Mittwoch, 14. November 2007

Kontenpfändung! Alle Konten gesperrt

Es ist wirklich peinlich, vor allem gegenüber den zahlreichen Menschen im In- und Ausland bis hin nach Japan, die in den letzten Wochen an die Bildungssenatorin (und an uns!) geschrieben haben und bereits ihr basses Erstaunen bzw ihre Empörung zum Ausdruck brachten oder mit wunderbaren Berichten und Argumenten ihre bitte vortrugen, die Bildungssenatorin möge doch jetzt endlich einen Schritt nach vorn tun.

Stattdessen lässt sie uns sämtliche Konten pfänden und sperren, das heißt, unser Verlag Verlag ist blockiert, wir können keine Rechnungen bezahlen und kein Geld abheben. Ich habe sofort eine Pressemitteilung geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Bildungsfreiheit!

Offenbar ist die Bildungsbehörde wild entschlossen, den eingeschrittenen Weg der eisernen Verfolgung weiterzugehen. Heute erhielten wir von der GLS Gemeinschaftsbank sowie von der Postbank Nachricht, dass aufgrund einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung unsere sämtlichen Konten mit sofortiger Wirkung gesperrt sind. Dies betrifft auch unsere Geschäftskonten, das heißt, unser Verlag ist nicht mehr funktionsfähig. Wir können keine Rechnungen begleichen und kein Bargeld abheben. Inwiefern es dem Wohl unserer Kinder dient, dass wir wirtschaftlich ruiniert werden und den Lebensunterhalt für uns und unsere Kinder nicht bestreiten können, ist uns unklar.

Selbstverständlich werden wir sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um uns dieser brutalen, existenzbedrohenden Maßnahmen zu erwehren. Man bedenke, dass diese Pfändungen (das festgesetzte Zwangsgeld beträgt 4500 € zzgl. diverse Gebühren) sich auf eine Ordnungswidrigkeit mit einem Streitwert von 5000 € beziehen. Das Berufungsverfahren, das uns wegen der grundsätzlichen und übergeordneten Bedeutung des Falles zugestanden wurde, steht noch aus, und unsere Kinder, wie per Zeugnis nachgewiesen, sind bestens versorgt. Es besteht also keinerlei Anlass, mit derartiger Brutalität vorzugehen. Der einzig denkbare Grund ist, dass hier offenbar ein Exempel statuiert werden soll.

Die Bildungssenatorin hat in den letzten Wochen zahlreiche Schreiben aus aller Welt erhalten, in denen sie aufgefordert wird, unseren Kindern Bildungsfreiheit zuzugestehen. Es ist bedauerlich, dass sie meint, uns mit derartigen Repressionen in die Knie zwingen zu müssen. Die Einführung der Bildungsfreiheit auch in Deutschland lässt sich so nicht aufhalten.

Bitte berichten Sie über diese Verschärfung und nennen Sie auch das Treuhandkonto unseres Anwalts, auf das Menschen, die unser Anliegen unterstützen wollen, Spenden einzahlen können:
Rechtsanwalt Matthias Westerholt
Konto 10226348 bei der Sparkasse Bremen (29050101)
BIC-/SWIFT-Code: SBREDE22
Stichwort: Neubronner Bildungsfreiheit
Einzahlung auch möglich über www.moneybooker.com an Emailadresse westerholt@die-rechtsanwaelte.com

Kommentare:

Anitz hat gesagt…

Darf ich das ganze einfach in meinen Blog zitieren... mit URL zurück hierher, natürlich?

Anitz hat gesagt…

Ich wünsche viel Kraft und Zusammenhalt! Oh, dass es in Deutschland endlich solche Freiheiten zu geniesen gibt, wie fast überall sonst. Es kann nicht schnell genüg geschehen.

Anonym hat gesagt…

dieser Staat sorgt doch immer wieder für Überraschungen... leider für negative wie diese...

dieser völlig sinnentleerte Schulzwang muss endlich einer Freiheit im Bildungswesen weichen, das ist längst überfällig...

alles Gute euch, Dagmar, Tilman, Thomas und Moritz
von FamilieAlipaß

Chili hat gesagt…

Liebe Neubronners,
wir wünschen Euch viel Kraft!

Hier ist noch die Postadresse der Pressestelle des Senats Bremen:

Freie Hansestadt Bremen
Pressestelle des Senats
Rathaus, Am Markt 21
28195 Bremen


Außerdem der direkte Draht zur Bildungssenatorin:

Der Senator für Bildung und Wissenschaft Bremen

Renate Jürgens-Pieper
Rembertiring 8-12
28195 Bremen
Tel: +49 (0)421 / 361 - 4777
Fax: +49 (0)421 / 361 - 15542
E-Mail renate.juergens-pieper@bildung.bremen.de


www.bildung.bremen.de

Klette im Haar hat gesagt…

Das Ganze kann ja wohl nur ein schlechter Witz sein, oder? Mal ehrlich....

Mein Mann hat nun auch beschlossen, an die "Frau Senatorin" zu schreiben. Seinen Brief hänge ich hier mal an.

Dagmar, Tilman, Thomas und Moritz: wir wünschen Euch von Herzen alles Gute und viel Kraft, das ganze Schlamassel zu überstehen.

