Donnerstag, 31. Juli 2008

ein sommertag

unser gestriger tag war in weiten teilen ziemlich typisch dafür, wie wir jetzt im sommer unsere zeit verbringen:

c fragt gleich nach dem aufwachen, früh um 7, ob sie heute ins kinderhaus muss. meine antwort: "nein, du musst heute nicht" (zur erklärung: ich habe mein büro zwar bei uns im haus, aber mit der 3-jährigen c um mich herum klappt das konzentrierte arbeiten meist noch nicht so richtig gut & gelegentlich hab ich halt auch termine ausser haus ... naja, und im interesse der zu bezahlenden miete etc geht c halt an mehreren tagen in der woche ins kinderhaus, meistens geht sie auch gern, manchmal halt auf meine bitte hin. oft bleibt sie aber eben auch daheim ... und ich mache dann notfalls nachtschichten ;) ).
gestern jedenfalls hat sie sich dann entschieden, hier zu bleiben. da ich schon auf und am schreibtisch war, hat sie sich gleich ein paar stifte von mir geliehen & sich zum malen an ihren tisch gesetzt. nach dem frühstück will sie sich das video von lars, dem kleinen eisbären ansehen. da sind unmengen kurzer geschichten drauf. nach ca. 10 minuten ausschliesslichem gucken, holt sie sich ihre schminkfarben & beginnt, ihr gesicht zu bemalen. natürlich vor dem fernseher. als ich sie das nächste mal sehe, ist ihr gesicht komplett schwarz.

zwischendurch, so gegen 9, taucht auch m auf. ausgeschlafen. frühstück gibt es bei ihm immer erst später. er verzieht sich erstmal wieder an seine xbox & spielt eine runde. das nächste mal erscheint er mit der frage nach der flagge von turkmenistan ... beim online-spielen sind neben den namen der anderen spieler immer die landesflaggen zu sehen & da ist eine, die er für die von turkmenistan hält. ich weiss nicht auswändig, wie diese flagge aussieht, erinnere aber an unsere in der küche hängende weltkarte, auf der sämtliche flaggen abgebildet sind. m stellt fest, dass die fragliche flagge nicht die von turkmenistan ist. auf der suche nach der richtigen bleibt er an der israelitischen flagge hängen ... "der stern dadrauf sieht ja aus wie das satanische pentagramm???" "der davidsstern .. ?" ich bezweifle das & wir schauen gemeinsam im internet nach & stellen fest, dass das pentagramm doch ein bisschen anders aussieht, mit 5 zacken eben. dass das eigentlich auch schon aus dem namen (penta, griechisch, bedeutet fünf) zu hören ist. und das die bedeutung des zeichens je nach dem, wer es verwendet variiert - schutzzeichen vor bösen mächten oder grad das gegenteil. was der davidstern bedeutet, weiss m schon, darüber will er nichts mehr lesen.

anschliessend fahren wir alle gemeinsam einkaufen: zum supermarkt, wasser holen, &, weil unser schon recht betagter videorekorder allmählich aufgibt - nach einer halben stunde spätestens funktioniert er nicht mehr, wie c grade wieder feststellen muss - zum mediamarkt. wir suchen gemeinsam einen günstigen dvd-player aus. diskutieren noch darüber, ob wir den für 49 euro hier kaufen oder lieber einen ähnlichen für 35 euro bei amazon bestellen ... m stimmt für amazon, weil günstiger. ich gebe die versandkosten zu bedenken sowie die abwicklung im evtl reklamationsfall. c möchte vor allem möglichst bald die gestern aus der bücherhalle geliehenen filme sehen. schliesslich entscheiden wir uns für den kauf hier. m schaut sich danach bei den xbox-spielen um, c bei den kinderfilmen & hörspielen. wir kaufen noch zwei hörspiele aus den lieblingsreihen der beiden: für m eine folge der drei ???, für c bibi & tina, dann fahren wir wieder heim. wo sich beide erstmal zum hören in ihre zimmer verziehen & ich mich zum arbeiten ins büro.

nachmittags treffen c und ich mich mit freundinnen. die kinder dort sind erst 1 und 6 jahre alt, weswegen m es vorzieht, daheim zu bleiben. wir verbringen den nachmittag zum grössten teil im nsg boberg. die kinder fahren fahrrad bzw laufrad. c kann noch nicht selbst rad fahren, lässt sich aber von ihrer freundin auf deren rad ein bisschen schieben. unterwegs finden & naschen wir hagebutten, brombeeren, weiden- & lindenblätter, springkraut & eibenbeeren. bei letzteren muss man sehr vorsichtig sein - das fruchtfleisch der beeren ist das einzige an der eibe, was nicht giftig ist. die kerne darf man aber auf keinen fall mitessen und auch nicht reinbeissen, da sie wirklich SEHR giftig sind. dafür schmecken die beeren süss & lecker! springkraut ist lustig - kennt ihr das? die pflanze hat um die blüten herum mehrere sproßachsen mit verdickten enden, in denen die samen stecken. wenn sie reif sind, schleudern sie bei leichter berührung die samen aus. mit ein bisschen übung lassen die sich einfangen. sie sind auch essbar & sehr lecker! ausserdem klettern die mädchen auf bäumen herum, spielen im sand & auf einer wiese, sammeln äste, schneckenhäuser & ähnliche schätze. wir entdecken mauselöcher & kaninchenhöhlen & sehen sogar 2 rehe, die allerdings sehr schnell weglaufen. nach ein paar stunden geht es zurück zu unseren freunden nach hause. die mädchen duschen & spielen dort noch & nach einem gemeinsamen abendessen fahren c &ich gegen 9 uhr abends wieder nach hause.

