Sonntag, 30. März 2008

Sozialisation und Fundamentalismus

Immer wieder werden Bedenken angemeldet, ob Sozialisation mit oder ohne Schule besser gelingt. Immer wieder stellen sich Fragen zu Fundamentalismus als gewaltträchtig auch in Deutschland. Diesen Fragen gilt es nachzugehen und Widersprüche und vermeintlich Unvereinbares aufzulösen.

Hier mein Beitrag: Schule, Sozialisation, Streetschooling, Homeschooling und Unschooling

Donnerstag, 27. März 2008

Buch-Tipp: Der talentierte Schüler und seine Feinde

Dieses Buch von Andreas Salcher ist zur Zeit einer der Bestseller in unserem Land.

Andreas Salcher zeigt die Probleme in der Schule aus der Sicht des talentierten Schülers... einem Wesen von dem viele Lehrer behaupten, dass es so was gar nicht gibt. Er zeigt auch auf, wie wichtig es ist, dass Eltern die Verantwortung für ihr Kind und dessen Talente übernehmen. Ein insgesamt recht interessant zu lesendes Buch.

Unter anderem stellt er folgende Theorie auf:
Würde man einen Chirurgen 50 Jahre in die Vergangenheit schicken und verlangen, dass er in einem OP-Saal eine Operation durchführt, würde er das wohl als Aufforderung zur fahrlässigen Tötung auffassen.
Versetzt man einen Lehrer 50 Jahre zurück in ein Klassenzimmer, könnte er nahtlos weiterunterrichten, denn geändert hat sich seither nicht so viel: Die Anordnung im Klassenzimmer ist meist immer noch dieselbe und auch die Anforderungen an die Schüler.

An der Theorie könnte schon was Wahres dran sein.
Das Diktat der Mittelmäßigkeit, das an unseren Schulen herrscht, ist schon so eingefahren, dass es wohl ein Wunder braucht, um es zu ändern.

Freitag, 7. März 2008

Auswandern und Arbeitssuche in Österreich

Nachdem das Thema hier durchaus immer wieder aktuell werden kann, hier ein kleiner Tipp zur Arbeitssuche in Österreich:

Unser Arbeitsamt (www.ams.at) hat sich in den letzten Jahren zu einer recht guten Servicestelle entwickelt. Man kann sich hier auch dann als arbeitssuchend melden, wenn man in einem Arbeitsverhältnis steht oder z.B. auch noch nicht in Österreich wohnt.
Auf der Seite des AMS hat man die Möglichkeit online nach Stellen zu suchen und selbst mehrere Profile (also für unterschiedliche Berufsbilder) für suchende Arbeitgeber zu erstellen.
Wohnt man in Österreich, bekommt man dann auch interessante (und damit meine ich auch wirklich interessante) Stellenangebote zugeschickt.
Die Leute sind (zumindest hier in Salzburg) sehr freundlich und hilfsbereit.

Die meisten Stellenangebote und offene Wohnungen findet man in Salzburg in der Wochenendausgabe der "Salzburger Nachrichten", in Kärnten und Steiermark in der "Kleinen Zeitung" und in Wien im "Standard". Für die anderen Bundesländer weiß ich leider nicht so genau Bescheid.
Die Salzburger Nachrichten haben auch eine online-Präsenz: http://www.salzburg.com/nwas/index.php

Links in der Leiste findet man unter "Marktplatz" sowohl den Stellenmarkt als auch den Immobilienmarkt.

Heute hab ich in der Zeitung gelesen, dass sich hier in Salzburg einige Familien für eine montessorigeführte Homeschool-Gruppe zusammengeschlossen haben. Sie haben Räume angemietet und wollen versuchen, nächstes Jahr als Privatschule anerkannt zu werden. Vorläufig gilt der Unterricht dort als Hausunterricht und die Kinder müssen die Prüfungen ablegen am Schulende. Leider stand keine Kontaktadresse in dem Artikel.

Donnerstag, 6. März 2008

Kurzer Nachruf

Ich muss das einfach ganz kurz schreiben:
dieses Posting widme ich einer Familie die diesen Monat unser Ländle verlassen wird! Zum Glück mit Job und zum Glück noch mit grade so abgewendetem Behördenärger. Das ist vor allem der Tochter zu verdanken, die trotz Krankheiten und Fehlzeiten sich immer wieder zur Schule quälte. Und der Mutter, die sich trotz unsrer vielen Ratschläge immer wieder auf ihr Gefühl verließ und auf die Wendung hoffte. Zwar gehen sie nun, aber sie flüchten nur indirekt. Sie haben Arbeit und werden sicherlich Freilernen können, haben ein deutschsprachiges Land erwischt was auch für die Kinder einfacher werden wird und sogar einen ihnen durch langen Urlaub bekannten Ort was ein wenig Heimatgefühl mitbringt. Ich freute mich heute morgen so sehr und gratulierte von Herzen und doch blieb ein Wehgefühl zurück. Wir kennen uns seit so langer Zeit - doch nur per Telefon! Haben Leid und Freude geteilt, kennen Familiengeschichte und Behördengeschichten, die Direktoren und Lehrer. Wussten schon, vor den Ferien wird es wieder losgehen. Oder vor Weihnachten wird es ruhiger. Überlegten Strategien und ärgerten uns gemeinsam über unverständliche Ämter. Ihr Lieben, ihr werdet mir fehlen!

Aber es spornt auch wieder an weiter zu machen für alle die noch da sind - ich summe schon den ganzen Tag unser Lieblingslied: " Eine Änderung braucht unser Land, eine Änderung dafür sind wir bekannt, eine Änderung wär allen Recht, eine Änderung fänd keiner schlecht. Wir bringen euch Europaideen, ein völlig reformiertes Schulsystem. Wir gehn an den Start! Fangen einfach an! Es ist an der Zeit zu tun was man kann."
Ein guter Freund hat einmal am Telefon gesagt,:... weißt du ich liebe mein Land und deshalb lasse ich mich auch nicht hinauswerfen.

Nun lieber kurz zum Lernen.
M. beschäftigt sich ja zur Zeit viel mit einem Spiel im Internet. Heute musste er fast 40.000 Goldstücke für eine Hose ausgeben. Eigentlich wollte er sich das Geld sparen um sich im Spiel fortzubilden. Aber heute war unser neuer Versuch der Familienentlastung für einen Tag in der Woche zu Besuch um zu schauen ob und wie sie wohl mit M. sich verstehen würde. Sie fragte interessiert nach seinen Interessen weil ihr Sohn ebenso alt sei wie er, also 12 und wir machten aus, sie kommt einmal die Woche um mit M. Karten zu spielen. Er liebt das und ich hasse das, ich spiele gern, nur eben nicht Karten und ich finde es prima jemanden gefunden zu haben, die dies mit ihm machen wird. (Zur Erklärung, Gleichaltrige und überhaupt andere Jugendliche mag M. nicht besonders gerne um sich, ) nun auf alle Fälle fragte sie M. nach dem Spiel im Internet und er zeigte auf eine Figur und sagte:...das bin ich nur ohne Hose. - Äh, wie ohne Hose. - Na eben ohne Hose,die habe ich mir gespart.
Ich hatte das Gefühl M. merkte wie seltsam das klang und kurze Zeit später fragte SIE: ...du hattest doch grade noch so viel Guthaben bei dem Spiel was hast du denn gemacht? - Eine Hose gekauft?!

Die beiden Kleinen haben derweil ihren Geschäftssinn weiter ausgebaut und Monopoli Junior gespielt. Ich habe wiederholt verloren! Keine Ahnung was ich verkehrt mache. Als ich die letzten Euros hergeben musste sagte L.:...das kann ich dir nicht antun Mama. Behalte das mal!

Was lernen wir daraus? Eine Hose ist unwichtiger alsw Fortbildung und Mamas bauchen immer einen Notgroschen!

