden später, ich hatte das Mäuschen schon ganz vergessen, meldeten die Jungs: Mama, sie ist tot! Dann war sie wohl doch krank, und was wir für niedlichen festen Schlaf und lebhaften Traum gehalten hatten, war der Todeskampf des kleinen Wesens gewesen. Wie lange leben Mäuse? Woran sterben sie? Und so ganz allein? Keine große Betroffenheit, aber sie sind doch beeindruckt und werden sich daran erinnern.

Noch mehr Bilder

Statik-Versuche: Aus Kappla-Bausteinen (also eigentlich Parkettklötzchen aus dem Baumarkt, die aber dieselbe Funktion zu einem Achtel des Preises bestens erfüllen) haben die Beiden eine Treppe gebaut, mit fragiler Seitenkonstruktion. Wird sie trotzdem Thomas' Gewicht halten? Behutsam steigt Thomas das Treppchen hoch bis zum Ende und strahlt - es klappt! Zum Schluss bricht die Konstruktion dann zusammen - macht nichts, gebaut, getestet, gestaunt über die Stabilität - Thema vorerst erledigt.


Das neue Fußballtor






Es wurde schon dunkel, aber das neue Fußballtor mit echter Breite von 7,32 m musste unbedingt noch zusammengeschraubt werden, anhand der Anleitung und mit hoher Ausdauer...



Gemischte Bilder

Endlich habe ich ein paar Fotos rausgesucht, aber wenn ich jetzt jeweils die Blogeinträge dazu suche, dauert das ewig, daher hier eine bunte Mischung mit kurzem Kommentar.

Moritz und Thomas mit ihrem besten Freund beim Fifa07-Spielen am Computer.
Das gehört zum Werder-Blogeintrag, Thomas und Moritz beim historischen 8:1 Sieg
Leo (6) und Adrian (4) beim Spielen mit Thomas
Leo und Thomas, im Hintergrund links an der Wand eine von Thomas gemalte 3dimensionale Hogwarts-Karte

Donnerstag, 8. November 2007

Kölner Dom, viele Emails und neue Zwangsgelder

  • Gerade sind wir aus Köln von der stern-tv-Sendung zurückgekommen, nach einer kurzen Nacht im Hotel. Es war nett bei stern-tv, wir waren diesmal viel weniger aufgeregt als vor einem Jahr und hatten rund um unseren kurzen Auftritt im Prinzip einen gemütlichen Plausch- und Fernsehabend mit den RedakterurInnen in dem "Wartezimmer", in dem man dort die Zeit vor und nach dem Auftritt verbringt. Als dann die Sendung endlich zu Ende war und es das Büffet gab, war Thomas bereits todmüde, und wir haben uns nach ganz kurzer Zeit zurück ins Hotel bringen lassen. Bis wir die Sendung selbst zu sehen bekommen, werden wohl noch einige Tage vergehen.
  • Heute vormittag haben wir uns den Kölner Dom angeschaut. Eigentlich wollten wir auf einen Kirchturm hinauf, aber die vielen wunderbaren farbigen Glasfenster, Altäre und Mosaike haben uns so lange beschäftigt, dass es dann schon Zeit war, zum Zug zu gehen. Tilman war mit Moritz unterwegs, ich mit Thomas, und Thomas, der sich ja sehr für Malerei interessiert, hat sich alles genau angeschaut und viele Fragen gestellt. Wir haben viel darüber gesprochen, dass die verschiedenen Fenster deutlich aus verschiedenen Eopchen stammen, die Farben bei den ältesten Fenstern am schönsten und leuchtendsten sind und auch die Bilder je neuer je gröber werden, komisch! Dazu habe ich ihm die Motive erklärt, die ganzen Beweinungen, Kreuzabnahmen, Marienverehrungen, Himmelfahrtszenen und Evangelistendarstellungen. Auch haben wir uns alle vier noch mit einem Priester unterhalten, der uns einen frisch restaurierten golden leuchtenden Altar erklärt hat. Er besaß einen riesigen Schlüssel, mit dem er zum Schluss die Pforte hinter uns zuschloss, nur von innen; der Schlüssel, der von außen schließt, sei noch viel länger, ungefähr so lang wie Thomas Unterarm. Die Kinder durften den schweren goldenen Schlüssel halten. Wir gingen dann noch halb über die Rheinbrücke und schauten den Dom aus der "Ferne" an. Auf der Fahrt haben wir wieder Phase 10 gespielt.
  • Am Bremer Bahnhof haben wir uns die Bildzeitung gekauft, in BILD Bremen ist ein langer Artikel mit großem Bild über uns. Auch die Bildungssenatorin ist abgebildet, samt ihrer Argumentation: "In Deutschland herrscht Schulpflicht, so ist das nun mal. Wir werden das nach Recht und Gesetz durchziehen." Der Tenor des Artikels ist, wir würden jetzt erwägen, nach Österreich auszuwandern. Ähnliches steht auch im Bremer Anzeigeblatt, wir würden jetzt wohl nach Österreich, Belgien oder Irland auswandern. Die können's ja wohl gar nicht erwarten, uns loszuwerden.
  • Im Briefkasten lagen die nächsten beiden Zwangsgeldfestsetzungen für Tilman und mich, so dass wir jetzt bei 4.500 € sind. Wirklich unglaublich. Na gut, der für uns zuständige Senatsrat geht angeblich in wenigen Tagen in vorzeitige Rente, er zumindest ist uns los. Ebenfalls im Briefkasten lag der Widerspruch unseres Anwalts gegen die Androhung des jetzt festgesetzten Zwangsgeldes. Heute abend lauschen wir einem Vortrag mit Diskussion des Fraktionsvorsitzenden der CDU Bürgerschaftsfraktion in Bremen, Thomas Röwekamp.