m erwartet uns schon sehnsüchtig - er hat den nachmittag mit spielen, fernsehen & internet verbracht. nach gegenseitigem erzählen begleite ich c, die inzwischen sehr müde ist, ins bett. danach lesen m und ich gemeinsam, noch immer im letzten harry-potter-band ... wir lesen schon seit monaten darin, weil wir in letzter zeit so selten zeit zum lesen finden. zu anfang war das buch auch derart langweilig & zäh, dass wir immer nur kurze stücke gelesen haben. inzwischen ist es aber spannender geworden. so spannend sogar, dass m, als ich am ende des kapitels das vorlesen beende, tatsächlich selbst noch weiter liest, weil er nicht bis zum nächsten mal warten kann. bemerkenswert, denn normalerweise liest er nicht. höchstens comics oder im internet, aber keine bücher. bisher :)

Mittwoch, 9. Juli 2008

zahlenspiele

ich finde es grad spannend zu beobachten, wie c sich mit zahlen/zählen beschäftigt. sie zählt schon relativ sicher im bereich bis zu 10. momentan zeigt sie gern zahlen mit den fingern - 3 finger = "so bin ich". "mama, zeig mir 7", "zeig mir 17" ... immer öfter kommen dabei jetzt zahlen über 10, so dass ich unser beider hände benutzen muss zum zeigen. deshalb hab ich ihr jetzt unseren abakus gezeigt. der hat 5 stangen mit je 10 scheibchen, jeweils 5 gelbe & 5 rote. ich hab ihr gezeigt, dass das jeweils so viele sind wie finger an einer hand. das fand sie aber nicht so spannend & wollte dann nicht mehr "17" damit gezeigt bekommen, sondern lieber die scheibchen durchzählen. hat sie auch gemacht. die ersten zwei, drei stangen, 1 bis 10 gezählt. dann wurde es ihr wohl langweilig ... jedenfalls fragte sie sich laut "was kenne ich denn noch für zahlen?" & zählte in der nächsten reihe weiter: "1 2 40 70 22 17 30 ...."

Sonntag, 6. Juli 2008

70 Jahre Schulzwang

Pressemitteilung vom Netzwerk Bildungsfreiheit e.V. Nürnberg vom 4.7.2008

Frei lernt es sich besser

70 Jahre Schulzwang sind genug – ein Relikt hat sich überlebt

Als am 6. Juli 1938 die nationalsozialistische Führung unter Adolf Hitler und Reichsminister Dr. Rust in Berchtesgaden das Reichsschulpflichtgesetz unterzeichnete, konnte sie nicht ahnen, dass die wesentlichen Bestandteile dieses Gesetzes auch 70 Jahre danach noch ihre Gültigkeit haben würden. Mit dem Untergang des vermeintlich „tausendjährigen Reiches“ verschwanden zwar die meisten Gesetze und Verordnungen aus jener Zeit, der europaweit einmalige deutsche Schulzwang, der es dem Staat ermöglicht, Schüler mit Hilfe der Polizei und notfalls unter Einsatz von Gewalt der Schule zuzuführen, blieb unverändert. Die Schulgesetze der meisten Bundesländer übernahmen den Paragraphen fast wörtlich in ihre Gesetzgebung.

Der 6. Juli 1938 stellte eine historische Zäsur dar, waren doch bis zu diesem Tag auch schulfreie, alternative Bildungswege möglich und wurden, wenn auch in bescheidenem Maße, praktiziert. Obwohl 1717 in Preußen die Schulpflicht eingeführt wurde, konnte man in der Reichsverfassung vom 28.3.1849 noch lesen: „Der häusliche Unterricht unterliegt keiner Beschränkung“. Die bestehende Schulpflicht wurde bis 1938 immer im Sinne einer Unterrichtspflicht verstanden und ließ Ausnahmen zu. Die meisten demokratisch verfassten Staaten der Welt kennen daher bis heute keinen Schulzwang, sondern praktizieren eine Bildungspflicht, die Raum für eine Vielzahl von Alternativen bietet, wie Kinder heute lernen.