Jetzt wird es zwar wieder so lange, aber ich bin noch die Antwort nach Leistungserhebung schuldig.
Also wir hatten vor zwei Jahren einem Schulpsychologen zugestimmt einen Test zu machen. Er jammerte weil ich dabei blieb und M. einmal half und zwar als er in Deutsch nicht die Wortarten verstand. Er kannte nur die lateinischen Begriffe und sollte so was wie Zeitwort usw. einsetzten. Als ich ihm den Tip gab sich zu errinnern, dass wir solche Worte beim Lernen mal in Klammern auf Plakaten im Wohnzimmer stehen hatten, war dann alles klar für ihn. Und in Mathe sollte er eine Skizze zeichnen für eine geometrische Aufgabe. Nun, er rechnete das Ganze in einen guten Maßstab um und schrieb ihn dazu, und zeichnete das Ganze schnell hin. In der Beurteilung stand später, er würde sprunghaft sein und seine Aufgaben nicht wie vorgegeben erledigen können! Beim Lesen gab er zu verstehen: ich lese nicht laut. Der Psychologe versuchte es mit selber lesen. Doch M. bleib dabei, da war nichts zu machen. Obwohl wir eine LRS Testung hatten, war das Urteil,es müsse unbedingt getestet werden ob er denn lesen und schreiben könne. Zum Glück haben wir nun nach Umzug letztes Jahr bessere Pädagogen um uns herum.

In diesem Jahr gab man uns nun den Jahrgangsstufentest 6 den man Anfang der 7. Klasse macht. Also wir bekamen ihn nach Hause. Mathe war zu easy! M. machte ihn freiwillig in 43min, in der Zeit war auch enthalten, dass ich die Aufgabenstellung für ihn wörtlich umschreiben muss, weil es für ihn sonst zu abstrakt ist. Jetzt möchten alle, dass er den der 8. macht um zu sehen wo er wirklich steht. Deutsch machte er ein paar Sachen, dann schob er auf die Seite und sagte: muss ich das machen? Nein natürlich muss er nicht. Er schreibt nicht mehr per Hand und schafft das einfach dann nicht in solchen Tests sich durchzuringen.

Wenn er in den letzten 4 Jahren eines gelernt hat, dann auf alle Fälle , "Nein" zu sagen. Früher sagte er zu allen, "naja oder eventuell". Dann verstand er, dass für Behörden dies soviel wie ein "Ja" ist. Nun sagt er deutlich und bestimmt "Nein" zu den Dingen die er nicht machen möchte. und es gibt zwar ein Gesetz zur Schulpflicht aber keines, das unsere Kinder zum Lernen zwingt. Auch keines das zu Prüfungen zwingt. Da wir versuchen von Nachteilsausgleichen zu profitieren müsste es reichen wenn ein Lehrer sich ab und an seine Sachen anschaut die er daheim gemacht hat. Ich schreibe teilweise Bericht aber nicht immer. Zur Zeit weniger, weil er ja Hausunterricht bekommen soll und zwar mit Lehrer. Ich finde wenn der Staat sich die Arbeit schon zu eigen macht, dann soll er auch schauen wie er zu seinen Berichten kommt. Meistens sind die Lerher völlig erschlagen von dem was wir lernen. Obwohl das fast alles im Leben direkt passiert ist. Wenn dann noch einige Arbeitsblätter aus dem Internet gedruckt dabei sind die M. ausgefüllt hat, ist das scheinbar zu viel. Wir wissen eigentlich auch nicht genau wo die Klasse steht in der er wäre. Da er aber Material bearbeitet das dem Jahrgang entspricht gehen einfach alle davon aus, dass wir auch die 4 Jahre gelernt haben daheim. Und auf der anderen Seite glaube ich, haben sie Angst, denn wir stellen doch einen ganzen Berufszweig mit dem was unsere Kinder fast alleine schaffen in Frage.
Im März kommt wohl der neue Bildungstest heraus, ich habe zugestimmt M. zu fragen ob er ihn machen möchte. Noch ist er dagegen, er meinte aber er schaut mal drauf ob er interessant genug ist.
Jetzt aber Ende, mein Jüngster ist zwar müde aber noch nicht im Bett und ich glaube unsere Glastüren sind in Gefahr wenn ich jetzt nicht zu ihm gehe. Sonst muss ich nächste Mal schreiben wie wir lernten auf welche Arten (außer vor ein paar Wochen beim Wettrennen) noch solche Türen kaputt gehen können:)

Mittwoch, 5. März 2008

Kunst mal anders...

Heute müssen alle mal ein bisschen aufs Abendessen warten weil ich mir vorgenommen habe auf alle Fälle einmal die Woche Zeit zu finden etwas auf Dagmars Blogg zu schreiben. Meistens sitze ich wie jetzt davor und überlege was es eigentlich war...mein Güte man sollte sowas wie Dumbledore besitzen, wo man seine übervollen Gedanken speichern kann:)
Erst mal - die Kinder haben sich mit mir darauf geeinigt, dass ich ihre Anfangsbuchstaben als Namen benutzen kann. Ist doch doof, dass wir uns zum Schutz der Kinder in irgendeiner Weise immer wieder etwas verstecken wollen oder müssen, aber ich hoffe auf Besserung.
Also heute haben wir Holzostereier bemalt, aber nicht einfachso! Wir haben uns Miró als Vorbild genommen. Mit Filzstiften habe ich die nachempfundenen Gebilde und Schnörkel auf die Eier gezeichnet und L.(6) und F.(4) haben sie bund nach Vorlagen der Bilder von Miró angemalt. sie sind so großartig geworden, dass wir überlegen noch welche im Hundertwasserstil zu fertigen. Noch nie waren die Kids so still und eifrig beim Ostereier malen! Sie schienen total begeistert davon echte Künstler nachzumalen und selbst der Kleinste hat die Eier bemalt als würde er selten etwas anderes machen. Konzentriert und den Stift still in der Hand, dass ich nur fasziniert zusehen konnte wie so kleine Kinderhände solche Kunstwerke fertigbringen können.

Am Samstag war im Kiga Tag der offenen Türe. L. durfte Kinderflohmarkt in seiner Gruppe machen und wir sortierten am Tag zuvor Spielzeug aus. Mich hat eins dabei echt erstaunt, es waren die Babysachen wie ein altes Holzwürmchen und eine Spieluhr die auf keinen Fall in die Flohmarktkiste durften. Dagegen etliche Autos und Playmobil. L. verkaufte mit Begeisterung und wir Eltern und die Kigaleiterin schauten zu und griffen abwechselnd ins Geschehen ein. L. verkaufte nämlich etwas für 1,- Euro und erwiderte jedes Mal:... und 2 bekommst du wieder raus.
Da lief doch was verkehrt dachte ich zuerst nur. Wir hatten seit längerem daheim mit Spielgeld geübt und er weiß genau das zwei 1Euro Stücke 2,- Euro ergeben oder zwei 50cent Stücke ergeben 1,- Euro. Kein Problem für ihn. Ich versuchte es mit Erklärungen wie: ...Du wenn du 1 Euro möchtest und den auch bekommst, dann hast du doch genau erhalten wie viel es kostete, oder? Ja wenn ich das so lese ist das sehr verwirrend. Kein Wunder also die Antwort die da kam:...ja und dann geb ich also gar nicht zwei zurück sondern nur einen Euro.....
die Kigaleiterin gab dazu keine päd. Kommentare sie zuckte die Schultern, sie wisse auch nicht wie man es erklären könne. Es sei bei allen Kindern dasselbe. Sie bekommen Spielgeld und geben doppelt so viel heraus beim Spielen. Es sei wohl ein sehr komplexes Thema.