Dienstag, 6. November 2007

Neubronners am 7.11. um 22.15 bei stern-tv (auf rtl)

  • Heute waren zwei Herren vom Finanzamt da, die unsere Reichtümer pfänden wollten - zu Thomas' Enttäuschung trug der Gerichtsvollzieher doch keine Krawatte. Wie es bei aufrechten Kleinstverlegern mit Programm weitab vom Mainstream halt vorkommt, befindet sich in unserem Haushalt nullkommanix Pfändbares, über unser Auto (9 Jahre, 210.000 km) hat er nur müde gelacht. Wir haben ein Protokoll unterzeichnet - jetzt kann die Behörde noch versuchen, unsere Konten zu pfänden, auf denen es zwar ehrsam zugeht, größere Summen aber auch nicht vorkommen, oder eine Zwangshypothek auf unser Häuschen einzutragen, oder einen von uns verhaften. Die Gerichtsvollzieher schien es eher zu erleichtern, dass sie uns das alte Klavier nicht wegnehmen mussten - sie erzählten, wie brutal es in ihrem Job oft zugeht (der eine war denn auch recht stattlich gebaut) und wie sie beschimpft und bedroht werden.
  • Wie es der Zufall wollte, rief gerade die Redakteurin von stern-tv an, und innerhalb kürzester Zeit stand ein Kamerateam vor der Tür, so dass die Herren Vollstrecker morgen in stern-tv auch zu sehen sein werden. Sie haben auch schon mal bei einem Tatort mitgespielt, erzählten sie beim Kaffeetrinken.
  • Ich musste dann los und 4 Knaben zum Chor fahren, während Tilman die unentwegt klingelnden Telefone bediente. Morgen fahren wir nach Köln ins Studio zu Günther Jauch, das erste Mal ist fast auf den Tag genau 1 Jahr her. Dabei wird Herr Dieter Bohlen mit uns in einer Sendung auftreten - die Kinder jammern, weil der sie nun gar nicht interessiert, sie aber für ihr Leben gern die 3 Fragezeichen kennen gelernt hätten, die letzte Woche bei stern-tv waren.
  • Moritz hörte die ganze Zeit interessiert zu, Thomas malte mit stoischer Ruhe an seinen Comics weiter, während die Vollstreckungsbeamten uns erklärten, wie das alles funktioniert. Erst zum Schluss kam Thomas plötzlich etwas blass um die Nase zu mir: "Mama, wollen die uns jetzt in echt was wegnehmen? Oder ist das nur fürs Fernsehen?!" Ich erklärte, ihm dass es schon in echt sei, dass sie aber nichts gefunden hätten, was so viel wert sei wie die Summe, die uns abgezwackt werden solle.
  • Tilman sagte zu Moritz: "Hör gut zu, das ist Staatsbürgerkunde vom Feinsten!" Da fiel mir der Witz ein, wo der Meister zum Lehrling sagt: "So, jetzt melden wir mal Konkurs an, dass du das auch mal gesehn hast!" Nachmittags war ich dann sehr froh, als mir während der Chorprobe meine Mutter in einem schönen warmen Café ein Stück Schwarzwälder Kirsch spendierte - es ist ja doch erstmal ein Schreck, so Amtspersonen im Haus. Immerhin habe ich darauf bestanden, dass sie sich legitimieren, denn das wird im Fernsehen ja immer falsch dargestellt: Wenn der Kommissar klingelt, wird er ohne Nachfrage, ohne dass er einen Durchsuchungsbefehl oder sonstwas vorlegen muss, hereingelassen und alles wird ihm erzählt. Nicht mit uns!
