Sonntag, 24. Februar 2008

unser leben ohne schule

auch ich möchte mich erstmal bei dagmar bedanken für die einladung zum mitschreiben - ich hoffe, ich werde etwas zeit dafür finden. heute möchte ich uns kurz vorstellen, wobei ich wie auch lena aus offensichtlichen gründen ;) unsere anonymität wahren möchte: ich lebe mit einem 12jährigen (m) und einer 3jährigen (c) zusammen und wir alle 3 lernen & arbeiten überwiegend zuhause. überwiegend heisst: c geht meistens ein paar stunden am tag in den kindergarten.

m hat sich vor etwa einem jahr entschieden, nicht weiter zur schule zu gehen & lebt & lernt seitdem zuhause. nach einigem hin und her, u a seinem versuch mit einer freien (sudbury) schule (war nicht das richtige für ihn) sind wir jetzt seit einigen wochen "angekommen" & ich hoffe, wir können über die nächsten jahre hier in d so weiterleben. für die weitere zukunft, besonders auch für die zeit, wenn c schulpflichtig wird, planen wir aber weiterhin unseren umzug in ein anderes land.

m, der vor dem verlassen der schule bereits 4,5 jahre beschulung hinter sich hatte, befindet sich noch immer in der deschooling-phase: "lernen" heisst für ihn, vorgekaute häppchen abzuarbeiten; aufgabenzettel zu erledigen u ä. ... wie lange es wohl noch dauern wird, bis er wieder ein natürliches, entspanntes verhältnis zum lernen entwickeln wird? 

was wir so machen zur zeit? m's interesse liegt vorrangig im medienbereich, er spielt sehr viele computer- & konsolenspiele (und lernt dabei viel über strategie, lösungsfindung, gestaltung, trainiert sein räumliches vorstellungsvermögen, setzt sich, bedingt durch die themen der spiele mit themen wie gut/böse etc auseinander). ausserdem ist er viel im internet unterwegs & hat seine fähigkeiten im umgang mit der technik, in der internet-recherche sowie seine englisch-kenntnisse &, wie mir neulich aufgefallen ist, auch seine rechtschreibung im laufe der letzten monate deutlich verbessert. ausserdem interessiert er sich sehr für (raum-)schiffe, flugzeuge etc und konstruiert gerade mal wieder ein neues modell.
c macht grade sehr viele "kunst-projekte": sie formt, malt, klebt ... ausserdem beschäftigt sie sich ausgiebig mit "zerlegen und zusammensetzen": alles mögliche wird auseinandergenommen/zerschnippelt, sie kann stundenlang puzzles zusammensetzen, lego bauen usw ... nun ja, und sie macht natürlich auch alles andere, was wir sonst so machen, begeistert mit :)

soweit für heute von uns. hoffentlich bald mehr. auch ich bin gespannt auf die vielfältigen möglichkeiten des freien lernens, die wir hier hoffentlich zeigen werden :)



Kommentare:

jumping-blueberry hat gesagt…

Ich mag diesen Blog, obwohl ich nicht seinen Inhalten größten Teils nicht zustimme.

Dadurch ist mir jetzt bewusst geworden, warum es so wichtig ist, dass Kinder eingeschult werden. ;)

Das Problem ist, dass alle Eltern denken, ihre Kinder seien ja so schlau / hochbegabt.

Besonders deutlich wird das am Beispiel von "Mein Kind kann so gut mit dem Computer umgehen"
Hier liegt ein grundlegender Denkfehler vor. Kinder können sich schneller auf eine Logik einlassen als Erwachsene mit ihren festgefahrenen Schemen. Und Computer sind nunmal so konzipiert, dass sie eigentlich logisch sind.

Man sollte sich einfach nicht zu sehr von den Begabungen der Kinder faszinieren lassen.

Und da finde ich ist die Schule ein recht gutes Kontrollorgan.

Aber der Blog zeigt auch, dass die Schule allein nicht für die Bildung verantwortlich sein kann.
Das merkt man besonders bei Berichten über Kinder, die noch nicht zur Schule gehen.
Hier müssen die Eltern ja bilden und erziehen und das ist eine große Aufgabe.