Am Ende mit viel Hilfe hatte unser Sohn stolze 17,50 verdient, was brüderlich mit F. geteilt wurde. Mit Hilfe des guten amazons wurden noch am selben Abend die erwünschten Legoteile bestellt und heute mittag als der Postbote klingelte hallte es durchs gesamte Treppenhaus vor lauter Jubel. Der GLSBote lachte und meinte:...wow ist das toll wie sich diese Kinder freuen!

Beide Kinder sind sich einige auf dem nächsten Flohmarkt machen sie mit und haben schon wieder einige "alte" Sachen aussortiert.

Getrübt wurde unsere Woche eigentlich nur durch das Formular für die Schulanmeldung von L.: Geburtsgewicht - hä was hat das mit der Schulbildung zu tun??? Oder wo ist das Kind überall angemeldet, Sport und Musik und Theater usw. Und in welche Mutter-Kind-Gruppen ging es.
Wir musizieren und machen Sport und wandern und spielen zusammen daheim und mit Freunden, nur bisher nicht in Gruppen. Ist auch in dem Alter echt unnötig gewesen, sie hatten alle dennoch eine Menge Spaß. F. möchte mal ins Fußball, darf er aber erst mit Schulbeginn und L. hat seit gestern den Wunsch Karate zu lernen - mal sehen ob es das an unserem Ort gibt. Ich denke wenn der Wunsch von selber kommt ist ers völlig in Ordnung, dann sollen sie das machen. Aber in der Schulanmeldung hatte das doch wohl wenig zu suchen. Dann kam noch das Übliche, gelbes Heft wegen der U9 (ist in Bayern Pflicht sonst muss man zum Gesundheitsamt und das wollte wir L. ersparen, nachdem der kinderarzt uns sagte und wenn man da nicht erscheint holt man das Kind ab). Naja und das Impfhelft wollen sie auch. Ich sagte mein Ständchen auf: (zur kigaleiterin)... sie bekommen die kopien aber Sie wissen schon, dass wir keine Impfpflicht in Deutschland haben ich es für äußerst bedenklich halte im Rahmen des Datenschutzes diese Daten meines Kindes an die Schule zu geben. Immerhin weise ich damit jeden darauf hin und ich hoffe immer, dass etwas davon hängen bleibt. Das Letze was mich noch beschäftigt ist, hier findet die Vorschuluntersuchung im Kiga ohne Eltern statt! Ich finde Eltern sollten dabei sein. Mal schaun was da noch draus wird.

M. beschäftigt sich zur Zeit am meisten mit dem PC, er hat wieder an seinem Buch geschrieben, dass er im Sommer begonnen hat. Er schreibt im Monat so etwa 2 Seiten und will fertig sein wenn er erwachsen ist. Fragt lieber nicht nach dem Thema es ist ein PC Spiel, dass ich ihm verboten hatte. Meine Brüder haben ihn "zuschauen lassen" wie sie mir vor einem Jahr beichteten, dass sei ja wohl nicht spielen gewesen. Warum ich so grollte und sprachlos war verstehen sie bis heute nicht - Brüder eben! Auf alle Fälle beschloss ich dann, es sei wohl besser kontrolliert über dieses uralte zum Glück mit miserablen Grafiken Spiel zu reden und dossiert zuzulassen. Er spielt es aber tatsächlich nur um ein Buch darüber zu schreiben. Ich glaube er verarbeitet seine Schulagressionen darin aber auch Gefühle die er durch seine Emotionsschwierigkeiten nicht äußern und verstehen kann. Immer wenn er seine Seite fertig hat holt er mich dazu, dann lese ich es und sage ihm was nicht zu verstehen ist oder wo etwas fehlt und wir suchen gemeinsam nach besseren Worten und überlegen was die Personen sprechen könnten. Da M. Welt eher über mails und chats und nonverbales funktioniert fällt ihm das Reden lassen der Buchfiguren sehr schwer. Wir haben drei Lehrer seine Texte lesen lassen und sie waren allesamt baff. Er hat sogar ihre Tipps beherzigt und findet zu ihnen über sein Buch telefonisch Zugang. Aber nur telefonisch , naja und außerdem sind zwei von ihnen Freilernerakzeptierer. Eine nicht sie meint mit dem Talent muss der Junge auf die Schule, schnell und sofort. Da es jemand älteres ist, gebe ich die Hoffnung zur Erkenntnis auf, außerdem - sie ist meine Schwiegermutter.:))

