Donnerstag, 28. Februar 2008

auch von uns ein Hallo....

..und ein Danke schön an Dagmar, dass wir hier schreiben dürfen. Denn Homeschooler sind wir nicht, wenn wir auch in Österreich wohnen, wo das theoretisch möglich wäre. Praktisch scheitert das oft, wie auch bei uns, an den finanziellen Möglichkeiten und natürlich muss man eine jährliche Prüfung über den Stoff des Schuljahres ablegen. Das hat meinen Sohn E. bisher auch von solchen Plänen abgehalten. Für ihn besteht da wenig Unterschied ob er zu Hause oder in der Schule denselben Stoff lernen muss, weil er ihn eben für die Prüfung braucht. Momentan haben wir auch eine Schule gefunden, die so ziemlich passt und in der er sich auch wohlfühlt. Das war nicht immer so. E. ist 12, unwillig gegen den Zwang, lernen zu müssen, aber glücklicherweise noch fähig, sich für Dinge zu interessieren - aus sich heraus, was viele Schulkinder heute nicht mehr schaffen.
Ich sehe es auch als meine wichtigste Aufgabe, ihm diese Neugier auf das Leben und seine Umwelt zu erhalten. Leicht ist das nicht. In der Schule findet das Leben in den Schulbüchern statt, festgeschrieben auf vielen Blättern und der großen Tafel. Der Blick über die Schulbücher hinaus geht den Kinder schnell verloren, wozu auch etwas lernen, was nicht im Schulbuch steht, das kommt ja nicht zum Test.
Für mich ist der Unterschied zwischen dem gezwungenen Lernen in der Schule und dem freiwilligen und unbewussten Lernen in den Ferien und an den Wochenenden gewaltig. Da kann mein Kind plötzlich ganz freiwillig beschließen, Flöte zu lernen. Denn nächstes Jahr möchte er anfangen, Querflöte zu spielen. In der Schule ist er in Musik übrigens ein schlechter Schüler. Oder mit Karate anfangen und nach nicht ganz drei Jahren als frischgebackener Braungürtel da stehen. Weil ihn das eben wirklich interessiert und er mit Herz bei der Sache ist. In der Schule funktioniert das nur selten. Da ist das Klima einfach anders und offenbar weniger geeignet zum Lernen.
Es gibt immerhin Lichtblicke. Da wird in Deutsch plötzlich das freie Lernen eingeführt, in der Bibliothek und in kleinen Gruppen. Zitat von E: "Da kommt's endlich mal nicht drauf, wer der Beste oder Schlechteste ist!"
Seit ich das Teenagerbefreiungsbuch lese, wird mir auch einiges mehr klar über Schule und Lernen. Ich frage mich seit Jahren wohin Schule eigentlich will mit dem Ziel, jedes Kind zu bewerten und in eine Schublade zu stecken.
Und ich bin gespannt, wohin unser Weg uns noch führt. Zur Zeit besteht E. darauf, an seiner Schule zu bleiben. Also unterstütze ich ihn dabei. Sollte er sich dazu entscheiden, irgendwann frei lernen zu wollen, werde ich ihn auch dabei unterstützen. Eine Option wäre wohl auch noch die Clonlara Schule, ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob die hier anerkannt wird.
Ich glaube, so eine Entscheidung fällt niemals leicht, weder Kindern noch Eltern und wird bestimmt nie aus einer reinen Laune heraus gefällt.