Mittwoch, 23. Januar 2008

Neue Entdeckungen

  • Am Sonntag haben wir wie geplant einen weiteren Teil des riesigen botanischen Gartens erkundet. Besonders beeindruckend: Der Kakteenbereich. Mit Hilfe des genialen kleinen Berlitz-Sprachcomputers, den Tilman von einem seiner Brüder geliehen bekam, konnten wir sogar kniffelige Schilder übersetzen ("Pflanzen sind nicht abgestorben - nur in einer Ruhephase"). Moritz gab das Ding gar nicht mehr aus der Hand und tippte unentwegt Vokabeln ein - es übersetzt aus neun Sprachen in neun Sprachen, und ich genieße es, beim Einkaufen nach allem (jedenfalls allem, was der Berlitz kennt) fragen zu können. Gestern habe ich im Bioladen zum ersten Mal auf Anhieb die Summe verstanden, die ich bezahlen sollte, ich war ganz stolz, und der Verkäufer strahlte auch.
  • Am Montag gab es noch eine Neuentdeckung: Als wir hier ankamen, bewunderten wir gleich die Surfer, die entweder auf dem Body Board liegend oder elegant im Stehen auf den Wellen dahinglitten - ist ja wie im Film! Es hat etliche Tage gedauert, bis uns dämmerte, dass diese Leute gar nicht alle hier geborene oder "residente" Spezialisten sind, und dann noch mal ein bisschen, bis es klick machte: Das können wir doch auch probieren!
  • Am Montag nachmittag hatte ich dann (Tilman war in der Wohnung geblieben) um 17 Uhr endlich herausgefunden, wo wir uns für ein ziemliches Mördergeld sowohl die Surfbretter als auch die Neoprenanzüge (wir haben Januar...) leihen können. Nachdem wir zum Gelächter der Vermieter erstmal alle drei (in getrennten Kabinen) die Anzüge verkehrtherum angewürgt hatten (Der Reißverschluss gehört nach hinten!), stürzten wir uns dann mit Begeisterung mit den kurzen Body Boards in die Brandung. Und siehe da, auch wir konnten das! Wir haben zwar ziemlich viel Wasser geschluckt und sind ordentlich durchgewirbelt worden, aber jeder von uns hat es ein paar Mal geschafft, genau im richtigen Moment die Welle zu erwischen und dann mit Affenzahn auf der Welle und dann der Gischt auf den Strand zuzurasen. Das ist ein Gefühl, wo man nur noch jauchzen kann, Seligkeit pur. Wir blieben dank Neopren bis 17.55 im Wasser, um 18 Uhr schloss die Surfschule.
  • Abends schlichen wir drei Surfer dann völlig erledigt früh ins Bett. Thomas hatte noch behauptet, Surfen sei gar nicht anstrengend, denn man würde doch gar nichts tun, sich nur tragen lassen, aber dass wir ständig gegen die Brandung durchs Wasser wieder zur richtigen Zone stapfen und uns beim Gleiten gut festklammern und balancieren mussten, hatte doch - gefühlt - sämtliche Muskeln beansprucht, außerdem hatten zumindest die Kinder trotz Neopren hinterher ordentlich geschlottert. Der feste Vorsatz, uns morgen einen halben oder vielleicht sogar ganzen Tag zu leisten, wurde dann nicht umgesetzt - gestern war es den ganzen Tag bedeckt und vergleichsweise kühl.