Noch eine positive Begegnung von heute will ich euch nicht vorenthalten: vom Pflegedienst war heute jemand bei uns weil ich mal wieder das Telefon auf leise gestellt hatte und sie mich unbedingt erreichen wollte kam die Dame vorbei. Ich entschuldigte mich weil ich nun auch wieder am Telefon hing (habe diese Woche jeden morgen HS auf dem AB die Rückrufe möchten) und sagte zu ihr, tut mir leid ich hatte noch ein Telefonat wegen Homeschooling, ist ja grade Schulanmeldungszeit und da fragen viele Leute an wie man das umgehen könnte sie suchen Alternativen. Die Dame nickte und meinte sie habe 4 Kinder großgezogen und die Regelschule verkorkse die Kinder nun schon seit Jahrzehnten. Sie könne die Sorge der Eltern gut verstehen. ich finde es klasse so viele Leute kennen zulernen die nichts gegen Freilerner haben. Eines Tages schafffen wie die 20% die wir brauchen um einen Volksentscheid zu gewinnen. Mir fehlt nur noch ein Faltblatt habe ich heute bemerkt, dass bunt und ansprechend ist uund ich den Leuten immer sofort in die Hand drücken kann.
So nun jammern alle nach Essen, M. ist freiwillig aus dem Büro gekommen wo er am Internet recherchiert hat wie er sagte und die Kleinen "sterben" gleich wenn ich nicht das Essen mache und die Katze heult.
Ach ja ich wurde gebeten mal zu erzählen wie Bewertungen von M. zustande kommen. Mache ich das nächste Mal oder vielleicht später noch. Geht schnell weil man dazu fast nur eines sagen kann: mein Sohn kennt das nicht existierende Gesetz zum Lernen müssen in der Schule:).
Ciao

Keine Zeit....

Was ich der Schule eigentlich am meisten ankreide, ist, dass sie den Kindern so immens viel Zeit wegnimmt. Zeit, die sie für andere Dinge, wichtigere Dinge, brauchen würden.
Es bleibt neben Schule, Hausaufgaben und für Tests und Schularbeiten lernen, keine Zeit übrig für spielen, Hobbies, vor sich hin träumen, lesen, im Park nach den ersten Frühlingsblumen suchen usw.
Irgendwie geht für den Bereich Schule auch immer mehr Zeit drauf. Ich kann mich einfach nicht daran erinnern, ob ich auch schon so viel Zeit für Schule aufwenden musste.
Wenn die Kinder wenigstens in der Schule so effizient lernen würden, dass sie zu Hause nicht mehr zusätzlich lernen müssten. Von den Hausaufgaben will ich gar nicht reden, deren Unsinnigkeit wurde schon in vielen Studien nachgewiesen. Wenn sie wenigstens den Zeitraum nach der Schule und vorm Schlafen gehen nur alleine für sich hätten. Aber selbst das klappt spätestens ab dem Schulwechsel in eine höhere Schule nicht mehr.
Verheißungsvoll wird uns dann erzählt, dass das mit den Ganztagsschulen alles besser würde, weil die Kinder da ja Hausaufgabenbetreuung hätten und durch die Verteilung der Stunden über den ganzen Tag, der Lehrstoff viel besser vertieft werden könnte. Allerdings hat niemand gesagt, dass es in diesen Stunden pro Fach wieder mehr Stunden geben soll. Die Stundenkürzungen werden ja nicht rückgängig gemacht, nur die Stunden anders verteilt. Und mehr Freiraum bleibt auch nicht, wenn ich den ganzen Tag in der Schule zubringe. Hobbies kann man dann völlig vergessen.
Kein Wunder, dass immer mehr Kinder Stresssymptome zeigen und sich auch nicht mehr richtig entspannen können. Dann bekommt man vom Arzt nette kleine Pillen verschrieben, die das Kind gegen seine Schulangst, gegen seine Nervosität oder gegen seine Hyperaktivität nehmen soll. Ist ja auch viel einfacher, Kinder mit Psychopharmaka ruhig zu stellen als an einem eingefahrenen (verfahrenen) System etwas zu ändern.