Ich möchte allen Homeschooleren noch einen Bericht aus dem geheiligten Homeschoolingland USA geben. Dieser Bericht stammt nicht aus den Medien sondern aus dem Bekanntenkreis meiner Verwandtschaft in den Staaten. Eine Mutter hat 3 Kinder. Der älteste war 12 Jahre alt, als seine 2 jüngeren Geschwister geboren wurden. Daraufhin hat die Mutter entschieden, dass er jetzt nicht mehr zur Schule geht, sondern zuhause auf die Kinder aufpasst. Der Junge wäre gerne zur Schule gegangen... Jetzt ist er eben zu Hause und wird nie einen Schulabschluss haben. Dafür kennt er sich mal mit kleinen Kindern aus... wird ihm aber nicht sehr viel bringen in seinem Leben.
Ich find's traurig.

Lia hat gesagt…

Hmmm, bist Du Dir sicher, dass ihm das nichts bringt? Finde ich ein wenig engstirnig zu sagen, dass einem Kenntnisse in Kinderpflege und Erziehung nichts nützen im Leben. Ich bin mir sicher, eine Menge Frauen sind da ganz anderer Meinung als Du.
Hat die Mutter eigentlich vor, auch die anderen beiden Kinder zu Hause lernen zu lassen oder sollen diese in die Schule gehen?

Meiner Meinung nach lernen Kinder in den Schulen zwar eine Menge über Verhütung aber leider so gar nichts über die Zeit, wenn das mit der Verhütung nicht geklappt hat.
Der fehlende Schulabschluss muss ihm in Amerika keine Probleme bereiten. Es kommt nur auf ihn drauf an, was er aus der Zeit macht. Natürlich ist es ein Hammer, wenn eine Mutter ihr ältestes Kind zur Kinderpflege abstellt. Allerdings ist genau das mit vielen Mädchen seit jeher auch hier bei uns geschehen. Das wurde damals als völlig normal angesehen und noch eine meiner Tanten hat ihre beruflichen Aussichten in den Wind geschossen als ihre Mutter zum Pflegefall wurde.

Ja, Kinder sehen heutzutage recht schnell hochbegabt aus. Nicht nur in Sachen Computer sondern auch in anderen Dingen. Das liegt meiner Meinung nach aber an einem völlig veralteten Schulsystem, das mit unserer heutigen Zeit einfach nicht mehr mithalten kann. Als dieses System erfunden wurde, war der einzige Zugang zu Wissen an Lehrpersonen gebunden. Es gab wenige Bücher, diese waren teuer, es gab keine Schulhefte, Wissen musste im Kopf behalten werden.... und wurde dadurch vielleicht viel effektiver gelernt als heute.
Schulen nutzen neue Medien höchst selten aus und recht oft sind selbst die vorhandenen Medien schon veraltet. Kein Wunder also, dass Kinder, die über Bücher, Computer und - ja auch - Fernsehen verfügen, viel klüger aussehen als früher. Sie haben einfach viel mehr Zugriff auf Wissen und Kenntnisse.
Die Kenntnisse, die Kinder früher oft neben der Schule aufgebaut haben, fielen in der Schule viel seltener auf. Traktor fahren, mit dem Heuwender umgehen, Tiere füttern und pflegen auf einem Bauernhof waren eben keine Kenntnisse, die den Kindern in den Schulen viel Vorteil gebracht haben. Dadurch wirkte der typische "Bauernbua" immer viel einfacher gestrickt als er wirklich war. Denn außerhalb der Schule waren diese Kinder oft schon mehr Assistenten am eigenen Hof und hatten eine Menge Eigenverantwortung.

Übrigens, wenn Eltern vor der Schule erziehen müssen und sollen, warum sollen sie dieses Recht urplötzlich verlieren, wenn das Kind 6 Jahre alt wird? Abgesehen davon, dass sie meistens sowieso genügend "Mithilfe" zur Schulbildung leisten müssen mit Hausaufgabenkontrolle und Lernhilfe.