Der im Kern gewalttätige Schulzwang hat in Deutschland solch abstruse Blüten getrieben, dass 2007 die 15-jährige Tochter einer vorbildlichen Erlanger Familie zwangsweise mit einem Großaufgebot an Polizei und Jugendamt in die Psychiatrie verbracht wurde. Ihr Vergehen: Sie wurde zu Hause individuell unterrichtet und gefördert, statt weiter die öffentliche Schule zu besuchen, wo ihr das Lernen zunehmend Schwierigkeiten bereitete.
Die Akademikerfamilie Dudek aus dem hessischen Archfeld wird ihre Vorliebe für freie Bildungsformen in Kürze mit Gefängnis bezahlen müssen. Der älteste Sohn lernte zwar zu Hause so gut, dass er jetzt seinen Realschulabschluss als Klassenbester mit der Note 1,1 absolvierte, der Geist des Reichsschulpflichtgesetzes forderte jedoch seinen Tribut in Form von je 3 Monaten Haft für Vater und Mutter.
Andere Freilernerfamilien verlassen Deutschland und ihr gewohntes Umfeld, erfreuen sich aber nun der wiedergewonnen Freiheit in unseren europäischen Nachbarstaaten.

Dass eine Atmosphäre des Zwangs und Drucks kein nachhaltiges, erfolgreiches Lernen fördert, ist in der Fachwelt mittlerweile unumstritten. Dass deutsche Bildungspolitiker unter allen Umständen auf der Präsenz in einem Schulgebäude bestehen, obwohl Lernen an anderen Orten und anderen Umständen häufig mindestens genauso gut, wenn nicht besser gelingt, ist weder nachvollziehbar noch zeitgemäß.
Es ist an der Zeit, eindeutige Vorgaben des UN-Sonderbeauftragten Vernor Munoz umzusetzen, der bei seinem Besuch in Deutschland gefordert hatte, dass „Bildung nicht auf reine Schulanwesenheit reduziert werden darf“. Vielmehr seien „Fernlehrmethoden und Homeschooling .... gültige Optionen..., die unter bestimmten Umständen weiterentwickelt werden können.“

Das Netzwerk Bildungsfreiheit fordert den deutschen Schulzwang nach 70 Jahren endgültig zu beerdigen und die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass vielfältige schulische und schulfreie Bildungswege möglich werden, die zueinander in Konkurrenz treten und sich gegenseitig bereichern. Wir halten Freiheit und Vielfalt anstelle von staatlichen Monopolen für den besten Ausweg aus der deutschen Bildungsmisere. Bundeskanzlerin Merkels Motto „Mehr Freiheit wagen“ sollte endlich auch für den Bildungsbereich gelten.

Das "Netzwerk Bildungsfreiheit" ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Organisationen, Elterninitiativen und Einzelpersonen, denen das Recht auf freien Zugang zur Bildung, freie Wahl und freie Gestaltung des individuellen persönlichen Bildungsweges unter Zuhilfenahme öffentlicher wie privat initiierter Ressourcen ein Anliegen ist.

Verantwortlich: Netzwerk Bildungsfreiheit e.V. Nürnberg – Kuratorium und Vorstand

Ansprechpartner für Rückfragen: Jörg Großelümern, Am Hahnengraben 8, 90592 Schwarzenbruck Telefon (0163) 162 7301, Telefax: (0721) 151 500 152, E-Mail: info@netzwerk-bildungsfreiheit.de Internet: www.netzwerk-bildungsfreiheit.de

Freitag, 4. Juli 2008

Leben und freies Lernen bei uns

Nachdem ich schon einige Beiträge gepostet habe, möchte ich mich nun auch vorstellen. Erst mal vielen lieben Dank an Cecilia für die Einladung, in diesem Blog mitzuschreiben. Das ehrt mich.

Ich lebe mit meinem Mann und unserem kleinen Sohn zusammen, der zur Zeit vierheinhalb Jahre alt ist. Als mein Sohn einige Monate alt war, stieß ich durch Zufall auf die Idee, Kinder zu Hause lernen zu lassen, ohne dass sie in die Schule gehen müssen. Für mich war dieses Konzept das, was ich in meinem Leben immer gesucht und nie gefunden hatte. Wir beschlossen, unserem Sohn diese Möglichkeit zu bieten.

Nun führt mein Sohn ein freies Leben zu Hause, ohne den Zwang, jeden Morgen früh aufzustehen und in den Kindergarten zu gehen. Wir treffen uns sehr oft mit anderen Menschen, Erwachsenen und Kindern, die zu hause lernen, und ich sehe, wie mein Sohn davon profitiert.

In dem Buch von Gordon Neufeld "Unsere Kinder brauchen uns" fand ich meine Gedanken und Befürchtungen bestätigt, die ich bezüglich des Kindergartens und der Schule schon immer hatte. Endlich hatte es jemand ausgeprochen und sogar wissenschaftich erforscht und dokumentiert. Dadurch habe ich gelernt, selbstbewusst zu meiner Entscheidung zu stehen und sie zu vertreten.

Mein Sohn hat sich sämtliche Buchstaben selber erarbeitet und ist kurz davor, lesen zu lernen. Er spielt gerne Lernspiele am Computer, wo er das Lesen und Rechnen üben kann. Wir gehen viel im Wald spazieren und er kennt viele Pflanzen, weiss welche essbar und welche giftig sind. Aber am allerliebsten spielt er mit allen Arten von Flugzeugen oder anderen Dingen, die fliegen können. Im Moment sind Luftballons aktuell. Er verbringt Stunden damit, sie aufzublasen und dann die Luft wieder herauszulassen, so dass die Luft wie eine Düse wirkt und der Ballon in wilden Loopings durch die Gegend fliegt.

