Sonntag, 20. Januar 2008

Samstag




Gestern trafen wir uns am Strand mit dem 11jährigen Robert, der nach der stern-tv-Sendung mit uns Kontakt aufgenommen hatte, und seiner Mutter. Da Robert um diese Jahreszeit nicht ins Wasser geht (viel zu kalt für kanarische Verhältnisse ;-)), wurde gleich heftig am Strand Fußball gespielt. Nach ein paar Minuten gesellten sich noch zwei spanische Brüder hinzu - ich habe versucht, ein paar Fotos zu machen, aber man sieht nur winzige Kinder am riesigen Strand. Derweil erzählte uns die Mutter von ihrem Weg nach Gran Canaria, der, weil der Familienvater Hoteldirektor war, über viele Länder und Stationen führte. Die Kinder sprechen italienisch (Vater Italiener) und deutsch, natürlich jetzt auch spanisch, und da Robert die englische Schule besucht, selbstverständlich auch Englisch, sein großer Bruder macht gerade in Schottland Abitur oder etwas Adäquates. Ich kam mir ganz provinziell und spießig vor, weil wir uns solche Gedanken darum machen, was wir den Kindern mit einem eventuell (wenn die Bremer Bildungsbehörde kein Einsehen hat) längeren Auslandsaufenthalt zumuten. Alles gar nicht so schlimm, und Robert machte einen zufriedenen, ausgeglichenen Eindruck, unsere Kinder mochten ihn und er sie wohl auch. Er s-pricht die s-t-Laute im Deutschen getrennt aus (s-tolpert übern s-pitzen S-tein sozusagen), aber ansonsten ist sein Deutsch ganz prima. Wir werden die Familie demnächst mal besuchen, wenn wir den Süden Gran Canarias erkunden.




Wir gingen dann noch ein Eis essen (sorry, wenn das alles sehr nach Urlaub klingt, fühlt sich inzwischen auch mehr und mehr so an!), und abends stellte sich heraus, dass Robert Moritz wichtige Tipps für sein neues Städtebauspiel Sims-City gegeben hatte. (Moritz baut, wenn der PC frei ist, emsig seine Städte und lernt alles über Abwasserkanäle, Müllverbrennung und die Nachteile fossiler Energieversorgung). Wir steuerten dann noch mit Stimme und Flöten zu einem Festgottesdienst einer deutschen Gemeinde hier bei, Musizieren macht einfach immer und überall Spaß. Eine andere Chorsängerin kommt aus Bremen und ist mit einer gemeinsamen Bremer Bekannten befreundet. Sie machte uns auf das abendliche Festivalkonzert aufmerksam, und zum ersten Mal ließen wir die Kinder abends unbeaufsichtigt allein zu Hause - hier im Hochhaus weniger ein Problem als in einem freistehenden Einfamilienhaus - und gingen am Strand entlang ins Konzert. Es gibt hier einen architektonisch wunderschönen Konzertsaal direkt am Meer mit tollem Programm, und wir haben den Abend sehr genossen.




Roberts Mutter hat uns auch gesagt, an wen wir uns wenden können, um Posaunenmöglichkeiten für Moritz herauszufinden, und Robert bekommt Gitarrenunterricht, so dass Thomas auch problemlos anknüpfen könnte. Ein weiterer Mitsänger (viele Leute, die wir hier kennenlernen, sind oder waren Lehrer) hat uns herzlich eingeladen, ihn zu besuchen.




Wir entspannen uns so allmählich und lernen: Wir können überall leben und finden überall leicht Kontakt. Heute werden wir nochmal in den Botanischen Garten fahren, der hat uns so gut gefallen, und wir haben dort noch lange nicht alles gesehen.




Ach, und habe ich schon erzählt, dass unser neues Buch jetzt erschienen ist? Das Teenager Befreiungs Handbuch - es beantwortet übrigens auch viele hier anonym aufgeworfene Fragen zum Bildungs- und Berufsweg von Homeschoolern. Keine Sorge!

Keine Kommentare: