Dienstag, 18. September 2007

Focus tv Reportage und angebrannter Pudding


  • Gestern abend kam auf Sat1 der Film "Wenn Eltern zu Lehrern werden" von Alexandra Vinocur, in der wir und eine Familie, die nach Österreich fliehen musste, porträtiert werden. Gut gelungen, natürlich wie immer beim Fernsehen notgedrungen stark vereinfacht und verkürzt, und das 2. Internationale Homeschool-Kolloquium auf Burg Rothenfels kommt nur sehr am Rande vor, aber wesentliche Inhalte wie
  • - isolierte Position Deutschlands
  • - Einführung des Schulzwangs (gewaltsame Zuführung) durch Hitler 1938
  • - die zwei Pole der deutschen HE-Bewegung von "Religiösen" und "alternativpädagogischen Akademikern"
  • werden ganz gut deutlich und auch, dass beide Familien (stellvertretend für alle) nichts Bedrohliches haben.
  • Leider fühlt die unsere Kinder betreuende Schule sich verunglimpft, weil es in der Verkürzung des Filmes so wirkt, als ob sich die Kommentare unserer Kinder zur Schule ausschließlich auf sie beziehen. Das ist einerseits ungerecht, denn diese Schule ist wirklich vergleichsweise angenehm, das Kollegium engagiert und freundlich, die Unterrichtskonzepte modern. Andererseits ist es nun mal so, dass unsere Kinder auch auf diese Schule nicht gehen wollen, da "beißt die Maus kein' Faden ab", wie es hier in Bremen heißt.
  • Moritz hat heute mit Tilmans Unterstützung und assistiert von Thomas seine erste Pizza gebacken, mit Hefeteig und allen Schikanen, und es musste auch noch pünktlich fertig sein, weil er nachmittags wieder zum Naturkundeunterricht wollte oder naja, sagen wir mal "zu gehen sich bereiterklärt hatte". Und die Omi kam auch noch zum Essen. Aber es schmeckte köstlich, wie gestern die von Moritz nahezu allein gekochten Spaghetti mit roter Soße und Salat - nur der Schokoladenpudding war angebrannt und damit ungenießbar. (Und das lag daran, dass ich so lange vom PC aus rief, ich käme gleich, dass Moritz ganz allein nur anhand der Tütenaufschrift Pudding kochte - auf unserem Gasherd wirkich nicht einfach.) Meine Hoffnung, er werde sich die Rezepte aufschreiben, hat allerdings getrogen - er wiederholt lieber laut alle Anweisungen und prägt sich die Rezepte so ein. Die tiefe Abneigung gegen's Schreiben hält noch an, und ich werde ihn jetzt nicht drängen, wo er gerade anfängt, aktiv lernen zu wollen. Denn wenn ich jetzt darauf bestehen würde, dass er die Rezepte aufschreibt, wäre der Kochkurs beendet. (Moritz kann schreiben, aber er macht nur selten davon Gebrauch, er hat die Freude am schriftlichen Formulieren noch nicht entdeckt - Erzählen kann er stundenlang.) Seit der "Kochkurs" läuft, decken beide Kinder viel bereitwilliger den Tisch und gehen einkaufen, das ist jetzt offenbar viel einsehbarer und nachvollziehbarer für sie.
  • Beide Kinder arbeiten derzeit, vielleicht angeregt durch unser Internet-Videointerview mit London anlässlich des Internationalen Tags der Bildungsfreiheit, verstärkt mit dem Rosetta Stone-Englischlernprogramm, das ist wirklich toll.

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