Ich freue mich darauf, unsere kleinen Alltagsgeschichten hier zu posten und hoffe, dass sie auch für andere, an freiem Lernen interessierte Menschen interessant sind.

Alltagsgespräche oder "Bio, Medienwissenschaften, Physik"

Unterwegs im Auto von Hamburg nach Hannover. M und ich kommen irgendwie auf das Thema Paar- & Familienbeziehungen bei Tieren. Gänse z.B. bleiben ihr Leben lang mit dem gewählten Partner zusammen. Bei den Elefanten dagegen leben die Mütter mit den Kindern in der Herde zusammen, während die Väter meist als Einzelgänger unterwegs sind. Sie treffen sich nur gelegentlich mal. (Wie bei uns, meint C dazu ;) ) Bei den Seepferdchen legt die Mutter die Eier in die "Bauchtasche" des Vaters, der sie dann befruchtet & bis zum Schlüpfen der Jungen spazierenträgt. Die Jungen brauchen dann keinerlei elterliche Betreuung mehr & keineR von uns weiss, ob die Mutter sich noch mal wieder blicken lässt??? Bei Pinguins kümmern sich beide Eltern abwechselnd um ihren Nachwuchs & wärmen ihn, während der jeweils andere Elternteil auf Nahrungssuche geht. Bei Schwalben sind wir uns nicht sicher, ob beide Eltern ihre geschlüpften Jungen gemeinsam füttern? Sah jedenfalls so aus, als ob da 2 Vögel immer zum Nest und wieder wegflogen, als wir das kürzlich mal bei Freunden auf dem Land beobachtet haben. Müssen wir mal im Tierlexikon nachlesen. Oder im Internet. Wenn wir wieder daheim sind. M erzählt von den "Fortpflanzungsmethoden" irgendwelcher kleinen Monster aus einem Film, den er gesehen hat. Die vermehren sich wohl, indem ihr Nachwuchs einfach aus ihnen raus"ploppt". Klonen sich auf die Art. Ich hab den Film nicht gesehen, aber stelle mir das vor wie bei den Gremlins bzw den Mogwai "damals" (erinnert sich noch jemand an Gizmo???). Also Thema Filme. M liebt Science Fiction, Star Wars (die kennt er, glaube ich, komplett auswändig. Wir haben schon Stunden (Tage?) mit dem Surfen durch die entsprechenden Enzyklopädien im Web & dem Stöbern im "Andere Welten"-Laden verbracht), Stargate usw.
... über die Reisen durch "Sternentore" kommen wir auf Zeitreisen & deren mögliche Auswirkungen; was passiert mit der Gegenwart wenn in der Vergangenheit etwas geändert wird? Existiert Zeit überhaupt in dieser Form, als Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft, nacheinander? Oder ist alles gleichzeitig? Alles ist relativ, Relativitätstheorie ... schon sind wir bei Einstein ... der ja auch nicht wirklich schulbegeistert war & die Schule im Alter von 15 Jahren verlassen hat. Für den für das von ihm angestrebte Studium benötigten Abschluss ist er dann aber später doch noch wieder hingegangen. Was uns zur Frage des Schulabschlusses brachte ... M, der ja erst seit 1,5 Jahren unschoolt (freilernt? frei lernt?) und vorher 4,5 Jahre Schulerfahrung hinter sich gebracht hat & sich von so manchem "lieben" Verwandten Krititisches (um es mal milde zu formulieren) zu seiner Entscheidung, die Schule zu verlassen, anhören musste, ist da noch verunsichert. Auch noch immer weit von einem natürlichen Verhältnis zum "lernen" entfernt. Zumindest, wenn wir es so nennen. "Lernen" ist etwas, was man in der Schule tut. Unfreiwillig. Stoff pauken. Ich selbst habe keinen Zweifel daran, dass Leben Lernen ist, dass auch er das wieder entspannter wird sehen können & vor allem, dass er alles (& noch viel mehr) tun, sein, werden kann & wird, was er will & bei Bedarf alles dafür notwendige LERNEN wird :) Bzw jetzt schon lernt. Ob er das nun so nennt oder nicht.

Wie der Mond zu seinem Leuchten kam

Nachdem wir schon ins Bett gegangen waren, bekam mein Sohn noch mal Hunger und wollte was essen. Wir gingen also in die Küche und ich machte ihm was zu essen. Während er aß, wollte er eine Geschichte hören. Ich sagte ihm, ich müsse überlegen, welche ich ihm noch nicht erzählt habe. Er sagte aber: "Nein, du sollst dir selber eine ausdenken!" Und das um ein Uhr nachts...