Anonym hat gesagt…

Ganz ehrlich: Mein Kind ist nicht sonderlich hochbegabt. *lach* Glaube ich zumindest - ich habe es und werde es nie testen lassen. Gibt nämlich weniger, das ich unwichtiger finde in dieser Welt.
Aber ich möchte trotzdem, dass es seine Neugier auf die Welt behält und nicht innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre alles, das "Lernen" heißt, nur noch abscheulich und langweilig findet. :-)

Dein Negativbeispiel, Jumping-Blueberry - denn ich sehe es durchaus auch als solches - sagt ja nun wahrhaft nichts über die Allgemeinheit der Homeschooler aus.
Für jede Lebenssituation kann man Negativbeispiele finden. Deine Geschichte erinnert mich in ihrer Logik irgendwie an die Diskussionen, bei denen ich Zeuge war, als mein Nachwuchs sich noch im Babyalter befand. Ausschnitt: "Das Kind meiner Nachbarin wurde gestillt und hat auch Allergien, so toll kann das Stillen also gar nicht sein."

Du hast vollkommen Recht: Schule allein kann nicht für die Bildung verantwortlich sein. Ist sie ja auch nicht. De facto findet in vielen Schulen kaum Bildung statt, sondern statt dessen nachmittags bei Muttern am Küchentisch oder in diversen Nachhilfeinstituten. Nur blöd, dass die betroffenen Kinder - und das sind sehr sehr VIELE - dann nicht wenigstens den Vormittag zum Spielen haben, sondern den in der Schule abhocken müssen. Was für eine unglaubliche Zeitverschwendung!
Ganz Deutschland MACHT Homeschooling - nur müssen die Kinder noch zusätzlich morgens ein paar Stunden ruhig sitzen üben.

Chili (zu faul zum Einloggen)

anitz hat gesagt…

Also, Lia und Chili,

ich möchte euch fragen: Was ist der Unterschied zum "Zwangsbeschulung" und "Zwangshomeschooling", wie sie uns hier von Jumping Blueberry beschrieben wird?

(Mir ist klar, daß nicht jeder Homeschooler solche Erfahrungen machen darf/muss, wie dieser Junge..., aber daß er nicht selber entscheiden kann, find ich genau so fraglich wie die Schulpflicht...!)

So wie ich es sehe, lernt dieser Junge etwas fürs leben (also ich bin gleicher Meinung wie Chili und Lia), aber das besagt dann auch im geleichen Atemzug: Beschulte Kinder lernen auch etwas fürs leben (die Schule ist nicht das übel, sondern der Mensch, der sich nicht mit seiner Lernsituation bzw. Lebenslage auseinandersetzt und vorwärts geht? *provozierend grinsend*???)

Ich finde das, was Jumping Blueberry schreibt als enorm wichtig, geht es uns darum, daß Kinder als Menschen gesehen werden, die RECHTE haben. Da können wir diskutieren, ob eine Recht auf Bestimmung des Lernstils dem (einzelnen) Menschen überlassen werden darf. Oder in wie fern der "Staat" Rechte haben darf: das Recht, einem eine (egal welche) Schulform aufzuzwängen...

Anitz

cecilia hat gesagt…

hallo jumping-blueberry,

du schreibst: "Kinder können sich schneller auf eine Logik einlassen als Erwachsene mit ihren festgefahrenen Schemen. "

... woher haben die erwachsenen ihre festgefahrenen schemen? und was ist der sicherste weg, die kinder aus ihrer natürlichen kreativität heraus ebenfalls in schemen zu drängen???
.... genau!


du schreibst: "Man sollte sich einfach nicht zu sehr von den Begabungen der Kinder faszinieren lassen."

doch, ich finde, genau das sollten wir! daran sehen wir nämlich zum beispiel, was den kindern alles für möglichkeiten offenstehen (statt nur zu gucken, ob sie denn wohl eine gute rechtschreibung haben oder das kleine 1x1 auswendig können zu dem zeitpunkt, an dem das in der schule vorgesehen ist). ausserdem gibt es im leben viel mehr als den vorgesehenen schulstoff & vor allem viel wichtigeres - aber das verlieren beschulte kinder & die sie bewertetenden erwachsenen vor allem nur zu schnell aus den augen. obwohl sie all das für das LEBEN mindestens genausosehr brauchen können.!

