Donnerstag, 8. November 2007

Kölner Dom, viele Emails und neue Zwangsgelder

  • Gerade sind wir aus Köln von der stern-tv-Sendung zurückgekommen, nach einer kurzen Nacht im Hotel. Es war nett bei stern-tv, wir waren diesmal viel weniger aufgeregt als vor einem Jahr und hatten rund um unseren kurzen Auftritt im Prinzip einen gemütlichen Plausch- und Fernsehabend mit den RedakterurInnen in dem "Wartezimmer", in dem man dort die Zeit vor und nach dem Auftritt verbringt. Als dann die Sendung endlich zu Ende war und es das Büffet gab, war Thomas bereits todmüde, und wir haben uns nach ganz kurzer Zeit zurück ins Hotel bringen lassen. Bis wir die Sendung selbst zu sehen bekommen, werden wohl noch einige Tage vergehen.
  • Heute vormittag haben wir uns den Kölner Dom angeschaut. Eigentlich wollten wir auf einen Kirchturm hinauf, aber die vielen wunderbaren farbigen Glasfenster, Altäre und Mosaike haben uns so lange beschäftigt, dass es dann schon Zeit war, zum Zug zu gehen. Tilman war mit Moritz unterwegs, ich mit Thomas, und Thomas, der sich ja sehr für Malerei interessiert, hat sich alles genau angeschaut und viele Fragen gestellt. Wir haben viel darüber gesprochen, dass die verschiedenen Fenster deutlich aus verschiedenen Eopchen stammen, die Farben bei den ältesten Fenstern am schönsten und leuchtendsten sind und auch die Bilder je neuer je gröber werden, komisch! Dazu habe ich ihm die Motive erklärt, die ganzen Beweinungen, Kreuzabnahmen, Marienverehrungen, Himmelfahrtszenen und Evangelistendarstellungen. Auch haben wir uns alle vier noch mit einem Priester unterhalten, der uns einen frisch restaurierten golden leuchtenden Altar erklärt hat. Er besaß einen riesigen Schlüssel, mit dem er zum Schluss die Pforte hinter uns zuschloss, nur von innen; der Schlüssel, der von außen schließt, sei noch viel länger, ungefähr so lang wie Thomas Unterarm. Die Kinder durften den schweren goldenen Schlüssel halten. Wir gingen dann noch halb über die Rheinbrücke und schauten den Dom aus der "Ferne" an. Auf der Fahrt haben wir wieder Phase 10 gespielt.
  • Am Bremer Bahnhof haben wir uns die Bildzeitung gekauft, in BILD Bremen ist ein langer Artikel mit großem Bild über uns. Auch die Bildungssenatorin ist abgebildet, samt ihrer Argumentation: "In Deutschland herrscht Schulpflicht, so ist das nun mal. Wir werden das nach Recht und Gesetz durchziehen." Der Tenor des Artikels ist, wir würden jetzt erwägen, nach Österreich auszuwandern. Ähnliches steht auch im Bremer Anzeigeblatt, wir würden jetzt wohl nach Österreich, Belgien oder Irland auswandern. Die können's ja wohl gar nicht erwarten, uns loszuwerden.
  • Im Briefkasten lagen die nächsten beiden Zwangsgeldfestsetzungen für Tilman und mich, so dass wir jetzt bei 4.500 € sind. Wirklich unglaublich. Na gut, der für uns zuständige Senatsrat geht angeblich in wenigen Tagen in vorzeitige Rente, er zumindest ist uns los. Ebenfalls im Briefkasten lag der Widerspruch unseres Anwalts gegen die Androhung des jetzt festgesetzten Zwangsgeldes. Heute abend lauschen wir einem Vortrag mit Diskussion des Fraktionsvorsitzenden der CDU Bürgerschaftsfraktion in Bremen, Thomas Röwekamp.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie kann man den Menschen nur beibringen, daß man bei Gesetzen fragen muß, ob sie GERECHT sind? Ja, es gibt wirklich ungerechte Gesetze. Jetzt wird der Nationalsozialismus dreimal täglich rauf und runter dekliniert, und das wissen immer noch nicht alle.
Rechtspositivismus ist übrigens der Name für diese Krankheit, die übrigens den Nationalsozialismus ermöglicht hat. Menschen, die wissen, daß sie Gesetze mit ihrem Gewissen hinterfragen müssen, sind weniger empfänglich für totalitäre Regime.

mathilda hat gesagt…

Wir beglückwünschen Sie zu Ihrem langen Atem. Zumindest auf Grund dieser Vorschrift der Schulpflicht, sind wir froh Österreicher zu sein.
Wenn ich noch einmal auf die Welt käme, würde ich Eines ändern. Ich würde alle meine Kinder zu Hause unterrichten. Denn ich habe es erlebt, eines meiner Kinder im Hausunterricht zu haben.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie erreichen, dass dieses Gesetz der Schulpflicht geändert wird. Schließlich tragen wir als Eltern die Verantwortung für das Gedeihen der Kinder.
Es gibt in der heutigen Konsumgesellschaft auch noch einige Eltern , deren Kinder an erster Stelle stehen. Und wir lesen fast täglich von einem Schulhorror. Diesen möchten einige Eltern eben den Kindern vorenthalten, und geben einer gesunden Entwicklung den Vorrang.
Das kann doch nicht sein, dass Eltern nicht das Recht haben, den Kindern das nötige Wissen selbst beizubringen.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und denken Sie daran, bevor Sie Hab und Gut verlieren, wandern Sie aus in ein moderneres Land.