Es war nicht einfach. Ich erzählte im mehrere kleine Geschichten von Tieren, die sich gegenseitig helfen. Er fand die Geschichten alle ganz toll, aber mir selbst gefielen sie noch nicht so gut. Als er die vierte Geschichte hören wollte, sagte ich: "Ok, ich denke mir noch eine einzige aus, denn gehen wir schlafen." Dann erzählte ich ihm folgende Geschichte:

Es gab mal eine Zeit, wo der Mond noch nicht leuchtete. Nacht für Nacht stand er am Himmel, aber er war ganz dunkel und nicht zu sehen. Er wünschte sich sehr, auch leuchten zu können, wusste jedoch nicht, wie er es anstellen sollte. Eines Abends ging er zu den Sternen, um sie zu fragen, wie sie leuchten konnten.
"Jeder Stern hat ein Sternenkind, welches im das Licht gibt", sagten die Sterne zu ihm.
"Aber wo soll ich denn ein Sternenkind finden?" fragte der Mond verzweifelt, denn er hatte noch nie ein Sternenkind gesehen.
"Die Sternenkinder kommen von selber", sagten die Sterne. Wenn du geduldig bist und wartest, kommt irgendwann auch zu dir eines."
Der Mond wurde ganz traurig, denn er hatte schon so lange gewartet und sich gewünscht, leuchten zu können, aber niemals war ein Sternenkind zu ihm gekommen. So stand er also wieder am Himmel und war dunkel. Aber eines Nachts sah er unten auf der Erde ein kleines Licht herumfliegen. Er betrachtete es eine Weile und fragte dann: "Wer bist du?"
"Ich bin ein Glühwürmchen", sagte das Licht.
"Hast du auch ein Sternenkind, welches dir das Licht gibt?" fragte der Mond neugierig.
"Aber nein", lachte das Glühwürmchen, "ich brauche kein Sternenkind. Mein Körper macht das Licht."
Der Mond wurde wieder traurig, denn er wusste, dass sein Körper kein Licht erzeugen konnte. "Dann werde ich wohl nie leuchten können," sagte er zu dem Glühwürmchen, "denn mein Körper kann kein Licht machen. Und zu mir kommt auch kein Sternenkind, ich warte schon so lange..."
Das Glühwürmchen dachte nach. Dann sagte es: "Weisst du, es gibt noch eine dritte Möglichkeit, um zu leuchten. Du musst dich nur von jemandem beleuchen lassen, der genug Licht für sich selbst und dich dazu hat. Ich bin zu klein dafür, aber die Sonne müsste es schaffen, dich durch ihr Licht leuchten zu lassen!"
Da schöpfte der Mond wieder Hoffnung. Gleich am nächsten Morgen ging er zur Sonne und fragte sie, ob sie ihn leuchten lassen könne.
"Aber natürlich!" sagte die Sonne. "Ich habe so viel Licht, dass ich die ganze Erde bescheinen kann, da reicht es auch für dich. Wende mir nur einfach dein Gesicht zu, wenn du leuchten willst, und ich bescheine dich mit meinem Licht, und du wirst leuchten."
Da freute sich der Mond sehr, und am Abend wendete er der Sonne sein Gesicht zu. Und siehe da: er leuchtete hell und klar in der Nacht. Und manchmal konnte er vom Leuchten gar nicht genug bekommen. Dann wendete er sein Gesicht auch am Tage der Sonne zu. Und deshalb kann man manchmal auch am Tag den Mond sehen.

Während ich meinem Sohn diese Geschichte erzählte, passierten mehrere Dinge gleichzeitig mit uns. Ich merkte, wie seine Augen anfingen, zu leuchten. Er hörte mir gebannt zu und hampelte nicht herum, wie er es oft tut, wenn ich ihm eine Geschichte vorlese. Nach und nach machte sich ein Lächeln in seinem Gesicht breit und ich konnte sehen, dass ich ihm mit dieser Geschichte das gab, was er wirklich wollte: etwas Neues, Schönes, Kreatives. Etwas, das ich nur für ihn selbst gemacht hatte, ein Geschenk von mir an ihn.

Mit mir selbst passierte auch etwas, während ich erzählte. Ich hatte die Geschichte angefangen, ohne zu wissen, wie sie enden würde. Sie entwickelte sich, während ich erzählte. Ich genoss es, alle Barrieren, die mein Denken einschränkten, zu sprengen und einfach weiter zu spinnen. Es war egal, wie die astronomische Wirklichkeit aussah, nur die Geschichte war wichtig. Es war ein Gefühl von wiedergefundener, lange vermisster Freiheit.

Als ich die Geschichte beendet hatte, wurde mir bewusst, dass ich noch niemals vorher in meinem Leben so etwas getan hatte. Die freien Aufsätze in meiner Schulzeit hatten Titel wie "Mein schönstes Ferienerlebnis" oder "Unser Ausflug in den Wald". Sie mussten aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehen. Sie waren alle absolut langweilig! Sogar als ich später, als Erwachsene, mal bei einer Schreibwerkstatt der Volkshochschule mitmachte, waren die "Geschichten" so aufgebaut, wie ich es in der Schule gelernt hatte: langweilig.