übrigens müssen die eltern mMn ihre kinder, auch die kleinen, ganz & gar nicht bilden & erziehen - sondern nur auf ihrem eigenen lebens- & bildungsweg begleiten & unterstützen.

scatty hat gesagt…

Jumping-blueberry, ich habe sehr viele Skepsis gegenüber deiner Darstellung der Situation dieser Familie in den USA. Es mag sein, dass die Situation genauso ist, wie du sie von deinen Verwandten gehört hast. Aber, so wie ich schon mehrmals in MEINEM Bekanntenkreis von Homeschoolern und Unschoolern erfahren habe, werden die Tatsachen meistens von ihren Verwandten und Bekannten total verzerrt. Eines ist offensichtlich falsch - dass er nie ein Schulabschluss haben wird. Wenn er ein Homeschooler ist, können die Eltern selbst, als er 17 ist, eine Highschoolabschluss geben (besonders in den Staaten wo es Schulpflicht anstatt von Bildungspflicht gibt), oder er kann die GED Prüfung schreiben, oder die SAT Prüfungen, wodurch man Universitätszulassung bekommen kann.

scatty hat gesagt…

http://www.secular-homeschooling.com/001/bitter_homeschooler.html

Ich habe diesen Artikel gerade gelesen und ich dachte, er passte gut als Antwort auf jumping-blueberrys Kommentar ;-)

Lia hat gesagt…

Hi Anitz,

natürlich ist ein Fall von Zwangs-Homeschooling genau so schlimm wie all die Fälle von Zwangsbeschu-lung (vorausgesetzt die Geschichte stimmt tatsächlich so wie beschrieben – wir kennen ja nur eine Seite).
Im Endeffekt wird sich ein kleines Kind schwer wehren können gegen eine Entscheidung, die die Eltern treffen. Das ist ja auch einer der großen Kritikpunkte, die Homeschool-Gegner immer wieder vorbringen, dass da Eltern ihre Kinder beeinflussen würden.
Allerdings werden wohl in jedem Fall die Eltern bei einem kleinen Kind entscheiden, ob es zur Schule geht oder zu Hause lernt. Wie man hier eine wirkliche eigenständige Entscheidungsfreiheit bei 5-6 Jahre alten Kindern herbeiführen kann, ist mir auch nicht klar. Es ist ja auch schwer, eine solche Entscheidung zu treffen, wenn man die Alternativen gar nicht kennt.
Bei älteren Kindern sehe ich weniger das Problem, weil die ihre Entscheidungen auch schon ein wenig besser überblicken können. Es müsste also vielleicht eine Art Altersgrenze geben bis zu der Eltern für das Kind entscheiden dürfen.

Und natürlich spielt bei der Entscheidung zwischen Homeschooling versus Schulbesuch auch die finan-zielle Situation der Eltern mit rein. Eine alleinerziehende Frau ohne große Unterhaltszahlungen wird sich noch so sehr wünschen, ihr Kind zu Hause unterrichten zu können. Sie wird trotzdem arbeiten müssen – und nicht jeder kann das von zu Hause aus. Kleine Kinder kann man halt nicht alleine zu Hause lassen, das wäre eine Verletzung der Aufsichtspflicht. Da kann Homeschooling noch so sehr erlaubt sein, nicht jede Familie wird dazu imstande sein. Der Staat sollte allerdings wirklich nicht das Recht haben, hier irgendeine Art von Zwang auszuüben.

(die Schule ist nicht das übel, sondern der Mensch, der sich nicht mit seiner Lernsituation bzw. Lebenslage auseinandersetzt und vorwärts geht? *provozierend grinsend*???)

Ich finde den Gedankengang durchaus richtig. Zumindest ab einem gewissen Alter ist Mensch meiner Meinung nach auch selbst mitverantwortlich für sein Leben. Wie leicht einem Menschen das fällt ist aber dahingestellt. Es gibt eine Menge Beweise, dass Menschen trotz anfänglicher „schlechter Karten“ sehr viel aus ihrem Leben gemacht haben. Kommt wohl ganz auf den Menschen selbst drauf an, was er aus einer Situation macht.
Dieser amerikanische Junge wird vielleicht nach einigen Jahren ganz normal aufs College gehen oder eine Kindergruppe eröffnen … wie auch immer wird er ganz bestimmt seinen Weg gehen. Junge Menschen lassen sich selten aufhalten, wenn sie erst einmal wissen, was sie eigentlich wollen. *ggg*

Anonym hat gesagt…

Kleines Missverständnis, Anitz. Ich habe gesagt, dass ich das Beispiel von jumping blueberry durchaus sehr negativ finde - ich habe niemals irgendwo geschrieben, dass ich für Zwangshomeschooling bin. *Schreck lass nach*

Chili

jumping-blueberry hat gesagt…

Wow, da hab ich ja eine richtige Diskussion ausgelöst... Freut mich!

