Samstag, 1. Dezember 2007

Thomas beim Bürgermeister und Protest-Kundgebung in Südafrika


  • Unter http://www.bremen-memorial.org/ steht jetzt ein Bericht über die Protestkundgebung von gestern im Netz. Die südafrikanischen Homeschooler entfalten eine große Aktivität, um uns zu helfen, haben den deutschem Botschafter kontaktiert, eben diese extra Seite für uns angelegt und wollen sich nicht nur an die politischen Entscheidungsträger wenden, sondern auch an international tätige Firmen, die in Südafrika und Deutschland vertreten sind und ein Interesse daran haben, dass südafrikanische Mitarbeiter, die ihre Kinder frei bilden, bereit sind, auch mal eine Zeit in Deutschland zu arbeiten, ohne gleich das Sorgerecht zu riskieren.
  • Im Telefongespräch teilte mir der Vorsitzende der südafrikanischen Homeschooler-Association Bouwe van der Eems mit, dass es in Südafrika geschätzte 50.000-100.000 Homeschooler gibt - da sie nicht registriert werden, weiß das niemand so genau. Unter dem Apartheid-Regime war Homeschooling verboten, von Nelson Mandela wurde es dann 1996 erlaubt. Auf der Homepage kann man auch eine Petition unterschreiben. Toll!
  • Wir geraten derweil in den ganz normalen Adventsstress - Moritz muss zu den Proben und Weihnachtskonzerten seines Blechbläserorchersters (und zu den vorweihnachtlichen Fußballevents), Thomas zu den Weihnachtsaktivitäten des Knabenchores , Tilman hat ständig Domchorproben, und ich bin mit der Bassflöte in Bremen-Nord unterwegs.
  • Am Donnerstag hat Thomas beim Bürgermeister gesungen und war prompt in der Zeitung zu sehen. "Mama, ich hab mir das ganz anders vorgestellt, ich dachte, wir singen da so auf dem Flur für den Bürgermeister in seinem Büro, aber es war ein großer Saal mit ganz viel Publikum." Moritz hatte Thomas empfohlen, den Bürgermeister doch mal darauf anzusprechen, dass er ihm und seinem Bruder das freie Lernen erlauben soll - "aber das ging nicht, Moritz, der hat nach dem Singen nur gesagt "Das war Spitze", und dann mussten wir wieder rausgehen." (Stille Erleichterung bei Muttern, denn aus Zeitgründen war Thomas zwar mit vorschriftsmäßigem weißem Hemd, aber ungekämmt und ungewaschen mit Jeans losgestürzt, und eine hilfreiche Seele beim Chor hatte eine viel zu große, umgekrempelte schwarze Hose aus dem Fundus mangels Gürtel mit einem Damennylonstrumpf an ihm befestigt - schon besser, wenn er in dieser Aufmachung nicht mit dem Bürgermeister diskutiert!)
Auf dem Bild ist er das rechte Kind mit Stirnband und langen Haaren ("langhaarige Strupel" schrieb eine Dame in einer der weniger freundlichen Mails, die uns nach der letzten Sterntv-Sendung erreichten).

  • Heute vormittag waren die Kinder und ich gerade mitten im Plätzchenbacken, als Tilman merkte, dass Moritz eigentlich schon seit 1 Stunde bei einem Freundschaftsturnier seiner Fußballmannschaft gebraucht wurde, uff, schnell schnell. Morgen ist Moritz schon wieder beim Fußball, Thomas muss zum Chor - wie schaffen das bloß die Kinder, die zur Schule gehen?
  • Aber wir erleben es ja bei unseren Freunden und Chorkollegen - bei denen, die es schaffen, wirbelt meist im Hintergrund eine motorisierte Vollzeitmutter mit Managmentqualitäten und Hausaufgabenbegabung, und sie haben kaum je Zeit, um einfach nur so frei zu spielen. Ob das die heimliche Ursache für die in Deutschland so extreme Kopplung zwischen Bildungserfolg und Sozialstatus der Eltern ist?

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