Freitag, 4. Juli 2008

Leben und freies Lernen bei uns

Nachdem ich schon einige Beiträge gepostet habe, möchte ich mich nun auch vorstellen. Erst mal vielen lieben Dank an Cecilia für die Einladung, in diesem Blog mitzuschreiben. Das ehrt mich.

Ich lebe mit meinem Mann und unserem kleinen Sohn zusammen, der zur Zeit vierheinhalb Jahre alt ist. Als mein Sohn einige Monate alt war, stieß ich durch Zufall auf die Idee, Kinder zu Hause lernen zu lassen, ohne dass sie in die Schule gehen müssen. Für mich war dieses Konzept das, was ich in meinem Leben immer gesucht und nie gefunden hatte. Wir beschlossen, unserem Sohn diese Möglichkeit zu bieten.

Nun führt mein Sohn ein freies Leben zu Hause, ohne den Zwang, jeden Morgen früh aufzustehen und in den Kindergarten zu gehen. Wir treffen uns sehr oft mit anderen Menschen, Erwachsenen und Kindern, die zu hause lernen, und ich sehe, wie mein Sohn davon profitiert.

In dem Buch von Gordon Neufeld "Unsere Kinder brauchen uns" fand ich meine Gedanken und Befürchtungen bestätigt, die ich bezüglich des Kindergartens und der Schule schon immer hatte. Endlich hatte es jemand ausgeprochen und sogar wissenschaftich erforscht und dokumentiert. Dadurch habe ich gelernt, selbstbewusst zu meiner Entscheidung zu stehen und sie zu vertreten.

Mein Sohn hat sich sämtliche Buchstaben selber erarbeitet und ist kurz davor, lesen zu lernen. Er spielt gerne Lernspiele am Computer, wo er das Lesen und Rechnen üben kann. Wir gehen viel im Wald spazieren und er kennt viele Pflanzen, weiss welche essbar und welche giftig sind. Aber am allerliebsten spielt er mit allen Arten von Flugzeugen oder anderen Dingen, die fliegen können. Im Moment sind Luftballons aktuell. Er verbringt Stunden damit, sie aufzublasen und dann die Luft wieder herauszulassen, so dass die Luft wie eine Düse wirkt und der Ballon in wilden Loopings durch die Gegend fliegt.

Ich freue mich darauf, unsere kleinen Alltagsgeschichten hier zu posten und hoffe, dass sie auch für andere, an freiem Lernen interessierte Menschen interessant sind.

Kommentare:

scatty hat gesagt…

Liebe Narinja

Wie schön, dass du diesen Weg gegangen bist. Ich wollte nur dazu kommentieren, wo du schreibst, dein Sohn habe alle Buchstaben durchgearbeitet und sei kurn vorm Lesen. Ich habe unterschiedliche Erfahrungen mit dem Lesen bei meinen drei ältesten Kindern gemacht und es kann passieren, das dieses Stadium, worin dein Sohn sich befindet, länger dauert, als du dir vorstellst. (Es könnte auch sein, dass er in einem Monat liest.) Bei meiner Tochter dauerte es schon einige Jahre, bis sie lesen konnte, obwohl sie schon mit fünf Jahren die Buchstaben kannte.

pro-lernen.ch hat gesagt…

Liebe Narinja

Mach weiter so mit bloggen. Zu erleben, wie unsere Kinder in die Kultur hineinwachsen, ist faszinierend. Und mit dem Schreiben der besonderen Erfahrungen reflektiert man diese Situationen, welche einem selber wieder Lernerlebnisse vermitteln.

Herzliche Grüsse