  • Tja, was stellen die Damen und Herren bei der Behörde sich nun vor, wie es weitergehen soll?
  • Zu unserer moralischen Stärkung ist am 4.11. ein wunderbarer langer Artikel in der FAS mit dem Titel "Warum ist die staatliche Schulpflicht unnötig?" von Rainer Hank erschienen, leider bisher noch nicht online abrufbar, jedenfalls nicht frei. Ebenfalls zu unserer moralischen Stärkung wurde uns gestern die Ehrenmitgliedschaft im Bundesverband Natürlich lernen www.bvnl.de zuerkannt, und wir erhalten täglich viele unterstützende, begeisterte (bzw. wütende, aber nicht auf uns) Emails und Anrufe aus dem In- und Ausland. Wir wissen auch von zahlreichen Briefen aus der ganzen Welt, die inzwischen bei der Behörde eingegangen sind und für uns sprechen, und viele weitere sind noch unterwegs.
  • In unserer Tageszeitung war jetzt ein empörter Leserbrief von einem Professor zu unserem Fall - endlich müssen wir die Leserbriefe nicht mehr alle selber schreiben ;-)
  • Wir wissen natürlich auch nicht, was bei alldem herauskommt, aber wir können ja nur Schritt vor Schritt setzen und darauf vertrauen, dass die Einführung der Bildungsfreiheit in Deutschland (naja, erstmal Bremen) einfach sowas von überfällig ist, dass es schon klappen wird. "Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist..."

Montag, 5. November 2007

Bruchrechnung und negative Zahlen

  • Vor ein paar Tagen waren wir im Towabu, ein Indoor-Spielplatz, jetzt zur Ferienzeit grässlich laut und voll. Aber Moritz und Thomas fanden es toll, sie konnten den Fußballplatz benutzen und haben etliche Stunden in verschiedenen Kombinationen mit anderen, (bis auf einen Freund, mit dem sie verabredet gewesen waren, unbekannten) Kindern dort gespielt. Thomas war im Tor, er hatte sich extra seine Handschuhe mitgebracht und trug trotz der Hitze einen dicken Fleece-Pulli, um sich beim Hinschmeißen nicht zu verletzen. Auch Oma kam nachmittags dazu, mit Spendierhosen. Die Kinder waren begeistert, ich war abends wie taub von dem Lärm. Meine Mutter fand es empörend, dass Kinder heutzutage in eine solche Kunstwelt ausweichen müssen "Wir haben doch früher einfach draußen gespielt, auch im Winter! Aber na klar, so wie viele Leute heute wohnen und mit dem gefährlichen Verkehr!" Es erinnerte mich fatal an die Mäusewelt auf dem Freimarkt. Trotzdem ist es für unsere Zwecke praktisch, Kinder und Eltern können sich treffen und miteinander spielen und arbeiten.