Warum lassen wir die Kinder nicht schreiben, was sie wollen? Wir haben uns gerade ein Abo für die Leihbücherei geholt. Ich wollte hauptsächlich Märchenbücher ausleihen. Damit ist es nun vorbei, die brauchen wir nicht mehr. Mein Sohn hat mich gelehrt, wie man selber Märchen macht.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Telefon-Einschulung

Heute erlebte ich eine interessante Situation, die sehr deutlich gezeigt hat, dass Erwachsene niemals einverstanden wären unter denselben Bedingungen wie Schüler in der Schule zu lernen.

Wir bekommen in der Firma eine neue Telefonanlage und daher auch neue Telefone. Damit wir diese gut bedienen können, bekamen wir heute eine Einschulung. Im Ein-Stunden-Takt fanden sich also immer 20 Mitarbeiter ein und bekamen die Funktionsweisen und Details der neuen Telefone erklärt.

Die ganze Situation gestaltete sich sehr schulähnlich: wir saßen auf unseren Plätzen, ein "Lehrer" vorne erklärte anhand eines Telefons, er war bei manchen schwer zu hören, manche konnten das Telefon nicht so gut sehen, weil sie weiter hinten saßen...... und alle waren danach mit dieser Form der Einschulung total unzufrieden.

Der Konsens war, dass die Einschulung unbefriedigend war, weil zu viel Leute im Raum waren, es keine Gelegenheit gab, die Funktionen selbst auszuprobieren, es nicht besonders viel Zeit für Fragen gab (weil ja die nächste Gruppe wartete) und weil der Typ vorne viel zu schnell erklärt hat. Das Fazit war, dass alle ein Bedienungshandbuch haben wollten und eine Hotline bei der sie im Zweifelsfall mal anrufen können.

Genau diese Situation machen Kinder jeden Tag in der Schule mit. Unsere Gruppe wäre sogar eine kleine Klasse gewesen, denn in den meisten Schulklassen befinden sich mehr als 20 Kinder. Keiner der Teilnehmer war mit dem Ergebnis der Einschulung zufrieden, aber Kinder müssen sich zufrieden geben mit dem was ihnen vom Lehrer vorne geboten wird. Sie können nicht einfach nach dem Handbuch und einer Hotline fragen, obwohl vielen damit mehr gedient wäre als mit Hausaufgaben und Tests.

Es war sehr interessant die frustrierten Reaktionen der Erwachsenen auf so eine Schul-Situation zu beobachten. Schade, dass Schulen Lehrer nicht in solch lehrreiche Einschulungen und Seminare schicken, das würde bei manchen eine Menge helfen.

Dreidimmensional zeichnen

Gestern fand mein Sohn einen schönen Glitzerstift und bat uns um ein Blatt Papier, weil er ein Haus malen wollte. Wir sagten ihm, wo er eines finden könne, er holte es sich und begann zu malen. Mein Mann und ich saßen gerade am Tisch beim Frühstück (unser Sohn hatte noch keinen Hunger) und in unseren Köpfen entstand ein Bild von einem Haus, wie wir es malen würden: ein Rechteck mit einem Dreieck als Dach und kleinen Rechtecken als Fenster und Türen. Ein wenig wunderte es mich, dass mein Sohn gerade ein Haus zeichnen wollte, denn bisher hatte er nur Sonnen gemalt.

Als er mit dem Bild fertig war, kam er und zeigte es uns. Ich war erstaunt. Das Bild bestand aus einem großen Rechteck, das rechts und links ein wenig schraffiert war. In der Mitte war ein kleines Rechteck mit einem kleinen Strich oben: ein Bild, das an der Wand hängt. In dem Bild hatte er sogar kleine Formen angedeutet.

Mein Mann fragte unseren Sohn, von welcher Seite man das Haus denn sehen könne, und er antwortete: von oben. Man sah also von oben durch das Dach hinein und dann sozusagen um die Ecke auf eine Wand mit einem Bild.

Ich habe noch meine Zeichnungen aus der Zeit, wo ich so alt wie mein Sohn war. Natürlich ging ich damals in den Kindergarten. Ich weiss, dass ich niemals auf die Idee gekommen wäre, ein Objekt zu zeichnen, das man gleichzeitig von mehreren Seiten betrachtet. Es war alles zweidimmensional. Mein Vater hatte mir gezeigt, wie man schöne Kreise malen kann, wenn man den Bleistift um den Rand einer Münze führte. So malte ich die Köpfe der Menschen.

Es gibt hier alle möglichen Vorschulmaterialien für Kinder, wo sie Buchstaben nachzeichnen können und dergleichen. Aber wenn es ums Malen geht, beinhalten sie wirklich nichts kreatives. Entweder die Kinder sollen vorgezeichnete Formen abzeichnen oder nach einem bestimmten Muster ergänzen. Sie sollen Formen ausmalen und dabei nicht über den Rand hinaus malen. Es ist natürlich alles nur Vorbereitung auf die Schule. Die Kinder sollen lernen, bestimmte Dinge auf Kommando zu tun, ohne Möglichkeit für eigene Kreativität. Sogar beim Kinderarzt, bei der letzten Kinderuntersuchung, gab es Kommandos: male doch mal ein Haus. Male doch mal eine Sonne. Male doch mal ein Auto. Mein Sohn verweigerte dies alles. Na ja, die Sonne hat er gemalt, denn er malt gerne Sonnen. Leider verscherzte der Arzt es sich mit meinem Sohn, als er sagte: Alle Kinder in deinem Alter, die ich kenne, gehen in den Kindergarten. Gehst du auch in den Kindergarten?

