Samstag, 15. November 2008

Briefe schreiben

Was für eine ergiebige Tätigkeit ... vor ein paar Tagen kam ein Brief von C's Freundin aus Australien. Mit einer schönen Briefmarke drauf. Die wird aufgehoben für den Opa, der sich immer über neue Stücke für seine Sammlung freut. Heute soll nun der Brief beantwortet werden. Nach der Klärung des Formats - zuerst wollte sie eine Pferdekarte verschicken, hat sich dann aber für Bibi-und-Tina-Briefpapier, gefunden auf der entsprechenden Website, entschieden. Da sind ausser Pferden & Bildern der beiden Titelheldinnen auch Linien drauf. Auf denen entlang C dann sehr ordentlich, wenn auch nur für sie selbst lesbar, lange geschwungene Zeichenketten "geschrieben" hat. Ich durfte im Anschluss noch ein paar Zeilen in "meiner" Schrift ergänzen - Inhalte nach ihren Vorgaben natürlich. Über jeden Satz haben wir lange gesprochen. Ihre Vorstellungen dessen, worüber sie schreiben möchte, sind teilweise ganz andere als meine. Noch ein - sorgfältig ausgewähltes - Foto mit in den Umschlag, zukleben und adressieren. In Tasmanien sind sie jetzt - das ist die kleine Insel südlich vom australischen Festland. Ganz weit unten & rechts auf der Weltkarte - so ein weiter Weg. Am Montag werden wir den Brief zur Post bringen, damit er dann mit dem Flugzeug verschickt werden kann. Ich erinnere mich, vor vielen Jahren mal in der Sendung mit der Maus einen Beitrag über die Wege der Briefe gesehen zu haben. Ob ich den wohl noch als Podcast finden kann? Hm, leider nicht, jedenfalls nicht auf Anhieb. Schade, hätte jetzt gut gepasst.

Weil es das Briefpapier im 4er-Pack gab, hat C gleich noch 3 Briefe geschrieben, an andere pferdebegeisterte FreundInnen. Beim Adressieren der Briefe fallen C die Nachnamen auf. Die sie bei allen Kindern noch nicht kannte & sehr spannend findet. Bei jedem Kind gehen wir auch gleich durch, wie denn die Eltern dazu heissen. Warum haben manchmal alle denselben Nachnamen, manchmal nicht? Wieso hat eine der Mütter einen Doppelnamen? In einer Familie heissen alle - beide Elternteile & beide Kinder - unterschiedlich. 4 verschiedene Nachnamen für 4 Personen.

Wir bekleben dann noch die Umschläge - ich mit Briefmarken, C mit Pferdestickern - und ab gehts zum Briefkasten.

Montag, 3. November 2008

der weg zum lesen

c ist 3 jahre alt & vermutlich wird es noch eine ganze weile dauern, bis sie wirklich lesen & schreiben wird. aber - sensibilisiert durch die lektüre von u.a. olivier keller ("denn mein leben ist lernen") - beobachte ich gespannt ihre schritte auf dem weg in die welt der buchstaben. oder besser: der schriftzeichen. vor kurzem sassen wir im fitnesstudio unter dem in grossen blockbuchstaben an die wand gepinselten schriftzug "STARK!". c guckte eine weile und meinte dann: "mama, die haben das falsch gemacht; der punkt gehört doch eigentlich über den strich!". .... schon seit mehreren monaten möchte sie immer mal wieder, dass ich ihr buchstaben oder ziffern aufschreibe. oder ihr bei allen möglichen schriftzügen, denen wir so begegnen (ladenschilder, schilder im bus, worte in büchern/zeitungen/flyern usw), die einzelnen buchstaben und ziffern benenne. .... letzte woche fing sie an zu telefonieren. ich sollte ihr die nummern diktieren & zunächst auch noch zeigen, welche taste jeweils dazu gehört, sie hat dann gewählt. (dieses spiel haben wir relativ schnell auf ein spielzeug-telefon umgeleitet, weil sich zeigte, dass sie gar nicht mit den angerufenen reden wollte. es ging nur ums wählen.) .... heute auf einer autofahrt, bei der wir, wie häufig, ein hörspiel hörten: "in hörspiel kommt ein "s" vor, oder?" - "ja, genau". - "und ein i" - "ja" - "welche noch?" - das ganze dann noch mit ein paar anderen worten. ich glaube, in der grundschule nennen sie das 'lautieren'. ...