  • Moritz hilft nach wie vor gern beim Kochen und lernt neue Rezepte. Am Samstag ging es um Kidneybohnen mit Kokosflocken und Joghurt. 250 ml Jogurt, unsere Becher haben 150 ml. Moritz musste gar nicht nachdenken, wie aus der Pistole geschossen sagte er, klar, ein Becher 150, dann fehlen noch hundert, also noch zwei Drittel vom zweiten Becher. Peng, das kann er einfach, offenbar in verschiedenen Alltagssituationen herausgefunden. Klar, eine einfache Aufgabe, aber er hat das Prinzip verstanden und kann es anwenden. Alles andere kann zu gegebener Zeit darauf aufbauen.
  • Am Samstag abend spielten wir Wizzard, ein aufwändiges Kartenspiel mit vielen Runden, Trümpfen, Stichen und sowas, Moritz notierte die Punkte. Ich habe haushoch verloren, Kartenspielen ist nicht so mein Begabungsschwerpunkt. Als alle schon hunderte von Punkten hatten, dümpelte ich immer noch bei -20, Null, +10 . Die Kinder rechneten nach jeder Runde wonnevoll aus, wer Erster, Zweiter, Dritter, Vierter ("Mama!!") war, ich regte mich künstlich auf, brach verzweifelt zusammen, und wir hatten viel Spaß. Mittendrin wurde mir klar, dass Thomas die ganze Zeit völlig problemlos zwischen positiven und negativen Zahlen hin- und her rechnete. Mama war bei -10 Punkten, jetzt hat sie drei Stiche, das sind +20, aber sie hatte nur einen Stich angesagt, sind Null Punkte. Stimmt, er hat nicht seitenweise Übungsaufgaben gerechnet, sondern nur im Spiel vielleicht 10- oder 12mal - dann war auch ich endgültig im positiven Bereich. Aber er hat das Prinzip kapiert, einfach so, wie ein Kind plötzlich Verben benutzt oder Nebensätze. Ist das nicht das Entscheidende?
  • Heute morgen ist es teuer, dass die Kinder nicht zur Schule gehen, 3000 € sind uns angedroht. Aber da einmal hingehen, eine Woche oder ein Monat ja nichts nützt und zur Schule bringen und nicht dazubleiben zwingen auch nichts, sind wir uns einig, dass wir uns und der Schule diesen Aufwand ersparen. Die Kinder wollen ausdrücklich weiter zu Hause lernen, und wir sehen inhaltlich keinerlei Grund, ihnen das zu verwehren. Dann muss das jetzt wohl seinen Gang gehen. Gestern abend saßen wir alle friedlichst im Wohnzimmer, der Ofen knisterte, die Kinder übten nacheinander ihre Instrumente, Tilman las, ich strickte, da klingelte das Telefon. Der BVNL Bundesverband Natürlich Lernen hat beschlossen, uns zu Ehrenmitgliedern zu machen aufgrund unseres Einsatzes für die Bildungsfreiheit. Huch, da kommt man ja ganz durcheinander, sind wir jetzt Kriminelle oder Helden? Natürlich weder noch, wir sind einfach wir selbst und haben viel Spaß.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Freimarkt-Mäuse