Was ich damit meinte, dass man sich nicht zu sehr von den vermeintlichen Talenten faszinieren lassen soll ist, dass man damit nicht Schwächen überblenden sollte.
"Mein Kind kann nicht gut rechnen - egal, dafür kann es schön malen und Geschichten erzählen." Wobei die Schwächen dann manchmal direkt ausgeblendet und gar nicht richtig wahrgenommen werden oder?
("Das braucht er später nicht")
Man sollte doch auch die Schwächen als Herausforderung sehen. Ich finde den Fortschritt von "ziemlich schlecht" auf "gutes Mittelmaß" bemerkenswerter als den Fortschritt von "gut" auf "excellent".
Ich bin mir einfach nicht sicher, ob Homeschooling (allein) ein breites Angebot bieten kann. Was, wenn den Eltern der Ehrgeiz fehlt oder sie nicht durchgreifen können?

Man sollte sich wirklich sehr sehr sehr gut überlegen, ob man sein Kind aus der Schule nimmt. Man kann die Kinder doch nicht vor allem beschützen. Und was wenn sich die Rebellion dann irgendwann mal gegen die Eltern richtet? Irgendwann kommt das einfach... das hat auch nichts mit der Schule zu tun sondern mit der allgemeinen Entwicklung des Gehirns.

Kann es eigentlich sein, dass hier die komplette "Allgemeinbildung" in Frage gestellt wird?
Muss man wissen, wie dies oder das funktioniert, wenn es einen nicht interessiert? Naja, vielleicht redet man mal mit jemanden, der sich dafür interessiert und man will nicht wie ein Idiot dastehen.
Oder antwortet man dann: "Dafür bin ich ein freier Geist und du nur ein Opfer des Systems... Du tust mir leid mit deinem Wissen."

Was ich auch gut finde ist das Argument, dass die Eltern sowieso helfen müssen, dann können sie ja gleich alles selber machen. Ist diese Hilfe nicht viel mehr eine psychologische Sache, dass das Kind sich unterstützt fühlt?
Wenn die Eltern kein Interesse daran zeigen, was das Kind in der Schule (positives) erlebt hat fragt sich das Kind doch irgendwann mal, warum die Schule so uninteressant ist und stuft sie als unwichtig ein. Und wenn man nur für negative Erlebnisse getröstet wird, werden die eben stärker in den Vordergrund gerückt.

Mich würd was interessieren: Gibt es Freilernerkinder, die Karate machen? Ich hab mir das letztens im Training gedacht, dass das irgendwie nicht so recht zusammenpassen würde.

Der Post ist jetzt schon zu lang. Aber noch eins kurz: Ich finde es gut, dass hier das Wort "Zwangshomeschooling" gefallen ist. Man sollte einfach nicht vergessen, dass die Aufhebung des "Schulzwangs" nicht automatisch zu einem freien Leben führt.

Anonym hat gesagt…

Hallo Jumping Blueberry,

ein großes Vorurteil ist, dass das menschliche Gehirn beim Heranwachsen rebellieren muss.
Das ist ein Phänomen westlicher Sozialisation.
Das kannst Du gerne nachlesen bei Margaret Mead, Anthropologin.
---
Freiheit gibt es nicht auf Garantieschein, das siehst Du ganz richtig.

Guy Inkognito

Freie Bildung hat gesagt…

Eine ganz besonders wichtige Frage: Würden Freilerner auch Karate machen?

:-) Warum denn nicht?!

Freie Bildung hat gesagt…

Guckst Du hier:
Homeschooling in Kanada

Ist zwar Taekwon-Do, aber das macht ja nichts. ;-)

