Donnerstag, 3. Juli 2008

Telefon-Einschulung

Heute erlebte ich eine interessante Situation, die sehr deutlich gezeigt hat, dass Erwachsene niemals einverstanden wären unter denselben Bedingungen wie Schüler in der Schule zu lernen.

Wir bekommen in der Firma eine neue Telefonanlage und daher auch neue Telefone. Damit wir diese gut bedienen können, bekamen wir heute eine Einschulung. Im Ein-Stunden-Takt fanden sich also immer 20 Mitarbeiter ein und bekamen die Funktionsweisen und Details der neuen Telefone erklärt.

Die ganze Situation gestaltete sich sehr schulähnlich: wir saßen auf unseren Plätzen, ein "Lehrer" vorne erklärte anhand eines Telefons, er war bei manchen schwer zu hören, manche konnten das Telefon nicht so gut sehen, weil sie weiter hinten saßen...... und alle waren danach mit dieser Form der Einschulung total unzufrieden.

Der Konsens war, dass die Einschulung unbefriedigend war, weil zu viel Leute im Raum waren, es keine Gelegenheit gab, die Funktionen selbst auszuprobieren, es nicht besonders viel Zeit für Fragen gab (weil ja die nächste Gruppe wartete) und weil der Typ vorne viel zu schnell erklärt hat. Das Fazit war, dass alle ein Bedienungshandbuch haben wollten und eine Hotline bei der sie im Zweifelsfall mal anrufen können.

Genau diese Situation machen Kinder jeden Tag in der Schule mit. Unsere Gruppe wäre sogar eine kleine Klasse gewesen, denn in den meisten Schulklassen befinden sich mehr als 20 Kinder. Keiner der Teilnehmer war mit dem Ergebnis der Einschulung zufrieden, aber Kinder müssen sich zufrieden geben mit dem was ihnen vom Lehrer vorne geboten wird. Sie können nicht einfach nach dem Handbuch und einer Hotline fragen, obwohl vielen damit mehr gedient wäre als mit Hausaufgaben und Tests.

Es war sehr interessant die frustrierten Reaktionen der Erwachsenen auf so eine Schul-Situation zu beobachten. Schade, dass Schulen Lehrer nicht in solch lehrreiche Einschulungen und Seminare schicken, das würde bei manchen eine Menge helfen.

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