Bianka

Hier noch der Brief:

Durch die Sendung SternTV bin ich letzte Woche auf das Schicksal der Familie Neubronner aufmerksam gemacht worden und war bereits damals, gelinde gesagt, entsetzt. Geht es Ihren Mitarbeitern wohl offensichtlich weniger um das Wohl der Kinder bzw. deren gute Erziehung als vielmehr darum, dass Sie und Ihre Mitarbeiter letztendlich Recht behalten.
Dazu fallen mir spontan zwei Vergleiche ein. Der eine noch fast schmeichelhaft für Sie und Ihre Kollegen, der zweite weit weniger:
1. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass Sie und Ihre Behörde sich wie ein Kind (!) verhalten, dem man sein Spielzeug weggenommen hat. Denn das Kind bockt dann auch rum und ist logischen Argumenten nicht mehr zugänglich.
2. Der Begriff Gleichschaltung der Menschen - und ja, ich verwende den Begriff im Wissen um dessen (teilweise) negative Bedeutung - drängt sich mir bei dem was Sie tun unweigerlich auf. Jemand - in diesem Fall Familie Neubronner - entspricht nicht den Vorstellungen Ihrer Behörde und soll daher mit aller Gewalt eines "Besseren" belehrt werden.

Ich finde es schade, dass gerade Sie, insbesondere als Vertreterin der SPD, sich so - man muss fast sagen unsozial - verhalten. Schade, dass der Willkür in unserem Lande immer noch Tür und Tor offen stehen.

Gaby hat gesagt…

Hallo liebe Familie Neubronner,
als wir heute in der Zeitung von der Kontenpfändung lasen, war das Anlass, nun auch an Frau Jürgens-Pieper zu schreiben.
Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft und Stärke und möchten euch herzlich danken, dass ihr diesen Weg geht.
Liebe Grüße
Familie Splett

Das sind die Weisen,
die durch Irrtum zur Wahrheit reisen;
Die bei Irrtum verharren,
das sind die Narren!

Anonym hat gesagt…

Ehrlich gesagt finde ich es jetzt nicht so überraschend, wenn ein Gerichtsurteil durchgesetzt wird...
Ich würde da auch nicht davon ausgehen, dass die Frau Bildungssenatorin dahinter steht, sondern ein Beamter im Gericht, der zuständig ist für das Eintreiben der Strafgelder (und den es auch nicht zu interessieren hat, wer schuldig oder unschuldig ist, denn das entscheiden die Richter!).

Wenn mich ein Auto anfährt beschwere ich mich ja auch nicht über die Stoßstange oder den Autohersteller, sondern Schuld ist immernoch der Fahrer.

Dagmar Neubronner hat gesagt…

1) Also, alles was hier steht, darf zitiert werden. Dies ist ein öffentlicher Blog...
2) Moment mal, (zu "anonym"), hier wird mitnichten ein Gerichtsurteil vollstreckt. Im Gegenteil, wir warten seit über einem Jahr auf das Berufungsverfahren (bei dem übrigens wir die Kläger sind, weil wir auf Bildungsfreiheit für unsere Kinder geklagt haben). Hier wird, anstatt das Ergebnisse der gerichtlichen Prozeduren abzuwarten, versucht uns vorher zum Aufgeben zu zwingen. Und das, obwohl keinerlei Dringlichkeit besteht - die Kinder haben gute Zeunisse, sind bestens versorgt und sozialisiert. Im Weserkurier von 15.11. 2007 wird die Behörde damit zitiert, wir seien ja eine "sehr sympathische" Familie, aber was man uns erlaube, müsse man auch anderen erlauben. Soweit zur inhaltlichen Argumentation der Bildungsbehörde...

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Nach der Sendung mit Herrn Jauch komme ich nicht umhin, meine Meinung über die Art und Weise Ihres „Kampfes“ für freies Lernen hier zu sagen.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sich ein richtiger Hartz IV Empfänger fühlen muß, wenn öffentlich eine Familie die ein eigenes Haus sowie ein schickes Auto besitzt und nach den Fernsehbildern nicht gerade in ärmlichen Verhältnissen lebt, plötzlich auf den Gedanken kommt, den Staat mit seiner sozialen Seite in Anspruch zu nehmen, den sie auf anderer Seite mit allen Mitteln bekämpft. So etwas kann ein wirklich Bedürftiger nicht verstehen. Wenn das was Millionen von Familien in Deutschland akzeptieren nicht mit Ihren elitären Vorstellungen übereinstimmt, gehen Sie doch in die Länder in denen Sie meinen besser aufgehoben zu sein und machen sie nicht einen auf Mitleid. Sie schieben die Kinder doch nur vor, um sich und Ihr Unternehmen in die Schlagzeilen zu bringen. Sie erziehen ihre Kinder zu Menschen, die so nie lernen werden sich Problemen zu stellen. Was sollen Ihre Kinder denn machen, wenn sie mal in eine Ausbildung gehen werden, oder machen Sie das dann auch. Es währe ja so bequem, bei Mama und Papa den Doktortitel zu erwerben. Warum nicht gleich einen Shop für Ausbildungsnachweise und Zeugnisse ? Mit welchem Recht nehmen Sie eigentlich für sich in Anspruch etwas „besseres“ zu sein als die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Verkaufen sie ihr Haus und ihren Verlag, nehmen eine normale Beschäftigung auf, gehen dann mit dem erlösten Geld in die Politik und kämpfen dort für ihre Ideen. Dann fallen sie wenigsten nicht der Allgemeinheit zu Lasten, denn dort gibt es genügend wirklich Bedürftige die nicht von einer Umverteilung der eigenen Schulden über Hartz IV reden können.
Hoffentlich wird der Antrag auf Hartz IV nicht genehmigt.