Freie Bildung hat gesagt…

oder so:
http://leben-ohne-schule.blogspot.com/2007_07_01_archive.html

Lia hat gesagt…

Wenn ein Kind immer nur hört wie schlecht es doch in diesem oder jenem Fach ist, tut das seinem Selbstbewusstsein auch nicht gut. Heute hört man vielfach nur noch von den Defiziten der Kinder. Selten hört man, was ein Kind gut kann. Dass Kinder dann oft gar nicht mehr stolz auf die Dinge sind, die sie gut können, darf niemanden wundern. Wa-rum nicht die Stärken fördern und darauf vertrauen, dass das Kind auch lernen wird, mit seinen Schwächen umzugehen.
Im Übrigen gab es schon oft Situationen, in denen ich (trotz 12 Jahre Schulbildung) nicht bei einem Thema mitreden konnte. *lächel* Das war meist eine gute Gelegenheit, sich von dem „Fachmann“ mal genauer erklären zu lassen worum es bei diesem Thema geht. Gerade da hab ich oft die interessantesten Menschen kennen gelernt.
Zum Thema Allgemeinwissen: das vermittelt eine normale Schule bei Weitem nicht mehr. Durch den überfüllten Lehrplan und die vielen Stundenstreichungen kann der Stoff ja bestenfalls im Schnellverfahren durchgezogen werden. Zeit, ein Thema zu ver-tiefen, bleibt da nur selten.
Was ich heute an Allgemeinwissen habe, war meistens das Resultat eigener Recherchen, weil ich mich für ein Thema interessiert habe oder es beruflich notwendig war.
So viel ich mitgekriegt habe, machen auch Homeschooler Karate. In den anderen Ta-gebüchern auf der „Leben-ohne-Schule“-Seite finden sich Hinweise darauf. Und warum sollten sie das auch nicht? So unsinnig und nervtötend mein Sohn vieles an der Schule findet, so sehr liebt er seine Karategruppe mit dem strengen Trainer. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun. Ich finde eher, dass Homeschooler wesentlich mehr Disziplin aufweisen als Schulkinder, weil sie viel mehr Eigenverantwortung entwickeln müssen bei ihrem Lernen zu Hause.
Zum Thema Schulzwang: hier in Österreich gibt es tatsächlich keine Schulpflicht. Es gibt eine Bildungspflicht mit der Auflage, einmal im Jahr eine staatliche Prüfung über den Lehrstoff machen zu müssen. Weder sind Schulen dadurch leere, ausgestorbene Gebäude geworden, noch haben wir mehr oder weniger Analphabeten als andere Län-der auch.

scatty hat gesagt…

Auf jumping-blueberrys Frage, ob es Freilerner geben, die Karate machen - mein Sohn hat 2 Jahre lang Karate gemacht, während er in dieser Zeit nicht zur Schule ging. Meine Tochter macht jetzt seit 4 Jahren Rollkunstlaufen, wobei eine Stunde jeder Trainingszeit aus Pflichtübungen bestehen. Das Unterschied zur Schule - sie haben selbst diese Sportarten ausgewählt und sind daher auch bereit, die "langweilige" Teilen zu machen und die Anleitungen der Trainer zu folgen.

Hierzu ein Bericht von einer Bekanntin
http://principleddiscovery.com/2007/06/07/my-mouse-earned-her-brown-belt/

Dagmar Neubronner hat gesagt…

he ihr lieben, wo bleiben eure massenhaften alltag-der-freilerner-berichte? ich freu mich drauf!

Anonym hat gesagt…

Tut mir Leid, Dagmar. Wir haben keinen zu bieten.
Wir haben ja nichtmal wirklich Freilernen zu bieten *lach* - der Schulranzen steht schon auf dem Schrank, heiß geliebt und ersehnt.

Aber - halt! Doch! Einen kleinen Bericht habe ich:
Mein bisher noch nie in der Schule gewesenes Kind hat gestern von seiner Freundin ein kleines Lese-Übungs-Heftchen geschenkt bekommen. Daraufhin hat mein Kleiner am Abend innerhalb von ein paar Minuten begriffen, wie Lesen funktioniert und liest seither. :-)
Es lebe die intrinsische Motivation!

Chili

lena hat gesagt…

Hallo,

zudem Satz: wie lange wird es wohl dauern bis er sein wider einen naürlichen Umgang mit dem Lernen hat oder so ähnlich möchte ich dir nur sagen: Unser Großer war nur 3 Jahr in der Schule und nun ist er 4 Jahre daheim. Was er gerne macht und wo seine Interessen liegen, das geht inzwischen . Also auch wenn ich ihm dazu Schulmaterial gebe. Alles andere was so typisch nach Schule schmeckt ist aus und vorbei. Die meisten erzählen, dass die Kids so etwa ein halbes Jahr brauchen um die Freiheit zu registrieren. Viel Spaß euch weiterhin!
Lena