schöneaussichtaufjenapostkarte vom freilernertreffen in jena

liebe freilerner(das sind wir eigentlich alle, weil unter zwang lernt es sich nicht wirklich),
viele grüsse vom frühjahrstreffen der initiative für selbstbestimmtes lernen ohne schulpflicht und des bundesverbandes für natürliches lernen , die regelmässig stattfindenden treffen sind ein gute gelegenheit für grosse und kleine leute erfahrungen auszutauschen und menschen kennenzulernen. das nächste sommercamp findet wahrscheinlich auf der eudec statt. infos unter bvnl.de
lg artur




Montag, 3. März 2008

Wir homeschoolen nicht!

So, dann möchte ich auch mal schnell die Zeit nutzen und uns kurz vorstellen. Danke auch von uns an Dagmar, die diese wunderbare Idee hatte, den Blog für andere Autoren freizuschalten.
Wir leben in Süddeutschland und haben 3 Kinder, davon eines schulpflichtig. K. (7 Jahre) kam im September in die Schule. Nicht in unsere Wunsch-Schule (es gibt in der nächstgelegenen Stadt eine kirchlich getragene freie Schule mit einem relativ offenen Lernkonzept), sondern in die Grundschule hier im Ort.
Zu unserem Glück erwischten wir eine sehr junge, engagierte Klassenlehrerin und K. fühlte sich einigermassen wohl. Zu unserem Unglück ist sie den anderen weit voraus. Sie konnte bereits zu Schulbeginn alle Buchstaben und las kurze Sätze. Sie rechnete bereits im Zahlenraum bis 20. Den gesamten Stoff der ersten Klasse hatte sie sich selber durch Nachfragen und einfach durch Tun in ihrem letzten Kindergartenjahr angeeignet!
Gegen Weihnachten merkten wir, dass sie immer unzufriedener wurde. Sie kam oft völlig entnervt von der Schule. Auf Nachfrage erzählte sie, dass ihr in der Schule langweilig sei. Wir suchten nach Alternativen und zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Am Ende der Weihnachtsferien schlugen wir ihr vor, zu Hause zu lernen. Sie entschied sich für die Schule!
Nun nutzen wir die freien Nachmittage und die Ferien und leben in dieser Zeit unsere kleine Version des Unschooling. K. entscheidet sich oft für irgendwelche Ferienkurse (in den Faschingsferien ging sie jeden Tag 3 Stunden zu einem Kurs bei einer Weberin; in den Osterferien lernt sie Schwimmen; für die Pfingstferien hat sie sich einen Theaterkurs ausgesucht) und die Nachmittage verbringt sie mit Büchern für die zweite Klasse. Im Moment erfinden sie und ihr jüngerer Bruder J. (5 Jahre) sowie auch die kleinere Schwester R. (3 Jahre) Gesellschaftsspiele zu Hause. Sie malen Spielfelder, denken sich Regeln aus, spielen, verändern die Regeln....
Ich erzählte bereits von unserem Glück mit der Lehrerin. Nach einem Gespräch Anfang Februar stimmte diese nämlich zu, für K. schwerere Aufgaben (Zitat: "gerne auch Zweitklass-Stoff!") mitzubringen, die sie machen darf, wenn sie die Aufgaben für die gesamte Klasse gemacht hat. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, denn selbstverständlich ist das nicht!