Um zurück zum Thema zu kommen... Unsere Kinder haben schon im zartesten Alter die künstlerischen Fähigkeiten von Menschen wie z. B. Picasso oder Paul Klee. Sie können die Dinge gleichzeitig von mehreren Seiten betrachten und ihre Beobachtungen wiedergeben. Sobald sie in den Kindergarten kommen, wird ihnen diese Fähigkeit abtrainiert. Sie müssen nach Vorlagen zeichnen, bestimmte Regeln einhalten usw. Ich habe mich schon immer gefragt, wie denn in der Schule ein Fach wie Kunst benotet werden soll...

Wenn die Kinder es schaffen, ihre natürliche, unerzogene Kreativität bis ins Erwachsenenalter zu bewahren, oder sie später wieder aktivieren können, werden sie berühmte Künstler, Das, was sie malen, ist für die erwachsenen Menschen so unbekannt und seltsam, dass sie glauben, der Künstler müsse die kompliziertesten Techniken verwenden um so zu malen. Dabei tut er nur das, was die meisten von uns von Geburt an beherrschen: dreidimmensional sehen.

Mein Sohn bat mich um eine Schere und Klebeband und befestigte sein Bild an der Wohnzimmertür. Er war sehr stolz darauf und fand es schön. Und er befestigte es natürlich in SEINER Augenhöhe.

22.06.2008

Wie sehen blinde Menschen?

Wir saßen heute beim Frühstück und auf dem Tisch standen noch vom letzten Abendessen eine Flasche Olivenöl und eine Flasche Essig. Beide Flaschen haben am unteren Rand kleine erhabene Punke. Mein Sohn (viereinhalb Jahre) entdeckte die Punkte, verglich sie auf beiden Flaschen und stellte fest, dass es die gleiche Reihenfolge war. Er fragte mich, was das für Punkte seien. Ich hatte die Punkte vorher noch nie bemerkt, sah sie mir an und meinte, es sehe aus wie Buchstaben in Blindenschrift. Darauf wollte mein Sohn wissen, was denn die Blindenschrift sei. Ich erklärte ihm, dass es Menschen gibt, die nicht sehen können, entweder weil ihre Augen durch eine Krankheit oder einen Unfall beschädigt sind oder weil etwas in ihrem Gehirn nicht in Ordnung ist. Manche Menschen werden irgendwann im Laufe ihres Lebens blind und manche können von Geburt an nicht sehen.

Mein Sohn dachte eine Weile darüber nach, dann fragte er, ob die Menschen denn irgendwann wieder sehen könnten. Ich sagte, dass die Sicht bei manchen von selber wieder zurück kommt, bei anderen nach einer Operation, und das manche aber auch gar nicht mehr sehen können. "Aber wie sehen diese Menschen denn, wenn die Augen krank sind?" fragte mein Sohn.

Tja, wie sehen sie? Ich musste auch überlegen. Wie sehen Menschen, die nicht sehen können? Sie sehen mit den anderen Sinnen. Sie sehen mit den Händen, mit den Ohren, mit der Nase, mit der Haut, mit den Gedanken. Ich erklärte meinem Sohn, wie blinde Menschen ihre anderen Sinne benutzen, um die fehlende Sicht zu ergänzen bzw. zu ersetzen.

Sie können mit den Fingern lesen und dafür zeigte ich ihm die Blindenschrift auf einem Geldschein - und den Flaschen. Sie können mit den Ohren sehen, wo sie sich befinden. Wenn sie in einem Gebäude sind, können sie anhand der Geräusche, die sie hören, feststellen, was es für ein Gebäude ist. In einer Bibliothek ist es leise, es sind nur flüsternde Gespräche zu hören, immer wieder werden Bücher aus Regalen genommen und wieder hineingestellt, es werden Seiten umgeblättert. In der Kinderabteilung ist es vielleicht lauter, die Kinder rufen und lachen, laufen herum oder spielen.

In einem Bahnhof ist es laut, sehr viele Menschen gehen umher, unterhalten sich, es gibt viel Hall weil der Raum so groß ist, es werden Züge per Lautsprecher angekündigt, Züge fahren ein oder aus dem Bahnhof hinaus. Wenn man draussen ist, z. B. im Wald, gibt es ganz andere Geräusche als in einem Bahnhof. Man hört das Rauschen der Blätter, die Stimmen der Vögel und Tiere, das Knirschen der Steinchen unter den Füßen auf dem Weg. Und wenn man draussen auf der Straße ist, dann hört man Autos, Straßenbahnen, Busse, Fahrräder, Motorräder. Man kann hören, wenn ein Auto über eine Brücke fährt oder ob es anhält. Wenn man an einer Ampel steht, die für Sehbehinderte ausgestattet ist, dann hört man ein Klicken. Wenn man mit der Hand dem Klicken folgt, dann fängt etwas an zu vibrieren wenn die Ampel auf Grün schaltet. So können die blinden Menschen erkennen, wann sie über die Straße gehen können.