  • Trotz all der Dramatik des behördlichen Vorgehens haben wir ja auch noch einen Alltag, und der ist nach wie vor sehr schön.
  • So waren wir gestern mit unseren Kindern auf dem Bremer Freimarkt. Für die Kinder war es schon der zweite Besuch, und sie wollten unbedingt nochmal mit ihren Eltern das riesige neue, 55 m hohe Kettenkarussell genießen. Gulp, sehr schöner Ausblick, wenns auch der alten Mutter im Magen zog! Thomas neben mir wurde geradezu poetisch in seinen Versuchen, mir die Schönheit dieser Fahrt bewusst zu machen. "Schau nur, die Krake sieht aus wie ein Spielzeug, und dahinten sieht man sogar die Lampenmasten vom Weserstadion! Und dieser herrliche Wind, und du kannst von oben auf die Bäume vom Bürgerpark draufgucken, Mama!"
  • Eine wirklich neue Überraschung war eine "Mäuseshow mit 400 Mäusen, die ohne Zwang akrobatische Kunststücke vorführen". Wir betraten den Raum, und im ersten Moment dachte ich "Nepp!", denn es handelte sich "bloß" um ein riesiges Terrarium mit Seilen, Treppen, Laufrädern, einem Riesenrad, einer (für Mäuse) hohen Rutsche, mehreren Burgen, Schiffen und luftigen Kokosnuss-Höhlen, in dem die 400 Mäuse tatsächlich völlig "frei", also ohne Dompteur, herumwuselten. Wir haben dann aber mindestens eine halbe Stunde dort verbracht und begeistert den Mäusen zugeschaut, die tatsächlich ganz ohne Zwang über luftige Seile balancierten, gemeinsam das Riesenrad in Schwung brachten und sich in den Laufrädern die Fersen abrannten, eine schaffte es sogar, erst ganz schnell zu laufen und dann mit dem Schwung der Massenträgheit einen Überschlag im Rad zu produzieren. "Schau mal, Papa, die schlafen alle im Familienbett!", es gab auch eine Mäusemutti mit Babys, eine kranke Maus, die von einer anderen übel bedrängt wurde, häufig Streit um die Wassertrinkplätze und ganz ganz viele andere Interaktionen und "Kunststücke" der Tierchen. Thomas stand allein 10 Minuten mit Hauptaugenmerk auf der Rutsche und wartete, bis endlich mal eine Maus das Schliddern wagte, anstatt doch lieber über die Treppe abzusteigen. Wir haben ganz viele spannende Sachen beobachtet und viel über Mäuse und Säugetiere und Rudelwesen und Tierbeobachtung gelernt. Auffällig war für mich, dass während unseres Aufenthaltes die anderen Zuschauer mindestens 5 x gewechselt haben. Die Intensität, Begeisterung und Ausdauer, mit der unsere Kinder zugeschaut haben, ist offenbar überdurchschnittlich. Oder lag es an den ungeduldigen Erwachsenen? Auch bei Neubronners waren es die Eltern, die nach einer guten halben Stunde an die noch ausstehende Fahrt mit der Krake erinnerten.
  • Die Kinder hatten von den Großeltern Freimarkt-Geld bekommen, das sie äußerst preisbewusst horteten. Die Mäusevorstellung hatten wir spendiert, 2x Krake und einmal Riesen-Kettenkarussell sowie Wilde Maus leisteten sich die Kinder, der Rest wurde nur interessiert betrachtet und erwogen, aber letztlich verworfen, obwohl wir Eltern uns dabei ertappten, unsere Kinder zum Geldausgeben zu animieren, "nun spart doch nicht alles! Ihr habt's doch für den Freimarkt gekriegt!" Keine Chance, lieber aufheben für "was Richtiges". Tilman und ich haben als Kinder bei solchen Gelegenheiten alles auf den Kopf gehauen, keine Ahnung, warum sie da so moderat sind. Aber direkt zum Grämen ist es ja nun nicht...
  • Auf besonderen Wunsch von Moritz haben wir dann noch die Werder-Fanartikelabteilung bei Karstadt Sport genauestens besichtigt. Auch hier wurde nichts gekauft, sondern Moritz erzählte mir hinterher, dass er sich zwar ein neues Trikot wünscht, aber erst, wenn er aus seinen jetzigen rausgewachsen ist. Thomas begeisterte sich auf dem Rückweg zum Bahnhof für einen Mann, der aus langen Lufballonschlangen alle möglichen fantasievollen Dinge bastelte, und das, du liebe Zeit, nicht für Festpreis, sondern gegen Spende. Thomas wusste genau, was er wollte, ein orangenes Schwert aus einer einzigen Luftballonschlange, und lieh sich von seinem Bruder Kleingeld, um nach reiflicher Beratung 60 Cent zu geben. Er machte sich dann viele Gedanken, was der Mann macht, wenn andere Leute gar nichts geben oder nur 1 Cent?
  • Heute abend spielt Moritz anlässlich des Reformationstages mit seinem Blasorchester in der Kirche, in der sein Lehrer Kantor ist. Solche Anlässe erhöhen die Übungsmotivation immer sehr deutlich - es macht halt am meisten Spaß, für einen "echten" Anlass zu üben und nicht nur vage fürs Leben.