Nun sind wir zwar immer noch weit entfernt von meiner persönlichen Idealvorstellung des Vollzeit-Unschooling (das wäre, was ich mir für meine Kinder wünschen würde), aber wir haben einen guten Kompromiss gefunden, in dem vor allem die Bedürfnisse unseres Kindes gewahrt werden. Was ich will, ist nebensächlich, die Hauptsache ist, meinem Kind geht es gut.
Und wer weiss, wenn erstmal Sommer ist und ich meine Zeit im Freibad verbringen werde....oder wenn in etwas mehr als einem Jahr ein Klassenlehrerwechsel ansteht...oder einfach so aus heiterem Himmel... wer weiss, vielleicht entscheidet sie dann doch, dass ihr jetzt zu Hause lernen lieber ist. Sie weiss, dass ich für ihren Wunsch offen bin - aber ich werde ihr weder die Entscheidung abnehmen noch versuchen, sie in eine Entscheidung zu drängen.......

Sonntag, 2. März 2008

Wie Schulbücher entstehen (können)

Ein in Österreich recht bekannter Kinderbuchautor namens Thomas Brezina (Tom Turbo, Knickerbockerbande..) wurde eingeladen an einem Physik-Schulbuch mitzuarbeiten. Als Moderator des "Forscherexpress" hat ihn das natürlich brennend interessiert und er sagte zu. Zusammen mit zwei Physikern gestaltete er das Buch und gab es dann an eine Reihe Kinder zum Testen. Der Schulbuch-Verlag fragte daraufhin sehr erstaunt bei ihm nach, wie er denn auf diese Idee gekommen wäre. So etwas hätte man mit Schulbüchern noch nie gemacht und auch nicht vor, das jemals so zu machen. Nichtsdestrotrotz nahm er die Kritiken der Kinder zum Anlass das Buch noch mal ein wenig zu überarbeiten in Hinsicht auf Übersichtlichkeit und besseres Verständnis.
Beim entsprechenden Schulbuchverlag nahm man das schulterzuckend hin. Wenn er sich das einbildet... ist halt ein Kinderbuchautor.
Dieses Schulbuch ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen und ausnahmsweise auch verständlich geschrieben. Von den Lehrern wird es so gut wie gar nicht akzeptiert und verwendet, weil da so ein Kinderbuchautor mitgearbeitet hat. So einer kann doch bitte keine ernsthaften Schulbücher schreiben, da könnte ja jeder kommen!

Welch ein Wahnsinn, wenn man überlegt, dass anscheinend noch kein einziges Schulbuch jemals vor Erscheinen von Kinder getestet wurde. Kein Wunder, dass die oft so unverständlich sind. Schon als Kind hab ich manches aus meinen Schulbüchern nur durch die Erklärung eines Erwachsenen verstanden. Und vielleicht ist das sogar Absicht. Sonst könnte man ja vielleicht völlig ohne Lehrer lernen??? *ggg*

Es zahlt sich also aus, grad als Homeschooler keine richtigen Schulbücher zu verwenden. Meiner Meinung nach gibt's zu jedem Thema eine Menge guter Bücher, die leichter lesbar und verständlicher geschrieben sind.... und das gleiche Wissen vermitteln.

Lernen: Homeschooling

Homeschooling müssen die deutschen Bürokraten noch lernen. Übrigens: Müssen ist ja das Lieblingswort von Politikern.

Bei uns ist das so: Sogar Politiker können und dürfen (der Deutsche braucht ja eine Erlaubnis) Homeschooling kennenlernen. Seien Sie so frei und lernen Sie Homeschooling kennen. Lernen Sie Homeschooler kennen. Seien Sie neugierig!
Auf Erfolg, auf Wohlfühlen, auf Frieden, auf Entspannung, auf eigene Leistung, auf Zusammenhalt, auf Kooperation, auf freien Handel und freies Handeln, auf Rücksichtnahme, auf Vertragen, auf Vorsicht und Nachsicht, auf Liebe, auf Lernen, auf Wissen vermögen, Glauben können und auf erfahren.

Bleiben Sie nicht stehen.
Lernen Sie mehr.

Zuhause und anderswo.