So ging es immer weiter. Mein Sohn wollte immer mehr wissen und ich durfte nicht aufhören, zu erzählen. Er lernte, wie sich blinde Menschen in der Stadt bewegen, wie sie mit Hilfe ihres Taststabes den Weg auf Hindernisse abtasten oder sich von einem Blindenhund führen lassen. Er lernte, wie sie sich anhand von Geräuschen, Gerüchen und ihres Gedächtnisses orientieren, dass es besondere Uhren für Blinde gibt, welche die Zeit mit einer Stimme ansagen, besondere Bücher und besondere Computer.

Irgendwann kamen wir dann auch zu anderen Behinderungen, z. b. Menschen, die nicht hören können oder nicht gehen. Er lernte etwas über die Gebärdensprache und über Rollstühle und Gehhilfen, über Tiere, die nicht sehen können und andere Tiere, welche besondere Sinnesorgane haben, und wieder andere Tiere, die mit ihren Sinnesorganen andere Dinge wahrnehmen als Menschen. Ich machte dann noch den Vorschlag, dass wir uns einen Teil eines Films anschauen ("What the Bleep do we know"), in dem eine taubstumme Schauspielerin mitspielt und wo man die Gebärdensprache beobachten kann. Ich zeigte ihm auch einige Gebärdensprache-Zeichen, die ich selbst in meinem Versuch, mit ihm per Babyzeichen zu kommunizieren, gelernt hatte.

Dies alles lernte mein Sohn in einem Gespräch, das vielleicht insgesamt 15 Minuten dauerte. Danach war die Zeit, die er diesem Thema zu dem Zeitpunkt widmen wollte, zu Ende. Er hatte entschieden, was er lernen wollte und wie viel er davon wissen wollte. Und er zeigte mir auch klar und deutlich, als er genug hatte, indem er einfach das Thema wechselte.

19.06.2008

Mittwoch, 2. Juli 2008

Ein Sommertag

Kurz vor dem Ende der Erdbeer-Saison wollten wir heute noch einmal zum Pflücken aufs Feld. An der Auffahrt ein Schild, das Selberpflücken sei beendet ... hm, aber da wir schon mal da waren, machten wir uns dennoch auf die Suche. (Bekanntlich halten wir uns ja auch sonst nicht immer an die Regeln ;) ) Und wurden fündig - 2 Körbe voll haben wir zusammengesucht. Dauerte allerdings deutlich länger als noch vor 2 oder 3 Wochen. Zwischen den Erdbeeren haben wir ausserdem einige ebenfalls essbare Wildpflanzen entdeckt: Guten Heinrich (eine Melden-Art), Löwenzahn, Klee. Die Melden haben jetzt auch schon üppige Samenstände entwickelt ... vielleicht eine Möglichkeit, sie in unserem Garten anzusiedeln? Also mal wieder experimentieren (ExpertIn im Gärtnern ist keineR von uns bislang): einen Teil der Samen haben wir einfach mal so abgestreift & in ein Beet gestreut & begossen. Ausserdem haben wir welche auf einem Teller zum Trocknen & anschliessenden Aufbewahren ausgebreitet. Denn eine kurze Internet-Recherche hat ergeben, dass es sich bei der Melde um Kaltkeimer handelt, die im November/Dezember ausgesät werden sollen.

Nachmittags hat M sich dann wieder mit seiner XBox und der Strategie zur Sicherung von Rohstoffen beschäftigt. C hatte ihre erste Voltigierstunde - wir haben vor kurzem angefangen, zusammen Reitstunden zu nehmen. Ein paar Stunden, in denen wir uns auf dem Pferd abgewechselt haben, haben wir schon hinter uns und C hat sich inzwischen fürs Voltigieren entschieden. Sie stellt sich sehr geschickt an dabei & Spass macht es natürlich eh. So sehr, dass sie nun bei jeder Gelegenheit auf allem möglichen (Schaukelpferd, Wipptiere, mitspielende grosse Menschen) voltigiert :)
Rund um das Reiten bzw Voltigieren selbst haben wir schon einiges über Pferde im allgemeinen und die Norwegerstute, auf der wir reiten, im speziellen gelernt: über die Körperpflege; dass die Haare in Schweif & Mähne zwar wachsen, aber nur sehr viel langsamer als unser Kopfhaar: die Schweifhaare brauchen ca 6 Jahre um ihre Länge zu erreichen; dass Pferde dauerhafte, enge Beziehungen eingehen & beim Verlust des Pferde-Freundes durchaus vor Kummer sterben können. Dass Norweger geduldig & nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen sind, aber auch sehr stur & eigensinnig ...