Neu: Jetzt noch mehr Zwangsgeld

  • Seufz! Wenn unsere Kinder nach den Herbstferien nicht zur Schule gehen, droht uns ein weiteres Zwangsgeld von nochmal 3000 €, das sind dann 4.500 €. Davon leben wir ein Vierteljahr! Nur gut, dass wir nach den Erfahrungen im September wissen: Es hat keinen Zweck, die Kinder wieder täglich zur Schule zu bringen, um der Forderung nach Zuführung zur Schule Genüge zu tun. Das war eine Riesenbelastung für unsere Kinder, uns, Schulleitung und Lehrkräfte, und das Zwangsgeld ist trotzdem verhängt worden. Angeblich sind die Schulbehörden davon überzeugt, unsere Kinder würden eigentlich liebend gern zur Schule gehen und wollten bloß uns nicht enttäuschen - wie gut, dass die Behörde die Kinder sicherheitshalber nie dazu befragt hat.
  • Was also tun? Klar könnten wir uns jetzt ins Ausland absetzen, aber unsere Kinder und wir möchten gar nicht weg. Die Kinder möchten ihre Verwandten, Freunde und Gruppen behalten, ihren Garten und ihren Kater, und wir auch, von den Kosten, Sprachproblemen und all dem Aufwand mal ganz zu schweigen. Außerdem wäre dann das Bremer Verwaltungsgericht nicht mehr zuständig, und die Bremer Behörden hätten einen weiteren Fall, der sich, wie es im Weserkurier einmal so schön hieß "durch Wegzug erledigt" hätte. Sollen wir wirklich unser Zuhause opfern, damit die Behörden ihre Ruhe haben? Irgendwie können wir uns das nicht vorstellen.
  • Wenn wir uns hingegen vorstellen, was jemand angerichtet haben muss, um eine Geldstrafe von 4.500 € zu bekommen - vermutlich müsste einer von uns betrunken jemanden halb totgefahren haben! - wird deutlich, mit welch riesigen Kanonen hier auf unsere kleinen Freilerner-Spatzen geschossen wird.
  • Die Unverhältnismäßigkeit des Vorgehens wird auch noch an einem anderen Vergleich deutlich:
  • Parallel läuft in Bremen gerade der Prozess zum Fall Kevin, wo ein Kind über Jahre unter unmöglichen Umständen misshandelt und letztlich getötet wurde, ohne dass dies Anlass zum Durchgreifen war - vielleicht begegnen Kevins Ziehvater und Tilman sich dann ja im Gefängnis? Der Ziehvater ist vermutlich in Untersuchungshaft, und Tilman muss vielleicht in Erzwingungshaft, weil wir natürlich 4.500 € nicht mal so herumliegen haben. Angedroht ist eine Erzwingungs- oder "Beugehaft" jedenfalls sowohl ihm wie mir. Noch dazu wird uns ja die bei unseren Einkommensverhältnissen eigentlich fällige Prozesskostenhilfe verweigert, ein Umstand, mit dem sich inzwischen das Bundesverfassungsgericht beschäftigt.
  • Für diejenigen, die durch einen finanziellen Beitrag ihre Solidarität und Unterstützung zum Ausdruck bringen wollen, hier das Fremdgeldkonto unseres Anwalts:
  • Konto 10226348,
  • bei der Sparkasse Bremen (BLZ 29050101)
  • Inhaber Rechtsanwalt Matthias Westerholt
  • BIC-/SWIFT-Code: SBREDE22
  • Stichwort: Bildungsfreiheit Neubronner